05:03 Uhr – der Wecker klingelt und ich starte in den Tag.

Wow, ich gebe zu, das klingt unglaublich fies und früh und unfassbar unrealistisch! Aber es funktioniert! Zumindest für mich.

 

 

Ich stehe werktags jeden Morgen um 05:03 Uhr auf. Und ich habe mir hier nicht als Ziel gesetzt, dass ich unbedingt wahnsinnig früh und für manche Menschen mitten in der Nacht aufstehe, sondern viel mehr steht im Fokus, dass ich bewusst mit meiner Zeit umgehen möchte.

 

 

 

Die Idee des frühen Aufstehens

 

 

Als mein erstes Kind vor sieben Jahren auf die Welt kam, realisierte ich, wie unfassbar kostbar jede einzelne Stunde des Tages ist und ich sie vor allem mit den Menschen und den Sachen füllen möchte, die mir wirklich wichtig sind!

 

 

Ich habe angefangen, mich abends neben meine Tochter ins Bett zu legen und in aller Ruhe und ganz bewusst zu lesen. Spätestens um 22 Uhr fallen meine Augen zu und ich schlafe tief und fest. Und so ergibt sich die anfangs unmöglich erschienene Uhrzeit von 05:03 Uhr.
Um das kurz auszurechnen: Ich schlafe um 22 Uhr ein, brauche 7 Stunden Schlaf, das ergibt 05:00 Uhr. Gut, 05:03 Uhr, um genau zu sein.

 

 

Und wenn dann um 05:03 Uhr der Wecker klingelt, habe ich genug Schlaf getankt und genieße die frühen Morgenstunden, in denen ich mir ganz bewusst und ausreichend Zeit für mich und meine Familie nehme. Ich meditiere, mache Sport, schreibe ins Journal und frühstücke danach in Ruhe mit meiner Familie.

 

 

Durch die Morgenroutine habe ich die Möglichkeit, bewusster meine Bedürfnisse zu spüren und sie zu erfüllen – meine Bedürfnisse nach Zeit für mich, nach Zeit mit meiner Familie, nach Bewegung und nach Nähe. Ich habe sie in den ersten Stunden des Tages erfüllt. Und starte vollkommen zufrieden in meinen Arbeitstag, der seit Anfang November um 10 Uhr startet.

 

 

Das klingt jetzt ziemlich perfekt und Richtung Bilderbuch. Ich möchte vorwegnehmen, dass natürlich auch mal Morgen dabei sind, an denen ich müde aufwache oder einfach keine Lust habe. Aber sie sind durch die bewusste Zeit für die Sachen, die mir wirklich wichtig sind, verschwindend gering.

 

 

Durch das frühe Aufstehen gelingt mir eine bessere Balance aus Familie und Beruf – neben dem pünktlichen Feierabend und den bewussten Mittagspausen – und eine bessere Balance aus der Erfüllung meiner privaten und beruflichen Bedürfnisse. Und das fühlt sich sehr, sehr gut an!

 

 

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05:03 Uhr, was machen die 3 Minuten da?

 

 

Und da vielleicht die krumme Uhrzeit 05:03 Uhr immer noch in Deinem Kopf umherschwirrt, löse ich gerne noch das Geheimnis auf. Früher in der Schule bin ich immer zu geraden Uhrzeiten aufgestanden, 6:00 Uhr oder 06:25 Uhr. Meine Frau ist immer zu krummen Uhrzeiten aufgestanden und das fand ich anfangs so super komisch, dass ich es ausprobieren wollte!

 

 

Und jetzt lehrt es mich seit Jahren jeden Tag, jeden Morgen beim Aufstehen, dankbar zu sein. Klingt etwas episch für eine Aufstehuhrzeit, aber es stimmt! Ich lege damit meinen Fokus auf das Unperfekte. Mir wird das Wunderschöne von krummen und schiefen Dingen bewusst und es lässt mich den Perfektionismus loslassen. Wobei Perfektionismus wieder ein neues Thema ist, über das ich gerne ein anderes Mal schreibe.

 

 

 

Die wirklich wichtigen und die weniger wichtigen Dinge

 

 

Mir geht es gar nicht darum, die frühen Morgenstunden als DIE Zeit zu glorifizieren, in der alles möglich ist! Ich weiß, dass nicht jeder Mensch so früh aufstehen kann oder möchte, dass es auch Menschen gibt, die abends ihre goldenen Stunden haben. Und das ist auch vollkommen okay und gut so!

 

 

Ich möchte Dir einen Impuls mit auf den Weg geben, Deinen Alltag einmal zu hinterfragen. Zu überlegen, wie du Deine Zeit verbringst. Zahlen Deine Gewohnheiten wirklich darauf ein, Deine beruflichen und privaten Ziele zu erreichen?

 

 

Hier kann ich Dir eine Gegenüberstellung Deiner wichtigsten Punkte ans Herz legen.Vielleicht helfen Dir dabei die folgenden drei Fragen:

 

  1. Was sind für Dich die wirklich wichtigen Sachen in Deinem Leben?
  2. Was sind die weniger wichtigen Sachen?
  3. Und wie hast Du diese zeitlich in Deinem Tag, in Deiner Woche verteilt?

 

 

Beispielsweise habe ich den Film am Abend durch eine bewusste Morgenroutine und Me-Time eingetauscht, was mir so viel mehr gibt! Statt Unterhaltung am Abend, lernen und Selbstfürsorge am Morgen. Und eigentlich bin ich dadurch viel eher ein Frühzubettgeher als ein Frühaufsteher.

 

 

 

Ganz konkret: Wie sieht meine Morgenroutine aus?

 

 

Nach ungefähr 7 Stunden Schlaf starte ich am Morgen um 05:03 Uhr sehr gerne mit meiner Morgenroutine in den Tag. Diese variiert von Monat zu Monat, je nachdem wie ich den Fokus setze oder was funktioniert/nicht funktioniert hat. Ganz konkret kann diese beispielsweise so aussehen:​​

 

 

  1. Meditieren | für 20 Minuten
  2. Rudern | für 25 Minuten
  3. Aufschreiben: 3 Dinge, für die ich dankbar bin | für 2 Minuten
  4. Aufschreiben: Mein schönstes Erlebnis der letzten Woche | für 2 Minuten
  5. Überprüfe: Wochenziele | für 2 Minuten
  6. Überprüfe & definiere: Top 3 des Tages | für 2 Minuten
  7. One-Word-Barometer (Wie fühle ich mich?) | für 1 Minute

 

 

Ich meditiere und mache Sport, momentan rudere ich super, super gerne! Und ich schreibe mir drei Dinge auf, für die ich dankbar bin. So starte ich mit viel Aufmerksamkeit für meine Bedürfnisse in den Tag und es fühlt sich wundervoll an. Ganz achtsam und bewusst.

 

 

Ansonsten überprüfe ich am Morgen gerne meine Wochenziele und definiere meine Top 3 des Tages. Und das ist für mich super hilfreich, weil ich dann Klarheit habe und so meinen Fokus auf die wirklich wichtigen Arbeitsthemen richten kann.

 

 

Danach schreibe ich auf, wie ich mich heute fühle, sehr gerne zusammengefasst in nur einem Wort. Es hilft mir, mein Wohlbefinden nicht nur in "gut" und "nicht gut" einzuteilen, sondern zu spüren, welche der vielen Facetten ich gerade fühle.

 

 

Und wenn Du eine Routine von mir als Inspiration aufgeschnappt hast, hinterfrage sie gerne, probiere sie aus und nimm sie in Deinen Alltag auf. Oder eben auch nicht. Es ist wichtig, dass alle ihren ganz eigenen Weg gehen und, dass für jeden und jede ganz eigene Routinen funktionieren. Für den einen ist es am Abend das Mitsingen mit der Lieblingsband und für die andere ist es der Sport am Morgen, wahlweise auch mit Gesang.

 

 

Es sind solche kleinen Routinen, die es zumindest mir erleichtern, meine Zeit bewusst zu nutzen und mir vor allem Zeit für die wirklich wichtigen Sachen in meinem Leben zu nehmen, für meine Familie, für mich und beruflich für den Aufbau von MINDSET MOVERS.

 

 

Ich bin ein Frühaufsteher oder besser gesagt ein Frühzubettgeher, um mehr Zeit für die wirklich wichtigen Sachen in meinem Leben zu haben!

 

 

Was sind für Dich die wirklich wichtigen Sachen?

Und nimmst Du Dir ganz bewusst mehr Zeit dafür?

 

 

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Kein Ratgeber, keine Anleitung, nur ein paar Gedanken zum Thema Du selbst sein und wieso das Selbstbewusstsein dann von ganz alleine kommt.

 

 

Das mit dem Selbstbewusstsein ist schon eine komische Sache. Wir alle sollen möglichst viel davon haben. Antrainiert wird uns allerdings viel mehr ein Pflichtbewusstsein als ein Selbstbewusstsein. Das hier soll sicherlich kein trashiger Ratgeber sein. Hier gibt’s keine „10 einfachen Tipps für mehr Selbstbewusstsein“ und keine magische Formel mit Soforteffekt. Ich werde Dir nicht erzählen, dass Du Dich Deinen Ängsten stellen, einmal am Tag meditieren und morgens kalt duschen sollst. Stattdessen biete ich Dir etwas anderes an: eine neue Perspektive. Ein kleiner Denkanstoß, der Deine Haltung ändern und Dein Selbstbewusstsein stärken kann. Und wenn das alles für Dich nicht funktioniert, kannst Du ja immer noch kalt duschen und meditieren. Namaste.

 

 

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Selbstbewusst der Pflicht bewusst

 

 

Als Kinder kannten wir keine Regeln und Grenzen. Wir taten, was wir tun wollten und sagten, was wir eben zu sagen hatten. Wir haben uns und die Welt gerade erst kennengelernt. Es gab so Vieles zu entdecken und auszuprobieren, da war uns die Meinung der anderen herzlich egal. Wir hatten ja keine Ahnung, was noch alles auf uns zukommen wird.

