Wie große Ziele & Ambitionen das Unternehmenswachstum vorantreiben

Aktualisiert: Feb 8


Nils Seebach von Etribes erklärt, wie wichtig hoch gesteckte und offen kommunizierte Ziele und Ambitionen für das Unternehmenswachstum sind, und wieso man sich seine persönlichen und unternehmerischen Ziele lieber aufschreiben sollte.



"Denke an kleine Ziele und erwarte kleine Erfolge. Denke an große Ziele und erziele große Erfolge." (David J. Schwartz)


Nils Seebach, Mitgründer und Geschäftsführer des Erfolgsunternehmens "Etribes" weiß aus eigener Erfahrung, wie viel Wahrheit in diesen Worten steckt. Zusammen mit seinem Team hat er die Vision, Deutschland zu digitalisieren. Sein Ziel, 100 Millionen Euro Umsatz Run Rate in 1000 Tagen zu erreichen, hat das Unternehmenswachstum von Etribes enorm vorangetrieben. Groß denken lautet also die Devise! Im Interview gewährt Nils uns einen Einblick in die Wachstumskultur von Etribes und gibt uns dabei ein paar wertvolle Anregungen und Lernings mit auf den Weg.

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Nils Seebach: Keine Lust auf Theorie!


02:08 Arne: Nils, erzähle uns bitte, was Du bisher unternehmerisch gemacht hast, und führe uns durch Deine unternehmerische Zeit der letzten Jahre.


Nils: […] Ich habe in Amerika am Babson College studiert und wurde dort zum ersten Mal mit Unternehmertum konfrontiert. Ich musste dort im ersten Jahr ein Unternehmen gründen und erhielt dafür 20.000$ von der Schule. Der gesamte Unterricht drehte sich ausschließlich um das Unternehmen, das bedeutet, ich lernte direkt aus der Praxis. Danach habe ich in Oxford studiert und dort freies Denken und Rhetorik gelernt. In Amerika habe ich gelernt, wie ich ein Unternehmen aufbaue und in Oxford, wie ich mich rhetorisch verhalte, wie ich frei denke und wie ich meine Thesen verteidige […].


03:33 Arne: War Babson für Dich eine bewusste Wahl, weil die Schule unternehmerisch geprägt ist?


Nils: […] Ja, ich wusste schon immer, dass mich dieses Thema sehr interessiert. Ich hatte keine Lust auf Theorie, sondern auf Praxis. Trotzdem wollte ich mich akademisch weiterentwickeln und deshalb war Babson das Beste von beiden Seiten. Sie ist weltweit die beste Schule für Entrepreneurship, hat alle Schulrankings gewonnen und den höchsten ROI der Welt. Nirgendwo verdient man später so viel Geld im Verhältnis zu den Studiengebühren […].


04:40 Arne: Was hast Du nach dem Studium gemacht?


Nils: […] 2006 war ich fertig und wusste nicht, was ich unternehmerisch machen möchte. Ich habe in London und New York für Morgan Stanley für HSBC gearbeitet. Ich habe dort früh die Private Equity Welt kennengelernt und den Respekt vor Nullen verloren. Der größte Deal war 30 Milliarden Dollar groß! Das ist prägend für mich gewesen.


Nach drei Jahren Investment Banking habe ich angefangen als Assistent der Geschäftsführung bei einem Software-Haus, das operativ in gewissen Problemen steckte, zu arbeiten. Ich war schnell in der CFO-Position und durfte mit einem anderen Unternehmer, von dem ich mir viel abschauen konnte, das Unternehmen restrukturieren. Der Firma ging es wieder besser und ich sollte in Singapur das Geschäft aufbauen.


Aber zu dem Zeitpunkt habe ich Alexander Graf kennengelernt. Er hat mich mit einem weiteren Unternehmer aus Hamburg verbunden und ich habe beschlossen, mit ihnen ein Unternehmen zu gründen. Wir haben gemeinsam bisher 24 Unternehmen gegründet und dieses Jahr arbeiten dort insgesamt 2.000 Angestellte. Neben den unternehmerischen Tätigkeiten bin ich in Beiräten und Aufsichtsräten tätig und vertrete familiengeführte Unternehmen […].



Etribes: "Wir digitalisieren Deutschland!"


Unternehmenswachstum durch Innovation


09:34 Arne: Kommen wir zu Etribes. Erzähle uns bitte, was Etribes macht und wofür es Etribes gibt.


