#013 Wie kann ich Mitarbeiter zu unliebsamen Aufgaben motivieren?

In dieser Folge des Leadership21-Podcasts geht es um die Fragen: Wie kannst du Mitarbeiter zu unliebsamen Aufgaben motivieren? Und gibt es überhaupt unliebsame Aufgaben? Arne und Gergely sprechen darüber, wie du als Führungskraft damit umgehen kannst und gleichzeitig auf die Bedürfnisse des Teams und des Unternehmens achtest.

Das Transkript für diese Folge

Arne
Herzlich willkommen zum Leadership21-Podcast.

Gergely
Hallo zusammen.

Arne
Wir haben heute ein spannendes Thema und zwar hören wir in Coaching-Gesprächen oder auch von Teilnehmern unserer Trainings immer wieder die Frage: Wie kann ich meine Mitarbeiter eigentlich zu unliebsamen Aufgaben motivieren?

Und das scheint eine Menge Führungskräfte zu beschäftigen. Wie geht das eigentlich? Und Gergely sag mal: Wie machst du das denn?

Gergely
Ja, das ist häufig eine Frage und da kannst du für dich als Zuhörer erst mal gucken: Wie definierst du oder was ist eigentlich unliebsam?
Also wer definiert das? Wer definiert das, was bei dir unliebsam ist?

Und häufig ist es so, dass wir von uns selbst sprechen – das heißt: Für mich ist es unliebsam. Wenn es aber für dich unliebsam ist, kann es sein, dass wer anderes es gerne macht und wenn es in deinem Team aber niemanden gibt, der oder die bestimmte Aufgabenbereiche gerne macht, dann kannst du für dich gucken: Wie divers ist denn dein Team aufgestellt? Und wir haben dazu einen Podcast gemacht: Zu Persönlichkeits- beziehungsweise Arbeitstypen. Arne und ich, wir sind komplett unterschiedlich, wir machen völlig unterschiedliche Sachen gerne und Sachen, die du gerne machst, die sind jetzt für mich eher unliebsam und häufig auch andersrum. Und wir haben auch eine große Schnittmenge, was wir beide gerne machen.

Also du kannst dir anschauen, dass deine Mitarbeiter möglichst an unterschiedlichen Themen gerne arbeiten und auch unterschiedliche Interessen haben. Und es gibt keine Aufgaben, die per se unliebsam sind. Es gibt nur dieses Matching und du kannst deine Mitarbeitenden auch so aussuchen, dass du möglichst die Themen abdecken kannst, die die Leute gerne machen und die bei euch im Team häufig anfallen.

Arne
Und wenn du als Führungskraft erkennst, dass es Aufgaben gibt, die ihr als Team immer wieder zu erledigen habt, die bei euch immer wieder auftauchen, und es niemanden im Team gibt, dessen Persönlichkeitsprofil und dessen Arbeitstyp dazu passt – also der diese Aufgabe gerne macht – dann ist das erstmal eine wunderbare Erkenntnis. Denn dann habt ihr einen echten Bedarf im Team, weil die Idee kann ja nicht sein, dass Menschen wiederholend, also immer wieder wiederholend, Dinge machen, die sie einfach nicht gerne machen, weil sie die nicht gut machen werden. Ich meine jetzt nicht so Sachen wie den Müll runterbringen, das nimmt einer einfach dann mal eben mit, sondern wenn ich im Team wirklich Aufgaben habe – und ich kenne das aus meiner Agentur-Zeit – die niemand im Team gerne macht, dann kann ich das höchstens eine gewisse Zeit überbrücken und dann muss ich diese Rolle oder diese Stelle mit jemandem besetzen, zu dem das gut passt, also der das gerne macht. Und dann ist auch die Wahrscheinlichkeit hoch, dass derjenige das dauerhaft gut machen wird und dass wir gute Ergebnisse damit erzielen.

Gergely
Wie kann ich meine Mitarbeiter zu unliebsamen Aufgaben motivieren? Der zweite Punkt ist: Wieso meinst du, du müsstest sie irgendwie motivieren? Denn einige Chefs haben dann die Erwartungshaltung an sich selbst: Muss ich jetzt irgendwie einen Freudentanz aufführen oder versuchen irgendwas schön zureden? Während sie sich selber denken: was für eine langweilige Aufgabe. Und auf der einen Seite das zu tun und das zu denken, das ist nicht authentisch. Und wenn du dich als Chef deinen Mitarbeitern gegenüber nicht authentisch verhältst, kriegen deine Mitarbeitenden das mit. Und das ist komisch und es ist auch irgendwie unsicher.
Und das ist ungünstig in der Zusammenarbeit.