 

 

Es hat einige Jahre gedauert und plötzlich waren wir schon mittendrin. Nach und nach haben wir uns in das Regelsystem um uns herum eingegliedert. Wir haben gelernt, wie wir uns in verschiedenen Situationen zu verhalten haben, was wir sagen können, was wir lieber für uns behalten sollten. Uns wurde beigebracht, uns anzupassen und mit dem Strom zu schwimmen. Bloß nicht „negativ“ auffallen, bloß nicht aus der Reihe tanzen. Von der ganzen Welt wurden wir so sehr darauf trainiert, Erwartungen zu erfüllen. Und wir haben ziemlich schnell verstanden, dass Erwartungen erfüllen „gut“ ist und Erwartungen nicht erfüllen „schlecht“.

 

 

Taten wir, was andere wollten – unsere Familie, Lehrer, Freunde usw. – wurden wir belohnt. Haben wir diese Erwartungen gecrasht, wurden wir bestraft. Das ist immer und immer wieder passiert. Und es passiert heute noch. So oft, bis wir ständig und immerzu eigentlich nur noch eines tun: es anderen recht machen. Dann sind wir nicht mehr wir selbst. Dann spielen wir nur eine Rolle. Und in der Tat – diese Rollen spielen wir wirklich ausgezeichnet. Schon bald denken wir gar nicht mehr über sie nach. Sie gehören einfach zu unserem Leben dazu. Wir werden eins mit ihnen. Wir sind ihr Schnittpunkt. Aber sind wir das wirklich?

 

 

Und jetzt stellt sich die Frage: Wie viel Selbstbewusstsein können wir überhaupt haben, wenn wir eigentlich nie wir selbst sind? Wenn wir uns immer nur die größte Mühe geben, die Erwartungen der anderen zu erfüllen? Wenn wir in den entscheidenden Momenten nicht unsere Meinung sagen, weil wir die Harmonie nicht stören wollen. Wenn wir uns im Büro verstellen, weil wir ein bestimmtes Bild abgeben wollen. Wenn wir Gefühle nicht zeigen, weil wir sie für unangebracht halten. Wenn wir Ideen nicht laut aussprechen, weil wir befürchten, anzuecken oder zu versagen.

 

 

Wenn wir aus Höflichkeit zu Veranstaltungen gehen, zu denen wir gar nicht gehen wollen und über Witze lachen, die wir nicht lustig finden. Wir alle tun diese Dinge, manchmal mehr, manchmal weniger. Es gibt immer wieder Situationen, in denen wir aus tiefster Überzeugung meinen, nicht wir selbst sein zu dürfen. Das führt zu einer Identitätskrise. Einem Konflikt mit uns selbst. Sich zu verbiegen macht unglücklich. Und es macht alles andere als selbstbewusst.

 

 

 

Sich über sich SELBST BEWUSST SEIN

 

 

Selbstbewusstsein - das ist das Bewusstsein über mich selbst. Es impliziert ein Bewusstsein darüber, wer ich in der Vergangenheit war, wer ich gerade bin und wer ich in Zukunft sein möchte – mit allem was dazu gehört. Durch Reflexion und Beobachtung unseres eigenen Verhaltens, unserer Gedanken und Bedürfnisse erlangen wir dieses Bewusstsein. Es geht um die Frage: Wer bin ich? Zugegeben - eine schwierige Frage. Aber eines steht fest: Wir können sie nicht beantworten, wenn wir nie wir selbst sind.

 

 

Wenn ein Großteil unserer Handlungen und Verhaltensweisen von außen getrieben ist, anstatt von innen. Wenn wir uns ständig nur anpassen und tun, was andere erwarten. Wie sollen wir uns da über uns selbst bewusst sein? Denn Selbstbewusstsein hat eine physische Ebene: unserem inneren Bild von uns selbst muss in der äußeren Welt Ausdruck verliehen werden. Es existiert nicht, solange wir es nicht verwirklichen, solange wir es den anderen nicht zeigen. Erst wenn wir das tun, können wir ein Bewusstsein über uns erlangen. Erst dann können wir selbstbewusst sein.

 

 

 

Zuerst bist Du Du selbst. Dann kommt das Selbstbewusstsein.

 

 

Daher mein gut gemeinter Rat: Du hast zwei Mittelfinger, benutze sie. Es gibt so viele Menschen auf der Welt, Du kannst es nicht allen recht machen. Und schon gar nicht kannst Du jedem gefallen. Wichtig ist, dass Du Dir selbst gefällst, dass Du für Dich selbst einstehst, dass Du Dir erlaubst, Du selbst zu sein.

 

 

Dabei geht es nicht darum, rücksichtslos und arrogant zu sein und ohne einen Gedanken an Deine Mitmenschen Dein eigenes Ding durchzuziehen. Konfuzius hat das schon vor ein paar tausend Jahren erkannt: "Der edelgesinnte Mensch ist selbstbewußt, doch nicht hochmütig. Der gewöhnliche ist hochmütig, doch nicht selbstbewußt".Du darfst auf Dich, Deine Bedürfnisse, Deine Impulse, Deine Wünsche und Gefühle hören. Du darfst Deine Freiheit und Dein Recht auf Selbstbestimmtheit leben. Du darfst auf wertschätzende und respektvolle Weise sagen, was Du denkst, wie Du Dich fühlst und was Du brauchst. Du darfst Du sein.

 

 

Wir leben mittlerweile in einer Zeit, in der wir all das tatsächlich dürfen. Dieses Privileg können wir nutzen. Du musst Dich nicht verstellen. Du musst niemandem etwas vorspielen. Weder Deinen Kollegen noch Deinen Liebsten. Das tut keinem gut, nicht Dir und nicht den anderen. Wenn Dein Leben nicht mehr fremdbestimmt, sondern selbstbestimmt verläuft, wirst Du ein Bewusstsein von Dir selbst bekommen. Von dem, was Du bist, was Du willst und was Du kannst. Und plötzlich wirst Du merken, dass die Sache mit dem Selbstbewusstsein gar nicht mehr so schwer ist.

 

 

Wir müssen nicht kalt duschen und meditieren, um das Selbstbewusstsein aufzubringen, wir selbst zu sein. Nein, es ist genau andersrum: Wir müssen einfach nur wir selbst sein und dann kommt das Selbstbewusstsein von ganz alleine.

 

 

Genauso dürfen wir den anderen die Freiheit geben, sie selbst zu sein. Wenn wir alle aufhören, einander zu verurteilen, dann verurteilt uns auch niemand mehr. Dann können wir alle selbstbewusst die sein, die wir eben sind. Dann können wir uns selbst immer besser kennenlernen, uns ausprobieren, dazulernen, Fehler machen.

 

 

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Ein kurzer Text für alle leidenschaftlichen Visionäre und Idealisten, die es kaum erwarten können, endlich ihre Träume und Ziele zu erreichen.

 

 

 

 

Im Leben durchlaufen wir viele verschiedene Stationen. Haben wir ein Ziel erreicht, wartet auch immer schon das nächste auf uns. Und so hangeln wir uns dann durch den Alltag – von Ziel zu Ziel. Aber wo hangeln wir uns da eigentlich hin? Wo kommen wir an? Und fühlt sich das überhaupt gut an? Also das Hangeln? Oder würden wir, wenn wir mal ganz ehrlich sind, lieber loslassen und zu Fuß weitergehen? Und vielleicht zwischendurch irgendwo ein Eis essen. Oder einen Froyo... oder beides

 

?Für alle, die auch Bock auf einen Froyo haben, gibt es hier ein paar Gedanken zum Thema Ziele erreichen, wieso sich das oft so schwer anfühlt und warum das Ziel dabei vielleicht gar nicht so wichtig ist, wie wir immer denken.

 

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Der Wunsch nach MEHR

 

Es ist schon irgendwie schräg. Den meisten von uns fehlt es im Leben eigentlich an nichts. Wir haben schließlich alle mehr als genug. Geleistet und erreicht haben wir schon viel, genügen tut uns das trotzdem nicht. Denn noch ist unser Leben nicht komplett. Wir sind erst vollständig, wenn wir dieses und jenes noch erreicht haben. Und haben wir dieses und jenes dann erreicht, muss eben wieder etwas Neues her.

 

Und da sind wir dann also. Jagen ein Ziel nach dem anderen, wollen immer weiterkommen, immer mehr, immer höher, immer besser. Zufrieden sind wir noch lange nicht und ausruhen werden wir uns ganz sicher nicht. Stattdessen haben wir Vision Boards und Bucket Lists: wir fahren die harten Geschütze auf, um sicherzustellen, dass wir auch ja immer daran erinnert werden, was uns alles noch so fehlt – also zu unserem ganz großen Glück, meine ich.

 

Unser Ziel, der anzustrebende Endzustand verspricht uns dabei immer ganz besonders gute Gefühle. Er verspricht uns ein besseres Leben, ein neues Ich. Wir sind Idealisten und unser Ziel bringt uns unseren Idealen näher. Und haben wir unser Ziel dann erst einmal erreicht, wird danach alles besser werden – da sind wir uns sicher.

 

 

Wenn das Zieleerreichen zur Pflicht wird.

 

Dieses ständige Streben nach mehr wird uns schon von klein auf beigebracht. Wir wachsen mit einem Bewusstsein für Ziele und Leistung auf. Unser „Erfolg“ bestimmt unseren Wert. Unsere persönliche Leistung bestimmt, wie viel Anerkennung wir von anderen bekommen. Leistungsgesellschaft – so nennt man das. Wer keine Ziele hat, der macht nichts aus seinem Leben.