Nils: […] Etribes ist Deutschlands führende Digitalberatung. Wir bilden alles ab von der Strategie hin zu der Konzeptionierung und Umsetzung von digitalen Geschäftsmodellen. Das tun wir innerhalb eines Modells, das wir das „Drei-Säulen-Modell" nennen: Die Digitalisierung des Kerngeschäftes, die digitale Abbildung des Kerngeschäftes und Innovationsmodelle mit hohem Risiko und Innovation. Das teilen wir wiederum in sieben Dimensionen ein. In jeder Dimension können wir mit den Kunden arbeiten, aber wir können auch das Gesamtkonstrukt aufbauen wie bei About You, wo wir alles konzipiert und umgesetzt haben.


Etribes differenziert sich dadurch, dass wir Digitalexperten nutzen und ihnen beibringen, was ein Berater macht. Dadurch haben wir in Deutschland einen Nerv getroffen. Was ist unsere Vision? Wir digitalisieren Deutschland! Damit sind wir im August 2018 an den Markt gegangen und das ist eine Sache, die uns persönlich hochgradig antreibt. Die meisten deutschen Unternehmen fokussieren sich auf den Werterhalt und das Ausbauen des Kerngeschäfts. Um zu wachsen, müssen wir aber neu denken […].


Unternehmenswachstum durch große Ziele


15:35 Arne: Die Ambition von Etribes - "Wir digitalisieren Deutschland" - ist sehr groß. Wie kanalisiert sich diese Vision in Unternehmenswachstum und Ziele? Wie operationalisiert Ihr das?


Nils: […] Wir benötigen eine große Organisation, um in dieser riesigen Volkswirtschaft einen Unterschied machen zu können. Deshalb ist Wachstum für uns wichtig. Wir glauben, dass man die Vision nicht erreichen kann, wenn die Glaubenssätze falsch sind. Wir müssen die besten Leute für Etribes begeistern und sie an uns binden. Wir brauchen starke Kundenbeziehungen und das Vertrauen, dass wir der richtige Partner sind, um den Weg gemeinsam zu gehen. Diese drei Ziele - Wachstum, Talent und Kundenbindung - brechen wir auf Unterziele herunter. Anschließend können wir operative KPIs definieren.


Neben der Vision braucht es ein konkretes Ziel, auf welches das gesamte Team hinarbeitet. Wir haben uns das Ziel gesetzt, 100 Millionen Euro Umsatz Run Rate in 1.000 Tagen zu erzielen, und dafür Maßnahmen geplant und umgesetzt. Zu diesem Zeitpunkt haben wir nur 2-3 Millionen Euro Umsatz gemacht. Derzeit haben wir über 100 Festangestellte, 40 Freelancer und 120 Partner. Jährlich erreichen wir achtstellige Umsätze. Lineares Wachstum reicht nicht! Das Unternehmen muss exponentiell wachsen. Wir konnten unser Ziel nicht mit organischem Unternehmenswachstum erreichen und mussten deshalb auch andere Firmen akquirieren […].




Unternehmenswachstum: Top Arbeitskräfte durch große Ambitionen


25:25 Arne: Wie wirken sich Ambitionen auf das Recruiting aus? Der Arbeitsmarkt für digitale Talente ist sehr schwierig. Wie spielt Ihr das Thema Ambitionen aus, um für Recruiting zu sorgen? Um Euer Ziel zu erreichen, müsst Ihr schließlich monatlich neue Mitarbeiter einstellen.


Nils: […] Wir bieten alles, was die anderen auch bieten: Ein sehr gutes Gehalt, Obstkorb, Altersvorsorge, Tickets, Autos. Das ist die Baseline. Das würde in der heutigen Arbeitswelt trotzdem nicht dazu führen, dass wir Mitarbeiter rekrutieren können. Was ich in jedem Gespräch sage: Wenn sich jemand für Etribes entscheidet, entscheidet er sich auch dafür, hochgradig ambitioniert zu sein. Er entscheidet sich nicht dafür, eine Work-Life-Balance anzustreben oder nicht reisen zu müssen, sondern wir fordern viel. Ich glaube, das vermitteln wir gut in den Interviews und rekrutieren deshalb Mitarbeiter, die digital sehr fit sind und die Ambitionen teilen. Die definierten Ziele und Ambitionen helfen uns bei der Vermittlung. Wir müssen immer wieder klarmachen, wofür wir gemeinsam arbeiten […].