Arne
Ja und das passt eigentlich zu meiner Erfahrung, also als Agentur-Gründer, und das kenne ich auch von anderen Leuten, die gründen und noch eine sehr kleine Organisation haben. Die fangen dann irgendwann an, für bestimmte Fachbereiche Leute einzustellen. Und bei uns war das dann irgendwann mal so, dass wir gesagt haben: Wir brauchen jemanden für Marketing und Vertrieb. Und in den Vorstellungsgesprächen wurde dann auch immer gefragt: Ja, können wir dann auch kreativ arbeiten und im Marketing was machen?Und wie hoch ist dieser Vertriebsanteil und muss ich da viel telefonieren? Und outbound Leute anrufen oder viele Nachrichten schreiben? Und so weiter... Und wir haben das schön geredet oder kleingeredet und haben gesagt: Ne, ist natürlich ganz viel kreative Arbeit und ganz wenig telefonieren. Und das entsprach aber gar nicht diesem Profil beziehungsweise unserem Engpass. Und da waren wir einfach dann unklar und haben schon in diesen Gesprächen im Prinzip die falschen Leute angezogen, weil wir das nicht klar gemacht haben.

Und eigentlich hätten wir jemanden gebraucht, der ausschließlich Vertrieb macht und gerne telefoniert, gerne in Kommunikation mit Menschen ist, gut mit Ablehnung umgehen kann und vor allem strukturiert Sachen abarbeitet. Und das passt eigentlich dann oft gar nicht zusammen mit einem Arbeitstyp oder mit einem Persönlichkeitsprofil, der total gerne kreativ arbeitet. Und da haben wir im Prinzip beide Dinge so ein bisschen zusammengebracht, also wo wir vermutet haben, das ist für Leute unliebsam (also viel zu telefonieren), plus ich muss die Leute dazu motivieren, dass sie das überhaupt machen, das irgendwie schön reden. Das hat überhaupt nicht funktioniert. Und die Konklusio war: Wir haben uns dann entschieden: Was brauchen wir eigentlich? Brauchen wir jemanden für Marketing und Vertrieb? Oder brauchen wir nur jemanden im Marketing oder im Vertrieb? Und bei uns war es dann: Wir brauchen erstmal nur jemanden im Vertrieb und haben das Thema Marketing dann selbst abgebildet.

Gergely
Genau.
Das ist auch das, was ihr als Chef machen könnt – also erstmal euch erlauben, die Fakten darzustellen.
Also was sind die wirklichen Aufgaben und wenn sich tatsächlich aktuell niemand finden sollte für eine bestimmte Aufgabe: Du kannst dem Team erstmal die Aufgabe vorstellen und fragen wer sie nimmt.

Und wenn sich niemand finden sollte, der oder die das wirklich enthusiastisch macht, dann gilt es erstmal, eine Aufgabe zu bearbeiten. Und das gehört einfach dazu und wenn jemand sich dann bereit erklärt und sagt 'okay gut, also hier Martin beim letzten Mal hast du das gemacht, heute mach ich das', dann kannst du dich auch als Chef dafür bedanken.

Und wenn du dann feststellst, dass keiner die Aufgabe nehmen sollte, dann geht es darum, dass du dann nicht sowas machst wie als Strafe 'okay, jetzt kriegst du die Aufgabe', also sie als Strafe jemandem zuweist, und dich auch nicht zig mal zu entschuldigen, sondern sag einfach: 'Also, mir ist es wichtig, dass wir die Aufgabe bis morgen erledigen. Michael, dann bitte ich dich darum, die Aufgabe zu machen.' Du kannst sie auch einfach zuweisen, ohne dich zu entschuldigen – einfach mit einer menschlichen Empathie und dich auch für die Durchführung der Aufgabe bei Michael, wenn der das in dem Fall macht, bedanken.

Arne
Ja, und wenn du das als Strafe anwendest oder dich dazu zig mal entschuldigst, machst du die Aufgabe dadurch noch unattraktiver. Und damit wird diese Aufgabe auch zum Stigma für die Leute, die vielleicht zukünftig zum Team dazukommen, die diese Aufgabe eigentlich gerne machen. Aber niemand macht gerne etwas, was eigentlich als Strafe dient.
Das ist halt total ungünstig.

Okay, also hinterfrage: Was bedeutet eigentlich unliebsam? Lass das mit dem Motivieren sein. Es gibt für wahrscheinlich jede Aufgabe auf dieser Welt Menschen, die das gerne machen – und es gibt einfach auch Aufgaben, die erledigt werden müssen, und die kann man auch einfach delegieren und sich dafür bedanken.

Arne
Dann hören wir uns im nächsten Podcast wieder. Bis bald, ciao!

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