 

Aber auf diese Weise wird das Zieleerreichen schnell zur Pflicht und unsere Motivation schnell zum Pflichtbewusstsein. Und wenn der Weg, der zu unserem Ziel führt, nur aus Pflichtbewusstsein gegangen wird, dann wird er keinen Spaß machen. Dann wird er wehtun. Dann wird er zur Last und zur Anstrengung. Und wenn dann also jeder Schritt schmerzt, dann werde ich meinen Blick immer starr aufs Ziel richten: DA will ich hin. Zähne zusammenbeißen, durchhalten, bald bin ich da. Im Kopf immer im Morgen, nie im Hier und Jetzt.

 

Und haben wir die Ziellinie dann endlich überquert, wartet dort meist mit wehenden Fahnen die ernüchternde Erkenntnis auf uns. Denn irgendwie fühlt sich ja alles immer noch genauso an wie vorher. Dabei haben wir doch so sehr die Zähne zusammengebissen, nur um plötzlich festzustellen, dass wir immer noch die Alten sind und unser Leben immer noch das Gleiche.

 

Dieses Hochgefühl, der Rausch, den wir uns erhofft haben, der war auch kurz da. Der stand direkt neben der Zufriedenheit. Und die hat uns sogar kurz in dem Arm genommen, weil wir so tapfer waren und so ehrgeizig. Aber so schnell, wie diese Gefühle gekommen sind, sind sie auch wieder gegangen. Was dann übrig bleibt, ist nur noch das Ende – das Ende eines Prozesses. Und wie schade, dass wir uns diesen Prozess so schwer gemacht haben.

 

Aus der Freude darüber, unser Ziel erreicht zu haben, wird dann schnell eine Erleichterung, dass es endlich vorbei ist und wir uns kurz ausruhen können, bevor wir wieder anfangen, das nächste Ziel zu jagen.

 

 

Die kleine Dosis Leichtigkeit

 

Worauf ich also hinaus will – in dieser lauten und schnellen Welt, in der wir leben, vergessen wir manchmal, aus unserem Hamsterrad hervorzugucken. Natürlich haben wir alle unseren Alltag. Und natürlich haben wir alle auch irgendwo unsere Ziele und Absichten. Aber wie wäre es denn, wenn wir unseren Fokus mal verschieben könnten – weg vom Ziel da ganz hinten, hin zu diesem Augenblick hier und jetzt gerade. Wie fühlt sich das an? Ist es leicht oder schwer? Genau hier können wir ansetzen, uns reflektieren und unsere Ziele hinterfragen.

Das, was wir uns immer vom Ziel versprechen, diese große Hoffnung auf Veränderung und Zufriedenheit, vielleicht finden wir ja all das gar nicht hinter der Ziellinie, sondern auf dem Weg dorthin. Vielleicht geht es ja viel mehr darum, diesen Weg achtsam zu gehen.

 

Wir Menschen machen es uns manchmal so schwer. Wir nehmen das Leben so dermaßen ernst, dabei hat doch eigentlich niemand von uns eine Ahnung, wofür wir überhaupt hier sind. Es kann sich jeden Tag alles Schlag auf Schlag ändern. Jeder Moment ist wertvoll und doch verbringen wir unsere Zeit damit, diszipliniert zu sein und auf eine bessere Zukunft zu hoffen.

 

Uns wurde beigebracht, das Ziel wäre wichtiger als der Weg. Aber ich bin der Meinung, wir sollten uns das "Der Weg ist das Ziel"-Wandtattoo, das bei unserer Tante im Flur neben dem "Carpe Diem"-Schlüsselbrett klebt, wirklich mehr zu Herzen nehmen. Denn wenn dieser Weg uns Freude macht, dann werden wir wie von allein einen Fuß vor den anderen setzen und schon irgendwann an unserem Ziel ankommen.

 

Aber viele Wege führen nach Rom. Und manchmal wird aus Rom auch Palermo und aus einem Roadtrip eine Bootstour. Und wenn wir dann noch einen kleinen Abstecher nach Sardinien machen, lernen wir dort vielleicht die Liebe unseres Lebens kennen. Dann tanzen wir in einer Strandbar die ganze Nacht durch, bis unsere Füße wehtun und haben am nächsten Morgen einen Höllenkater, der sich aber mal so richtig gelohnt hat.

 

Und wenn ich dann da so sitzen würde am Strand und mir die Sonne ins Gesicht scheint, dann würde ich jedenfalls erstmal einen Froyo essen gehen.

 

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Vorurteile hat jeder. Sie degradieren andere und schränken unsere Perspektive ein. Ein Blick darauf, woher Vorurteile kommen, könnte dabei helfen, anderen Menschen offener gegenüber zu treten. Und das können wir wirklich gebrauchen.

 

 

Und in welche Schublade gehörst Du? Wir sind absolute Profis, wenn es darum geht, uns vorschnell ein Urteil über andere zu bilden. Unsere Schubladen öffnen und schließen sich so schnell und so leise, dass wir es meistens nicht mal merken. Das ist okay. Schließlich sind wir alle nur Menschen und machen das auch nicht ohne Grund. Vorurteile können aber auch schnell ziemlich übel werden. Vielleicht hilft dieser Artikel dabei, Vorurteile ein bisschen besser zu verstehen und den eigenen Umgang mit ihnen achtsam und reflektiert zu beobachten. Das wäre nämlich mal ziemlich cool.

 

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Wie entstehen Vorurteile? In diese Frage hat sich die Vorurteilsforschung wirklich reingekniet. Von Theorien, die hauptsächlich Sozialisationsprozesse unter die Lupe nehmen*(1, 2) über Modelle, die Vorurteile mit kognitiven Abläufen begründen*(3, 4) bis hin zu Ansätzen, die auf kollektive Zuordnungs- und Abgrenzungsprozesse verweisen *(5, 6, 7), hat die Wissenschaft nahezu jeden Bereich abgedeckt.

 

 

Um diese Ansätze soll es in diesem Text nicht gehen. Wer sich für sie interessiert, findet unten die entsprechende Literatur. Dieser Artikel soll Dir einen neuen Blickwinkel anbieten. Denn die meisten sind in ihrem Alltag eher unachtsam für tiefsitzende Glaubenssätze. Das ändern wir heute.

 

 

 

Wieso haben wir Vorurteile?

 

 

Das Wort „Vorurteil“ ist eher negativ behaftet, oder? Sehen oder hören wir es, assoziieren wir damit meist etwas Schlechtes. Durch diesen normativen Charakter rückt allerdings die Tatsache in den Hintergrund, dass Vorurteile nicht zwangsläufig negativ sein müssen und außerdem für unseren Alltag extrem wichtig sind.

 

 

Was ist damit gemeint? Dazu müssen wir ein bisschen ausholen und erst einmal klären, was genau soziale Wahrnehmung ist und wie sie funktioniert.

 

 

 

Soziale Wahrnehmung:

 

 

Um uns einen Eindruck von einer bestimmten Situation und den Menschen darin zu verschaffen, steht uns immer eine Masse an Eindrücken und Informationen zur Verfügung. Welche davon wir filtern, wie wir diese kombinieren, integrieren und interpretieren - dieser Prozess ist soziale Wahrnehmung*(8).

 

 

Unsere Wahrnehmung ist durch 3 wichtige Merkmale*(9) charakterisiert, über die sich jeder bewusst sein sollte:

 

 

Selektivität: Wir nehmen niemals die volle Komplexität unserer Lebenswelt wahr, sondern immer nur einen kleinen Ausschnitt davon.

 

Subjektivität: Jeder von uns sieht die Welt durch seine eigenen Augen und erfährt die Dinge um sich herum daher auf eine einzigartige Weise.

 

Inferenz: Ein beobachtetes Merkmal verweist in unseren Köpfen in der Regel auf ein anderes Merkmal.

 

 

Dieses Wissen behalten wir jetzt im Hinterkopf und gehen noch tiefer rein: Unsere soziale Wahrnehmung kann nämlich auf zweierlei Weise erfolgen: automatisch und unbewusst oder kontrolliert und bewusst*(9).

 

 

Die meiste Zeit über denken wir unbewusst. Mechanisch und mühelos nehmen wir den ganzen Tag lang Bilder aus unserer Umwelt auf und ordnen diese den Schemata zu, die wir im Laufe unseres Lebens abgespeichert haben. Wird ein Schema zu einem bestimmten Eindruck aktiviert, stellt es uns die "passenden" Informationen zur Verfügung. So wissen wir ganz genau, was in der jeweiligen Situation zu tun ist, wie wir uns zu verhalten und was wir zu sagen haben.

 

 

Gibt mir jemand ein mit Papier und Schleife verziertes Päckchen, weiß ich in Millisekundenschnelle: Da gibt mir jemand gerade ein Geschenk und ich sollte mich bedanken. Bin ich im Supermarkt an der Kasse und sehe eine Person, die meine Artikel übers Band zieht und ein Namensschild trägt, weiß ich: Das ist ein*e Kassierer*in. Ich sage freundlich „Guten Tag“, zahle den verlangten Betrag, packe meine Sachen ein und verabschiede mich. Ich beschränke die Kommunikation auf ein Minimum, weil ich genau weiß, dass es in dieser Situation nicht angebracht ist, ein Gespräch über den Sinn des Lebens anzufangen.

 

 

Heißt: Ich habe ein Bild aufgenommen, die passenden Schemata wurden aktiviert und ich konnte die Situation sofort einordnen und mein Verhalten anpassen. Das alles sind Vorurteile. Oder eher Vorannahmen. Ich brauche sie, um meinen Alltag zu meistern. So kann ich die Komplexität der unzähligen täglichen Eindrücke leichter verarbeiten. Erst so wird soziale Interaktion überhaupt möglich.