30:08 Arne: Wenn ich die Mitarbeiter bei Etribes frage, was die Besonderheit des Unternehmens ist, ist der am häufigsten genannte Punkt eine steile Lernkurve. Als ich Geschäftsführer war, war das die steilste Lernkurve meiner Berufskarriere bisher. Ich habe die Hypothese, dass Unternehmenswachstum persönlichem Wachstum folgt. Was tut Etribes dafür, dass Mitarbeiter wachsen?


Nils: […] Für mich ist Etribes nichts anderes, als ein Katalysator. Ich möchte, dass die Menschen hier stark wachsen. Deshalb schließen wir die Firma einmal im Monat und halten eine Konferenz ab. Viele Mitarbeiter bieten an diesem Tag Sessions zu bestimmten Themen an, beispielsweise "Tech für Non-Techies", "Private Finanzvorsorge" oder "Was passiert aktuell bei Amazon?". Vom Privaten bis hin zum Beruflichen haben wir bis zu 12 Sessions, in denen sich jeder Mitarbeiter weiterbilden kann.



Es gibt ein gemeinsames Essen. Die Mitarbeiter organisieren das selbstständig. Wir gehen auf anonyme Fragen der Mitarbeiter ein, geben Updates zu unseren KPIs und laden einen besonderen Keynote-Speaker ein. Danach gibt es noch ein Teamevent wie Kochkurse oder Grillen und anschließend feiern wir. Dieser Tag im Monat ist das, was andere Firmen einmal im Jahr machen. Zusätzlich haben wir Partnertreffen, in denen wir unsere 120 Partner einladen […].


Unternehmerisches & persönliches Wachstum


36:48 Arne: Es gibt ein geflügeltes Wort in der Startup-Welt: "Hire people who are better than you". In meiner Wahrnehmung gelingt uns das bei Etribes sehr gut. Welche Haltung braucht man dafür? Wie habt Ihr das bei Etribes interpretiert?


Nils: […] Als Geschäftsführer sollte man permanent daran arbeiten, sich selbst aus dem Unternehmen herauszunehmen und die Rolle mit einer besser geeigneten Person zu besetzen. Man muss diese Person von dem Unternehmen überzeugen und Chancen aufzeigen für das unternehmerische und persönliche Wachstum. Wenn die Person eingestellt wird, aber die Erwartungen nicht erfüllt werden, kündigt sie schnell. Deshalb ist es wichtig, dass die Versprechen auch eingehalten werden […].


41:04 Arne: Woran bist Du persönlich in den letzten zwölf Monaten gewachsen?


Nils: […] Ich hatte großen Respekt vor dem Unternehmenswachstum von 30 auf 60 und von 60 auf 100 Mitarbeiter. Ich wachse immer noch an dieser Herausforderung. Wie baue ich Strukturen auf, die die größere Distanz, die ich zu den Mitarbeitern habe, negieren? Wie verteile ich die Last der Führung auf mehrere Schultern und sorge dafür, dass wir den Spirit, den Etribes ausmacht, weiter hochhalten? Ich wachse täglich, wenn ich das Mitarbeiterfeedback zu den E-Days lese und höre, was sie für Probleme haben […].



Tipp von Nils: (große) Ziele aufschreiben!


47:36 Arne: Gibt es zum Abschluss des Interviews noch etwas, das Du mit unseren Zuschauern und Hörern teilen möchtest?


Nils: Was ich festgestellt habe, was mich unglaublich fasziniert: Ich schreibe jedes Jahr meine persönlichen Ziele auf, ich schreibe die Unternehmensziele gemeinsam mit den Management-Teams auf. Wenn man Ziele nicht aufschreibt, erreicht man sie nicht! Meine Empfehlung ist daher, sich große Ziele zu setzen und sie aufzuschreiben. Sobald man diese Ziele aufgeschrieben hat, erreichen sie eine Relevanz und einen Umsetzungsgrad, den ich nicht logisch erklären kann. Es ist wie Zauberei. Man muss sich fragen: Warum kann ich nicht die Person sein, die ich bewundere? Warum kann ich nicht die Ziele erreichen, die andere erreichen? Warum soll das nicht gehen? Wenn man sich große Ziele setzt, ist alles möglich!


49:00 Arne: Ein tolles Schlusswort! Herzlichen Dank für das Interview.


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