 

 

Stoßen wir allerdings mit diesem automatischen Denken an unsere Grenzen, wird das bewusste Denken aktiviert. Dieses ist mit einem viel höheren Energieaufwand verbunden und nimmt wesentlich mehr Zeit in Anspruch. Es kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn Situationen völlig unbekannt sind oder das automatische Denken in Frage gestellt wird. Also dann, wenn ich eine Erfahrung mache, die zu keinem meiner Schemata passt. In diesem Fall stellen wir den Autopiloten ab und schalten unsere kontrollierte Wahrnehmung ein, mit deren Hilfe es uns gelingt, Situationen und eigene Gedanken zu reflektieren, uns ein umfassendes Bild zu verschaffen und fehlerhafte Annahmen zu korrigieren.

 

 

 

Vorurteile - Wie entstehen sie?

 

 

Vorurteile schleichen sich vor allem dann ein, wenn ich auf Autopilot schalte und meine Gedankengänge nicht reflektiere. Aber wieso habe ich überhaupt diese Schemata in meinem Kopf? Woher kommt das?

 

 

Kurz und knapp: Von außen. Im Laufe meines Lebens bekomme ich all diese Informationen, die ich feinsäuberlich sortiert und in meinen Schubladen abgelegt habe, auf ganz unterschiedlichen Kanälen vermittelt. Die Denkmuster und Glaubenssätze, die ich in mir trage, mein gesamtes Wissen habe ich mir im Austausch mit meiner Umwelt angeeignet.

 

 

Das allein wäre aber zu einfach. Vorurteile greifen noch viel tiefer. Sie hängen nämlich ganz zentral mit unseren Vorstellungen von "Normalität" zusammen. Denn wir alle haben durch den Kontext, in dem wir aufgewachsen sind bestimmte „Normalitätsvorstellungen“ bezüglich des Aussehens und Verhaltens der anderen entwickelt.

 

 

Diese vermeintliche Normalität beherrscht unseren Alltag. Sie zieht still und heimlich im Hintergrund die Fäden und bestimmt grundlegend, wie wir über andere denken.

 

 

Die körperlichen Merkmale und Verhaltensweisen, die wir aus unserem Umfeld kennen sind „normal“. Diesen Glaubenssatz hinterfragen wir nicht. Wir bemerken ihn nicht mal. Und zwar so lange bis das "Normale" durchbrochen wird. Das passiert immer dann, wenn wir Merkmale oder Verhaltensweisen bei anderen wahrnehmen, die nicht in unser Bild von "Normalität" passen.

 

 

Genau diese Merkmale und Verhaltensweisen rücken dann sofort in den Fokus unserer Aufmerksamkeit. Wir wollen die „Normalität“ wiederherstellen und fangen an, in unseren Schubladen nach Informationen zu kramen. Jetzt kicken unsere Vorurteile so richtig rein. Automatisch und unbewusst drücken wir unserem Gegenüber den ersten Stempel auf, den wir finden können. Dabei hängen wir uns an diesem einen Merkmal oder dieser einen Handlung auf, aktivieren die Schemata, die wir dazu haben und ZACK – Plötzlich wissen wir alles, was wir wissen müssen. Denken wir zumindest. Meist belassen wir es dabei. Es kommt uns nur selten in den Sinn, diesen Prozess zu reflektieren.

 

 

Auf diese Weise werden Vorurteile einfach legitimiert. Tiefsitzende Glaubenssätze darüber, bestimmte körperliche oder soziale Merkmale würden mit irgendwelchen Charaktereigenschaften zusammenhängen, sind giftig. Dieses "Wissen" ist uns in den allermeisten Fällen nur von der Gesellschaft eingetrichtert worden oder auf nur sehr unzureichende Erfahrungen zurückzuführen.

 

 

Vorurteile machen uns das Leben einfach. Vor allem aber schützen sie unser Weltbild. Denn das ist es, was passiert, wenn jemand andere Dinge tut oder anders aussieht, als wir es gewohnt sind: Es greift unser Weltbild an. Es lockt uns aus unserer Komfortzone heraus, fordert uns auf, unsere Perspektive zu erweitern. Es zeigt uns, dass unsere Realität nicht die einzige ist und es da draußen unzählige Möglichkeiten gibt. Das ist anstrengend und macht uns Angst. Wir wollen in unserem kuscheligen Alltag nur ungern gestört werden. Aber schauen wir ab und an mal über unseren Tellerrand hinaus, merken wir vielleicht, dass unser Weltbild gar nicht angegriffen, sondern erweitert wird. Menschliche Vielfalt ist etwas Gutes.

 

 

Und ja, andere labeln zu wollen ist ganz "normal". Aber es ist eben entscheidend, wie wir damit umgehen. Wir haben die Fähigkeit zum bewussten Denken. Die sollten wir nutzen. Beobachte Deine Gedankengänge achtsam. Hinterfrag Dich und Deine Glaubenssätze. Mach dir bewusst, wie viel davon Du einfach aus Deiner Bubble übernommen hast und denk daran, dass Deine Wahrnehmung subjektiv und selektiv ist. Sei offen für Erfahrungen, die im Gegensatz zu dem stehen, was du bereits kennst und erweitere Deine Schemata jeden Tag. Dann gehen wir liebevoller mit den Menschen um und diese gehen liebevoller mit uns um. Dann können wir ganz wir selbst sein und andere können das auch.

 

 

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Quellen:

 

*(1) vgl. Adorno, Theodor W./ Frenkel‐Brunswik, Else/ Levinson, Daniel J./ Sanford, R. Nevitt (1950): The authoritarian personality. New York: Harper.

 

*(2) vgl. Altemeyer, Bob (1998). The other ‘authoritarian personality’. In: Advances in experimental social psychology. Jg. 30. San Diego, CA: Academic Press.

 

*(3) vgl. Tajfel, Henri/ Wilkes, A. L. (1963): Classification and Quantitative Judgement. In: British Journal of Psychology. Jg. 54. Heft 2. New Jersey: Wiley-Blackwell.

 

*(4) vgl. Hamilton, David L./ Gifford, Robert K. (1976): Illusory correlation in interpersonal perception: A cognitive basis of stereotypic judgments. In: Journal of Experimental Social Psychology. Jg. 12. Heft 4. Amsterdam: Elsevier.

 

*(5) vgl. Sherif, Muzafer/ Harvey, O. J./ White, B. Jack/ Hood, William R./ Sherif, Carolyn W. (1961): Intergroup cooperation and competition: The Robbers Cave experiment. Norman, OK: University of Oklahoma.

 

*(6) vgl. Runciman, Walter Garrison (1966). Relative deprivation and social justice: A study of attitudes to social inequality in twentieth‐century England. London: Routledge & Kegan Paul.

 

*(7) vgl. Marques, José M./ Yzerbyt, Vincent Y./ Leyens, Jacques‐Philippe (1988): The ‘Black Sheep Effect’: Extremity of judgments towards ingroup members as a function of group identification. European Journal of Social Psychology, Jg. 18. Heft 1. UK: John Wiley & Sons.

 

*(8) vgl. Werth, Lioba/ Denzler, Markus/ Mayer, Jennifer (2020): Sozialpsychologie – Das Individuum im sozialen Kontext. Springer, Berlin, Heidelberg.

 

*(9) vgl. Johann, Thomas/ Buchholz, Holger (2011): Soziale Wahrnehmung I: Wie beurteilen wir unsere Umwelt? In: Johann, Thomas (Hrsg.): Mitarbeiter erfolgreich führen. Psychologische Grundlagen und praktische Beispiele. Wiesbaden: Gabler Verlag/ Springer.

 

*(10) vgl. Pates, Rebecca/ Schmidt, Daniel/ Karawanskij, Susanne/ Liebscher, Doris/ Fritzsche, Heike (2010): Antidiskriminierungspädagogik. Konzepte und Methoden für die Bildungsarbeit mit Jugendlichen. Wiesbaden: VS Verlag.

 

 

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Bremst die Verbeamtung den Wandel des Schulsystems?

 

 

01:16 Arne: Ich habe darüber nachgedacht, ob es sinnvoll ist, dass Lehrer verbeamtet sind. Dadurch werden die Lehrer so sehr im System festgehalten, dass sie im Zweifel nicht bereit sind, diesen Schuldienst zu verlassen, selbst wenn sie sich dort nicht mehr wohlfühlen. Was ist Deine Meinung dazu?

 

 

Jamila: […] Das ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits finde ich es natürlich wichtig, dass Lehrer ihre Anerkennung bekommen. Alle Eltern, die Homeschooling gemacht haben, haben gemerkt, dass dieser Job es in sich hat. Idealerweise ist es eine Berufung, der Du Dich stellst, wenn Du Lehrer wirst. Wenn Du nicht mit Herzblut dabei bist, kann das zu einer Last werden. Wenn Lehrer Vorbilder sind, aber eigentlich keine Lust auf die Schüler haben, ist das nicht sinnvoll. Es ist super schade, dass so ein Konzept wie die Verbeamtung einen dann festhält. Aber ich glaube, das ist nicht nur ein Lehrerproblem, sondern das ist eigentlich immer so. Wenn du in einem Job bist, mit dem du unzufrieden bist, aber der Gehaltscheck stimmt, dann musst du aus dir heraus einen Schritt wagen. Umso bequemer dir das Nest als Beamter gemacht wird, desto schwerer ist es natürlich daraus zu kommen […].

 

 

 

Neues Schulsystem: Herausforderung & Verantwortung - Das sind doch keine Schulfächer?!

 

 

05:27 Arne: Ich kann mir auch vorstellen, dass es bei einem anderen System viel mehr Spaß macht, Lehrer zu sein. Es gibt zwei besondere Fächer, die an Deiner Schule unterrichtet wurden, nämlich das Fach Herausforderung und das Fach Verantwortung. Erzähle uns von diesen beiden Fächern, wie dort gelernt wird und wie ein Lernumfeld gestaltet wird, in dem sich junge Menschen entfalten und entwickeln können.

 

 

Jamila: […] Das Motto unserer Schule war Folgendes: Mindestens 30 Prozent der gesamten Schulzeit findet im Leben statt. Du lernst nicht nur in der Schule, sondern vor allem in der Welt. Darum waren diese Fächer ein integriertes Tool. Im Fach Verantwortung ging es grundsätzlich darum, Verantwortung zu übernehmen. Das war unglaublich vielfältig und Du konntest frei wählen, was Du machen wolltest, z.B. in der Kita, in einer sozialen Einrichtung oder selbstständig arbeiten. Dieses Projekt haben wir schon in der siebten, achten Klasse gemacht und wir haben dadurch gelernt, dass man etwas in der Gesellschaft bewirken kann. Das war eine schöne Lernerfahrung […].

 

 

 

Neues Schulsystem: Verantwortung übernehmen beginnt in der Kindheit

 

 

09:50 Arne: Wie wird an dieser Schule sichergestellt, dass Kinder Verantwortung für sich selbst übernehmen? Das ist das, was wir in der Gesellschaft brauchen. Wir müssen weg von dem Opfer-Standpunkt, in dem alle anderen schuld sind, und hin zu einem Mindset, bei dem ich Verantwortung für meine Ergebnisse übernehme.

 

 

Jamila: […] In der normalen Schule wird Dir die Eigenverantwortung regelrecht aberkannt. Da ist es manchmal bequem, den anderen die Schuld zu geben. Es geht aber eigentlich vielmehr darum, ohne Schuldzuweisung Lösungen für Herausforderungen zu finden. Dasselbe gilt auf persönlicher Ebene. Die Verantwortung fängt bei Dir selber an!

 

 

 

 

Bei meiner Schule bin ich morgens in die Schule gekommen und musste erstmal selber entscheiden, in welchem Fach ich jetzt etwas tue. Es gab entsprechende Räume und Materialien, aber es lag in der eigenen Verantwortung, sich eigenständig zu entscheiden und loszulegen. Man hat einen Plan gemacht, Ziele gesetzt, Feedback bekommen. Ich habe gelernt, wie ich mein eigenes Leben manage und meine eigenen Ziele finde und erreiche. Man konnte machen, was man will, solange man die Verantwortung dafür übernommen hat.

 

 

Es ist aber auch wichtig, sich in seiner Verantwortung Hilfe zu holen, wenn man selbst nicht weiterkommt. Die Grundannahme der Schule ist, dass jedes Kind großartig ist. Es gibt keine Kinder, die blöd und unfähig sind! Es muss einen Grund haben, warum ein Kind Mathe hasst oder andere Kinder stört. Aber es bringt nichts, Kinder zurecht zu stutzen, denn das bewirkt eher eine Verschlimmerung der Situation, weil sich das Kind nicht wertgeschätzt fühlt […].

 

 

19:48 Arne: Das ist eine gute Vorannahme, die sehr bedeutsam ist, um so ein Schulkonzept überhaupt leben zu können. Ich muss in dem Vertrauen sein, dass alle großartig sind und dass alle ein Potenzial haben.

 

 

Jamila: […] Es ist aber auch wichtig, genau das für sich selbst zu lernen.

 

 

Wenn Du darauf vertraust, dass Du ein unbegrenztes Wesen bist, das unfassbar viel leisten kann, dann tust Du es einfach und denkst nicht viel darüber nach. Ansonsten limitierst Du Dich von Anfang an.

 

 

Wir haben einen Glaubenssatz in uns und suchen permanent nach Bestätigung. Deswegen ist diese Grundannahme, dass die Schüler großartig sind, extrem wichtig. Die Schule prägt deine Einstellung und Haltung, nicht nur dein Wissen […].

 

 

25:54 Arne: Du hast vorhin über das Fach Verantwortung gesprochen. Gab es dieses Fach in jedem Schuljahr? Und wieviel Zeit habt Ihr darauf verwendet?

 

 

Jamila: […] Das war einmal die Woche für zwei Jahre. Es ging in der siebten und achten Klasse jeweils ein Jahr lang. Mittlerweile wurde es bis zur zehnten Klasse erweitert, sodass man vier Projekte machen kann [...].

 

 

 

Neues Schulsystem: Herausforderungen meistern muss gelernt sein

 

 

Jamila: [...] Das zweite Fach ist Herausforderung. Wir suchen uns eine selbstgewählte Herausforderung, meistens in der Gruppe, und haben folgende Rahmenbedingungen: Wir bekommen drei Wochen nach den Sommerferien Zeit, um diese Herausforderung zu meistern. Wir müssen außerhalb von Berlin sein und dürfen in diesen drei Wochen nicht mehr als 150 Euro verwenden. Von der Verpflegung und Unterkunft über die Fahrtkosten und alles, was noch anfallen könnte, müssen wir mit 150 Euro auskommen. Man macht dieses Projekt in der achten, neunten und zehnten Klasse. Dadurch lernt man, dass nicht immer alles nach Plan läuft und sich trotzdem immer für jedes Problem eine Lösung findet […].

 

 

 

 

30:38 Arne: Erzähle uns bitte von Deinen drei Herausforderungen.

 

 

Jamila: […] Bei meiner ersten Herausforderung war ich mit einer Gruppe von drei Jungs unterwegs. Wir wollten von Berlin an die Ostsee wandern. Es muss zusätzlich aus sicherheitsrechtlichen Gründen eine volljährige Person mit dabei sein, wenn man nicht an einem festen Ort ist. Wir haben uns eine Route gesucht und haben entschieden, an Häusern zu klingeln und im Garten zu übernachten. Wir haben sehr freundliche Menschen kennengelernt und wurden überall mit offenen Armen empfangen. Das Ziel wurde am Ende erreicht und das war ein schönes Gefühl. Ich war unglaublich stolz! Nach diesem Projekt folgen immer eine Reflexionswoche und ein großes Fest, in dem wir alles präsentieren, was wir gemacht haben […].

 

 

35:12 Arne: Was hast Du in dem Jahr darauf gemacht?

 

 

Jamila: [...] Im nächsten Jahr habe ich mich als Reitlehrerin probiert. Ich war mit einer Freundin zusammen auf einem Reithof und wir haben die Schulklassen dort unterrichtet. Wir haben uns um die Tiere gekümmert und ich habe zum ersten Mal gemerkt, was für eine Verantwortung es ist, sich um einen Hof zu kümmern. Und parallel habe ich mit zwei Mitschülerinnen ein Buch geschrieben, "Wie wir Schule machen: Lernen, wie es uns gefällt". Das war in der achten, neunten Klasse […].

 

 

37:39 Arne: Gab es noch eine dritte Herausforderung?

 

 

Jamila: […] Das war noch einmal eine Wanderung auf dem nächsten Level. Eine Freundin und ich haben uns entschieden, mit Leuten zu wandern, die wir noch nicht kennen. Wir wollten diese Wanderung zudem im Ausland machen. Nach langem Überlegen haben wir uns für England entschieden und sind dort den South West Coast Path gewandert. Wir hatten aber nur 150 Euro. Deswegen haben wir die Deutsche Bahn angeschrieben, ob wir die Tickets kostenlos erhalten. Ihre Antwort war, dass wir die Bahntickets nach England bekommen, wenn wir ihre Führungskräfte coachen, wie man eine Herausforderung bewältigt. So sind wir nach England gelangt. Die größte Herausforderung war letztendlich nicht das Wandern, sondern die Gruppe zusammenzuhalten […].

 

 

 

Neues Schulsystem durch Offenheit & den Mut, zu handeln

 

 

44:02 Arne: Wie könnte man Dich und Dein Anliegen am besten unterstützen? Du hast gesagt, Ihr habt mit dem Kultusministerium in Niedersachsen zusammengearbeitet. Welche Dinge würden Dir noch helfen, um Deine Vision Realität werden zu lassen?

 

 

Jamila: […] Ich überlege oft, was ich selber tun kann, um diese Bewegung in Gang zu bringen. Auf jeden Fall braucht es eine Bereitschaft für Veränderung bei den Menschen. Es ist schon eine riesige Hilfe, wenn keine Steine in den Weg gelegt werden […].

 

 

52:26 Arne: Ich glaube, diese Bewegung muss per Video begleitet werden. Gibt es schon Filme über Eure Arbeit?

 

 

Jamila: […] Natürlich, sowohl schriftliche Interviews als auch Dokumentationen. Demnächst wird ein Kinofilm veröffentlicht mit einer französischen und englischen Schule sowie meiner Schule in Berlin. Aber es darf noch mehr Menschen zugänglich gemacht werden. Der Bedarf ist definitiv da! Jetzt müssen sich die Schulen entwickeln und das umsetzen [...].

 

 

 

 

Jamila: [...] Was sagen denn Unternehmer, was sinnvoll wäre: Konkurrenzkampf und Notendruck oder Selbstständigkeit und Eigendenken […]?

 

 

54:31 Arne: Ich bin natürlich in meiner Filterblase unterwegs und spreche wahrscheinlich mit mehr Unternehmern, die ähnlich denken wie ich. Ich nehme wahr, dass viele Unternehmer Non-Konformisten sind und sich wünschen, dass in Schulen anders gearbeitet wird als heute. Ich glaube, dass junge Unternehmer eher die Meinung haben, dass das Schulsystem erneuert werden muss.

 

 

Wahrscheinlich wird das eine Revolution von unten, also eine Graswurzelbewegung. Ich glaube, wenn acht oder zehn Prozent der Bevölkerung eine Idee für richtig halten, breitet sich das unaufhaltsam relativ schnell weiter aus. Wahrscheinlich sind wir da aber noch nicht.

 

 

Jamila: […] Um diese Bewegung voranzutreiben, braucht es die Offenheit eines jeden Einzelnen und den Diskurs darüber. Deswegen freue ich mich sehr, wenn Leute mit mir in Kontakt treten und wir uns austauschen. Ich glaube, dass viele Menschen eine Vision haben, die anders ist als die jetzige Situation. Wir sind gut mit Entscheidungsträgern vernetzt und das hilft auch. Teilweise können wir gar nicht so viel tun, wie wir gerne wollen, denn es benötigt auch finanzielle Unterstützung. Egal, was man beitragen kann, es lohnt sich am Ende und man findet immer einen Weg, sich zu engagieren […].

 

 

 

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Im deutschen Schulsystem bestimmen vorgeschriebene Unterrichtsfächer und -inhalte seit Jahrhunderten den Alltag der SchülerInnen. Jamila Tressel erklärt uns, wieso eine individuelle Interessenorientierung in der Schule wesentlich sinnvoller ist als starre Lehrpläne, und wie die Transformation der Bildung in Zukunft aussehen könnte.

 

 

 

 

“Bildung ist, was übrigbleibt, wenn man alles vergessen hat, was man in der Schule gelernt hat.” - Albert Einstein hat mit diesem Zitat bereits zu Lebzeiten eines erkannt: In der Schule entwickelt sich vor allem das Mindset eines Menschen. Leider gibt es im deutschen Schulsystem dafür wenig Raum. Stattdessen geht es scheinbar vor allem darum, einem strikten Lehrplan mit vorgeschriebenen Fächern und Unterrichtsinhalten zu folgen. Wir lernen Geschichtsdaten, mathematische Formeln, Literaturepochen und Spanischvokabeln, um optimal auf die Berufswelt vorbereitet zu sein. Aber wie optimal funktioniert heutzutage eigentlich ein System, das so wenig Wert auf eine individuelle Interessenorientierung der SchülerInnen legt?

 

 

Jamila Tressel, Unternehmerin, Autorin und Expertin im Bereich Bildung, ist genau dieser Frage nachgegangen und verfolgt heute eine große Vision für die Bildung in der Zukunft. Im Interview erzählt sie uns davon, wie Schule mehr Spaß machen und das Potenzial von Kindern und Jugendlichen tatsächlich entfalten kann. Eines steht für sie fest: Die Transformation der Bildung ist ein absolutes Muss für Kinder, damit sie eines Tages ein selbstbestimmtes Leben führen und sich selbst verwirklichen können.

 

 

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Jamila Tressel: Die Vision vom Wandel

 

 

02:26 Arne: Jamila, erzähle uns bitte von Dir.

 

 

Jamila: […] Ich bin 21 Jahre alt und komme aus Berlin. Bis vor Kurzem war ich Schülerin. Ich bin jetzt Abiturientin und Unternehmerin, sowohl im Social Entrepreneurship als auch im Coaching-Business. Ich bin Speakerin auf Konferenzen, vor allem im Bildungsbereich und wenn es um Unternehmertum geht. Autorin bin ich auch, denn ich habe vor vielen Jahren ein Buch geschrieben zum Thema Bildung aus Schülersicht […].

 

 

03:35 Arne: Du hast vor einiger Zeit einen Vortrag auf der Konferenz von HR Pioneers gehalten. Worum ging es in Deinem Vortrag und wer war das Publikum?

 

 

Jamila: […] Ich bin dort über meine damalige Schulleiterin gelandet. Es ging darum, wie ein Paradigmenwechsel im Bildungssystem gelingen kann. Das Publikum bestand aus Unternehmern und deren Mitarbeitern. Es ging um agiles Arbeiten. Wo kommt das her, wie lernt man das überhaupt und was für einen Grundstein braucht man dafür? Ist es nicht sinnvoll, direkt von Anfang an kollaborativ, flexibel und kreativ zu arbeiten? Meine Schule hat das so praktiziert und deswegen waren wir auch auf der Konferenz eingeladen […].

 

 

06:11 Arne: Erzähle uns ein bisschen mehr von dir als Unternehmerin. Was ist Deine Vision, die Du verfolgst?

 

 

Jamila: […] Meine Vision erweitert sich ständig, aber natürlich habe ich schon eine sehr große Vision. Diese Vision zielt auf eine Welt ab, in der alle Menschen ein Leben führen, in welchem sie ihre eigenen Wünsche, Ziele & Träume verfolgen und verwirklichen, um ein erfülltes Leben führen zu können. Ich unterstütze Menschen dabei, diese Passionen und Visionen in sich zu entdecken und sie vor allem unternehmerisch umzusetzen, primär bei jungen Menschen in der Schule beginnend. Meine Vision ist, dass wir irgendwann in der Zukunft keine Schulen mehr haben, sondern dass das Lernen lebenslang stattfindet und wir nicht nur in der Schule lernen und es dann praktizieren […].

 

 

 

 

 

Transformation der Bildung: Zeit für neue Impulse

 

 

09:20 Arne: In unserer Gesellschaft ist Lernen oft negativ konnotiert. Viele Leute haben den impliziten Wunsch, dass dieses Lernen irgendwann einmal vorbei ist. Dabei geht es beim Lernen darum, dass einerseits das, was bereits in mir ist, erhalten bleibt, und andererseits, dass die Menschen sich für ihre eigenen Ideen und Vision entscheiden können. Wir müssen dafür aber erst einmal wissen, was unsere eigenen Ideen sind und nicht die Ideen anderer.

 

 

Jamila: […] Genau. Ich glaube, dass Kinder bereits ganz viel Potenzial mitbringen! Die Frage ist, was du daraus machst. Im Idealfall entfacht eine Umgebung dieses Potenzial, sodass es gelebt wird […].

 

 

15:20 Arne: Wie müsste Schule gestaltet sein, damit sich dieses Potenzial der Kinder entfalten kann?

 

 

Jamila: […] Die Schule muss ein Umfeld sein, das dieses Potenzial wie ein Feuerwerk entfacht, anstatt es mit mehr Infos und „Blödsinn“ zu überdecken. Es geht auch sehr viel um unsere Mindsets, unsere antrainierten und angelernten Verhaltensmethoden und Glaubenssätze. Das ist die Vision, die ich habe, dass nicht nur die Schule sondern auch die Gesellschaft ein Umfeld ist, wo Kinder so aufwachsen, dass ihr Mindset gestärkt wird und sie motiviert werden, sich selbst zu verwirklichen.

 

 

 

 

Es geht nicht darum, dass Kinder nichts mehr lernen sollen, was an Wissen da ist. Sondern es geht darum, dass man sie wirklich lernen lässt und sie nicht auf Fächer und Schulthemen beschränkt. Das Wissen sollte den Kindern nicht eingetrichtert werden, sondern das Wissen der Welt darf genutzt werden, um selber aus sich herauszukommen […].

 

 

18:53 Arne: Wie war das in Deiner Schulzeit? Hast Du eher kontextbezogen gelernt und nicht fachbasiert?

 

 

Jamila: […] Eine kühne These, die ich entwickelt habe:

 

 

Ich glaube, dass es in der normalen Schule gar nicht darum geht, dass wir Wissen lernen. Es geht vor allem darum, dass Haltung, Einstellung und Mindset geprägt werden. Den Schülern wird antrainiert, dass ihnen vorgegeben wird, was zu tun ist, sie dem folgen und das erfüllen, was von ihnen erwartet wird.

 

 

Ich bin nach der vierten Klasse frühzeitig auf’s Gymnasium in eine Schnellläufer-Klasse gekommen. Das bedeutet: Abitur in 11 Jahren, der ganze Stoff schneller durchgepresst, sodass du mit 16, 17 fertig bist und in der Gesellschaft funktionieren kannst. So erleben es leider bis heute sehr viele Schüler in Deutschland - 10 Jahre alt und du wirst so sehr mit Hausaufgaben zugeschüttet, dass du eigentlich von 8:00-15:00 Uhr nur in der Schule bist und danach Hausaufgaben machst und keine Zeit mehr für deine Hobbys hast.

 

 

 

 

Dadurch entstand ein starker Leistungsdruck und ich habe die Motivation und den Spaß verloren. Meine Eltern haben mich wieder von dieser Schule heruntergenommen und in die evangelische Schule Berlin-Zentrum geschickt. Dort war es ganz anders! Ich konnte selbstbestrebt in meinem eigenen Tempo meinen Weg gehen. Es ging nicht nur darum, mir Wissen anzueignen, sondern es gab auch andere Parts, die sehr praxis- und projektbasiert waren […].

 

 

27:37 Arne: Bezüglich deiner These: Glaubst du, dass unsere Gesellschaft immer noch dem Modell der Industriezeit dient? Es gibt sehr viele Unternehmer, die keine guten Schüler waren oder sogar Schulabbrecher, sogenannte Non-Konformisten. Ich glaube, dass Non-Konformismus eine gute Haltung ist, um Dinge neu zu denken oder zu erfinden. Was ist die Absicht der Schule von heute?

 

 

Jamila: […] Ich habe die Theorie, dass das nicht mit Absicht so geschieht, sondern dass es früher konzipiert wurde, sich in der Gesellschaft etabliert hat und beibehalten wurde. Es war damals sehr wichtig, Kindern Wissen zugänglich zu machen und das wurde mit diesem System erfüllt. Ob sie es behalten, das ist noch mal ein anderes Paar Schuhe. Ich glaube, dass das System einfach zu bequem war, um sich nachhaltig zu ändern. Es gab immer wieder Ansätze, das Ganze zu ändern, aber eine große Transformation braucht Zeit. Die Zeit ist jetzt reif und deswegen passiert gerade viel […].

 

 

 

Schule im Aufbruch: Bildungstransformation in Deutschland

 

 

32:15 Arne: Du bist auch Gesellschafterin bei "Schule im Aufbruch". Was ist "Schule im Aufbruch" und worum kümmert Ihr Euch dort?

 

 

Jamila: […] Das ist eine gGmbH, also ein gemeinnütziges Unternehmen, und kümmert sich darum, dass dieser Paradigmenwechsel in Schulen passiert und begleitet wird. Was "Schule im Aufbruch" bewirken will, ist einmal, Menschen und Aktive zu inspirieren und Anregungen darüber zu geben, was in Schulen möglich ist. Es gibt schon so viele Beispiele in anderen Ländern und Deutschland, wie Bildung und Schule anders funktionieren kann. Diese Bilder fehlen einfach in Deutschland.

 

 

"Schule im Aufbruch" wurde von Kernexperten von Kanzlerin Merkel gegründet, nachdem diese gemerkt haben, dass von der Regierung nichts kommen wird. Es soll Menschen inspirieren und Schulen dabei begleiten, ihr System umzukrempeln und sie mit Transformationsbegleitern und Fortbildungen unterstützen […].

 

 

 

 

 

Die Freiheit ist da. Was fehlt, ist der Mut zum Wandel.

 

 

38:13 Arne: Wie sehr ist eine normale staatliche Schule selbstverwaltet, sodass sie Euer Angebot nutzen kann, um ihre eigene Struktur des Lernens zu verändern?

 

 

Jamila: […] Jedes Land hat seine eigenen Regeln in Deutschland. Wir waren vor allem in Niedersachsen aktiv, weil wir dort sehr eng mit dem Kultusministerium zusammengearbeitet haben. Schulleiter und Schulen haben viel mehr Freiheiten, als sie denken. In jedem Schulgesetz steht, dass selbst im Mathe-Unterricht Sachen wie Werte und Gesellschaft erarbeitet werden. All diese Themen haben da noch keinen Platz, sollen aber laut Bildungsauftrag eingebracht werden. Lehrer und Schulen können sich stark umtransformieren, und das ist teilweise ausdrücklich erwünscht, aber man weiß nichts davon. Die Vorbilder und die Beispiele fehlen. Angst vor Veränderung ist auch ein sehr großer Faktor […].

 

 

42:53 Arne: Was sind Eure Erfahrung, bei welchen Schulen das gut funktioniert? Muss es ein möglichst junges Kollegium oder eine kleine Schule sein? Was sind die Aspekte, damit es gut funktionieren kann?

 

 

Jamila: […] Jede Schule hat ein eigenes Profil, ein eigenes Kollegium und ein eigenes Klientel an Schülern. Das heißt, jede Schule darf eine eigene Vision entwickeln. Wir bieten eine Unterstützung für die Schulen, die das ausdrücklich möchten. Natürlich braucht es ein Kollegium mit motivierten und willigen Leuten, um auch die Veränderung zu verantworten. Und es braucht Eltern, die mitmachen […].

 

 

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Den zweiten Teil des Interviews mit Jamila findest Du hier. Wenn dir der Blogeintrag gefallen hat, hör doch gern auch mal in die Podcastfolge rein. Um keine Artikel mehr zu verpassen, kannst du außerdem gern unseren Newsletter abonnieren.

 

 

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Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Du wüsstest, dass Du richtig bist, genauso wie Du bist? – Achtung, Spoilerwarnung: Das bist Du schon längst! Im heutigen Interview rede ich mit Janis McDavid, Buchautor, Speaker und Unicef-Botschafter, über das Thema Selbstakzeptanz.

Janis McDavids bisheriger Weg hat ihn zu einem wahren Experten gemacht, wenn es um die Frage geht: Wie schaffe ich es, mich selbst so zu akzeptieren, wie ich bin? Aber nicht nur das – Janis ist außerdem ein echter Lebemann: Er liebt es, die Welt zu bereisen und schnelle Autos zu fahren, er geht wandern in den Anden und düst auf dem Hockenheim mit 200 km/h umher. Ach ja und eine Sache war da noch: Janis ist ohne Arme und Beine zur Welt gekommen.

 

Warum dieses besondere Merkmal keine große Sache sein sollte und wieso Andersartigkeit in Wahrheit normal ist, erklärt uns Janis, indem er uns mitnimmt auf seine inspirierende Reise zu mehr Selbstannahme und Eigenliebe. Dabei verpasst er uns gleich mehrere Denkanstöße für einen positiveren Umgang mit uns selbst und hat auch einige Tricks und sogar einen selbsternannten „Janis-Tipp“ für uns parat! Zeit, uns endlich selbst zu akzeptieren!

 

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Janis McDavid: Der Weg zur Selbstakzeptanz

 

Heute kennt Janis seinen Selbstwert. Es gelingt ihm so gut, sich selbst anzunehmen, dass er als Speaker andere Menschen dazu inspiriert, ihren eigenen Weg zu mehr Selbstakzeptanz einzuschlagen. Das war nicht immer so.

 

Als Janis McDavid 1991 in Hamburg zur Welt kam, hat er zunächst einige Jahre überhaupt nicht realisiert, dass er anders aussieht als andere Kinder: „Ich wusste natürlich, ich hab‘ einen knallgelben Rollstuhl und mit dem war ich im Kindergarten, aber für mich machte das keinen Unterschied […]. Ich hab‘ helle Haare, Du hast dunkle Haare. Der eine hat Sommersprossen, der andere nicht. Das war sozusagen das Level, auf dem sich auch mein Merkmal für mich in meiner Wahrnehmung bewegt hat.“ (Janis, 0:05:29)

 

Seine Eltern haben sich sehr darum bemüht, Janis so normal und unabhängig wie möglich aufwachsen zu lassen. Dieses Gefühl von Normalität verließ Janis schlagartig, als er im Alter von 8 Jahren mit einem Blick in den neuen Garderobenspiegel realisierte, dass er anders aussieht als andere. Janis beschreibt diesen prägenden Moment als ein „grässliches“ Erlebnis. Er schämte sich und fühlte sich plötzlich unwohl in genau dem Körper, in dem er die letzten 8 Jahre eine glückliche Kindheit hatte. Ein ungehaltenes Gefühlschaos machte für Janis eines immer klarer: So wollte er nicht sein.

 

Janis innerer Kampf

 

Was dann folgte war eine schwierige Phase, in der Janis vor allem damit beschäftigt war, gegen sich selbst anzukämpfen - ein Kampf, den Janis ganz allein ausgefochten hat: „Nach außen hat man von diesem Kampf gegen mich selbst nicht so viel gemerkt und das ist, glaube ich, auch das Fatale daran. Nach außen war ich immer noch der selbstbewusste, coole Janis […]. Aber im Inneren war es immer dieser Kampf, immer dieses Unwohlsein, wenn Menschen mich beobachten […], wenn Kinder mich fragen, warum ich denn keine Arme habe.“ (Janis, 0:07:48)

 

Im Kindes- und Jugendalter hat Janis daher viel Zeit damit verbracht, möglichst „normal“ zu sein. Dieser Wunsch spitzte sich zu, als Janis versuchte, mit Prothesen zu laufen, um sich hinter dem Anschein von Normalität zu verstecken. Heute weiß Janis: Das konnte nicht funktionieren.

 

„Ich habe versucht, ein inneres Problem mit einer Äußerlichkeit zu lösen […]. Hätte ich das Ziel gehabt, mit den Prothesen unabhängiger zu werden […], hätte es vielleicht funktioniert. Aber ich hatte ja nur das Ziel, mich zu verstecken. Und das ist natürlich die völlig falsche Herangehensweise, wie ich heute weiß“, reflektiert er sein damaliges Verhalten (Janis, 0:12:30).

 

"Das spielt sich alles nur in meinem Kopf ab!"

 

Nach ein paar für Janis ebenso schwierigen wie prägenden Jahren, in denen er versuchte, sich vor anderen und sich selbst zu verstecken, erkannte Janis mit 17, dass die Scham und die Angst vor Ablehnung bloßes Resultat seiner eigenen Gedankenwelt waren. Schmunzelnd erklärt er, es sei seine eigene „Wahnvorstellung“ gewesen, andere könnten dasselbe negative Bild von ihm haben, wie er selbst.

 

Diese intensive Auseinandersetzung mit sich war für Janis der Auslöser dafür, sich einer essenziellen Frage zu widmen: Warum lebe ich dieses Leben? „Geht es darum, dich selber fertig zu machen? Geht es darum, dich selbst zu kritisieren? Geht es darum, dich selbst hässlich zu finden? Oder geht es nicht eigentlich um etwas anderes?“ fragt Janis (0:09:08). Die Beantwortung dieser Frage stellt heute ein zentrales Ziel in seinem Leben dar.

 

TIPP: Allen, die selbst noch damit beschäftigt sind, herauszufinden, was sie mit ihrem Leben anstellen wollen, gibt Janis eine kleine Übung mit auf den Weg: Versetze Dich selbst mental ans Ende Deines Lebens und frage Dich: Worauf möchte ich zurückblicken?

 

Im Zuge seiner reflektierten Auseinandersetzung mit sich selbst traf Janis dann als Jugendlicher die wichtigste Entscheidung seines Lebens: Sich selbst zu akzeptieren, wie er ist, und zwar mit allem, was dazu gehört. Janis Ziel: Zu dem Mindset zurückkehren, das er als Kind hatte, als seine fehlenden Gliedmaßen für ihn ein ganz normales Merkmal waren, das er genauso hatte, wie seine blonden Haare.

 

Game Changer: Selbstakzeptanz durch neuen Fokus

 

Ein Auslöser für dieses neue Mindset war die Antwort von Janis‘ Mutter auf eine Frage, die Janis sich immer wieder stellte: Warum musste das ausgerechnet ihm passieren? Immernoch sichtlich begeistert von der damaligen Reaktion seiner Mutter gibt er die Worte wieder, die für ihn ein absoluter Game Changer waren:

 

„Janis, ich bin überzeugt davon, dass jedes Kind, bevor es geboren wird, sich selbst überlegt, mit welchem Baukasten […] und mit welcher Aufgabe es auf die Welt kommen möchte […]. Jetzt liegt es an Dir, herauszufinden, was Deine Aufgabe ist, denn ich glaube, dass Deine Aufgabe etwas damit zu tun hat, warum Du Dich gegen Arme und Beine entschieden hast.“ (Janis 0:13:29)

 

Ihre ebenso genialen wie gehaltvollen Worte hallen heute noch nach und haben vor allem eines bewirkt: Sie haben Janis aus seiner passiven Opferrolle herausgeholt und ihm einen neuen Fokus gegeben. So konnte er seine Energie umlenken, und zwar weg von der Frage „Warum ich?“ hin zu der Frage „Was ist meine Aufgabe?"

 

4 Tipps für mehr Selbstakzeptanz & Selbstliebe

 

Der Startschuss ist gefallen: Zeit, etwas zu verändern! Janis hat sich immer intensiver mit sich selbst beschäftigt und ein Prozess der Selbstannahme hat begonnen. Für Janis stand eines fest: Ich muss mich so akzeptieren, wie ich bin. Auf diesem Weg hat Janis verschiedene Praktiken angewandt, die ihm zu mehr Selbstannahme und einem gestärkten Selbstwert verholfen haben:

 

1. Bye Bye Konventionen: Eine vielleicht überraschende Praktik bestand für Janis darin, sich näher mit gesellschaftlich eingetrichterten, normalerweise unhinterfragten Glaubenssätzen zu befassen: „Ich halte es für höchst fragwürdig, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der ich zwar neun Jahre lang mich selbst heruntermachen und zerstören darf, aber nicht mal kurz stolz sein darf, wenn ich irgendetwas erreicht habe, wofür ich mich wirklich angestrengt habe. Das ist doch absurd, oder?“ fragt Janis (0:16:01). Guter Punkt, oder?

 

2. Why so negative?: „Wenn ich es selbst nicht schaffe, mir selbst mein bester Freund zu sein, mich selbst zu akzeptieren, […] wie sollen andere das dann schaffen?“ (Janis, 0:17:24) Auch ein guter Punkt! Um sich selbst ein guter Freund zu sein und überhaupt erst einmal der negativen Gedankenschleife zu entkommen, empfiehlt Janis, eine Liste anzufertigen mit all den Dingen, die im eigenen Leben positiv empfunden werden.

 

3. Eigenlob stinkt überhaupt nicht: Um zu sich selbst eine positive Beziehung aufzubauen, hat Janis noch einen Trick: Stell Dich vor einen Spiegel und überlege Dir, was Du an Dir selbst attraktiv findest. Du wirst schnell merken, dass es so Einiges gibt, das Du an Dir magst, und mit diesem Wissen lebt es sich gleich viel besser!

 

4. Reflexion ist das halbe Leben: Das A und O auf dem Weg zu einem positiven Umgang mit sich selbst, und by the way auch noch Janis‘ selbst ernannter „Janis-Tipp“, erklärt er lachend, ist besonders eines: Reflexion. Frei nach dem Motto „Mehr ist mehr“ versucht Janis stets nachträglich seinen Tag zu reflektieren, und zwar sowohl die Dinge, die ihm gut gelungen sind, als auch die Ausbaufähigen. Dies tut er mit viel Liebe zu sich selbst, die es ihm erlaubt, sein Verhalten möglichst objektiv zu betrachten: „Mein Selbstwert, den ich mir die letzten Jahre aufgebaut habe, hilft mir unheimlich, Kritik und Feedback anzunehmen, weil ich immer weiß: ok, das kritisiert an der Stelle nur das, was ich getan habe, nicht den, der ich bin. Ich bin das nicht. […]“ (Janis, 0:22:20).

 

 

In Bezug auf die Frage, wie es Janis heute gelingt, sich selbst und bestimmte Situationen in seinem Leben anzunehmen, steht für ihn schon mal eines fest: Es ist nicht möglich, immer gut gelaunt und von sich überzeugt zu sein. Es ist okay und menschlich, Momente des Selbstzweifels zu haben und gelegentlich kritisch mit sich selbst umzugehen. Diese Gefühle gehören zu uns und sind oft der Ursprung einer positiven Reise. Janis hat gelernt, dass auch schlechte Zeiten sehr wertvoll und lehrreich sein können: „Vieles von dem, was mir heute mit Leichtigkeit gelingt, würde mir nicht gelingen, wenn ich diese Phase nicht gehabt hätte.“ (Janis, 0:19:30)

 

Selbstannahme beginnt in der Kindheit

 

Wenn es darum geht, zu lernen, sich selbst zu akzeptieren, wie man ist, spielt natürlich auch die elterliche Erziehung eine Rolle. Für alle Eltern, die ihrem Kind auf diesem Weg eine positive Stütze sein wollen, hat Janis ebenfalls ein paar Tipps parat:

 

  • Unterstütze Dein Kind dabei, möglichst unabhängig zu sein, indem Du ihm oder ihr die Freiheit gibst, sich selbst auszuprobieren und Grenzen auszutesten. So hat es die Chance, selbst herausfinden zu können, was es gut kann... auch wenn das manchmal schief geht.
  • Speziell für Eltern mit Kindern, die besondere Merkmale, wie beispielsweise eine Behinderung haben: Gib Deinem Kind so sehr Du kannst das Gefühl, „normal“ zu sein. Hier kritisiert Janis vor allem die Tendenz vieler Eltern, die jeweilige Behinderung des Kindes zusammen mit dessen Namen vor anderen zu thematisieren: „Entweder man sieht’s oder es ist aber auch egal. Aber was macht das denn mit dem Kind, wenn du immer und immer wieder zusammen mit dem Namen diese vermeintliche Negativität mitnennst? Das dementiert sich ja so dermaßen in dem Kopf dieses Kindes, dass ich gar nicht wissen will, was das noch alles für Probleme nach sich zieht.“ (Janis, 0:26:16)
  • Außerdem legt Janis Eltern ans Herz, ihre Kinder bei Gesprächen darüber, welche Hilfe sie benötigen (z.B. Krankenkasse, Pflegedienst etc.) außen vor zu lassen. Wieso? Janis erklärt, dass es für den Selbstwert hinderlich ist, von den eigenen Eltern immer wieder zu hören, wie viel Arbeit und Ressourcen man selbst verursacht.

Wie "anders" normal wird

 

Die Entscheidung mit sich selbst einen positiven Weg zu gehen und herausfinden zu wollen, wozu Janis auf der Welt ist, ist nicht alles, womit Janis sich beschäftigt. Janis hat noch eine zweite Vision für sein Leben. Er möchte in einer Welt leben, in der die Merkmale, die uns unterscheiden, nicht zu einer Unterscheidung führen:

 

„Natürlich müssen wir anerkennen, dass wir unterschiedliche Merkmale haben. Ich habe keine Arme und Beine, Du hast Arme und Beine. Ich hab‘ blonde Haare, Du hast dunkle Haare. Und natürlich ist das etwas, das wir anerkennen müssen, aber die Frage ist: Muss das eine Rolle spielen? Und da ist mein Bestreben, in einer Welt leben zu wollen, in der das keine Rolle spielt.“ (Janis, 0:04:15)

 

 

Ich habe Janis gefragt, was wir tun können, um eine Welt zu erschaffen, in der die Wertschätzung für Andersartigkeit normal ist. Eines steht dabei für Janis fest: Die Gesellschaft kann sich nur verändern, wenn jeder Einzelne ein Maß an Eigenverantwortung im gesellschaftlichen Kontext übernimmt. Das bedeutet: Um gesellschaftliche Denkmuster zu lockern, muss jeder individuell an sich arbeiten und seinen Teil beisteuern. Wandel beginnt immer bei Dir selbst!

 

Ein Tipp von Janis: Durch die Begegnung mit anderen und die bewusste Wahrnehmung der Masse verschiedener Eigenschaften auf der Welt können wir unseren Blick für Andersartigkeit schärfen. So können wir vielleicht auch im gesellschaftlichen Rahmen mehr Toleranz und Wertschätzung für Merkmale, die aus der Norm fallen, erreichen. Vielleicht schaffst Du es ja sogar, die Vielfalt in Deinem eigenen Umfeld bewusst zu erhöhen.

 

Ein paar abschließende Worte

 

Wir alle charakterisieren uns durch eine Vielfalt innerer und äußerer Merkmale. Diese machen uns zu dem, was wir sind und sind zuständig für unsere Einzigartigkeit. Das ist etwas GUTES! Jeder Mensch sollte daran arbeiten, solche unterschiedlichen Merkmale anzunehmen und wertzuschätzen, statt sie zum Anlass sozialer Unterscheidung und Ausgrenzung zu nutzen. Aufgrund gesellschaftlich etablierter Vorstellungen von „Normalität“ und des ständigen Vergleichs mit anderen fällt es oft schwer, eigene oder fremde Eigenschaften, die diesem konventionellen Bild nicht entsprechen, zu akzeptieren. Ziel sollte es sein, sich selbst und andere so anzunehmen & zu akzeptieren, wie man ist. Dieser Prozess ist nie abgeschlossen und erfordert eine Menge Selbstreflexion, einen positiven Fokus und Gespräche mit anderen.

 

Ein letzter Tipp von Janis:

 

Besonders eines treibt uns häufig dazu, uns selbst zu kritisieren und an uns zu zweifeln: Der Vergleich mit anderen. So richtig loswerden können wir den leider nie, aber wir können etwas viel Wichtigeres tun: Wir können versuchen herauszufinden, welches persönliche Bedürfnis oder welcher Wunsch diesem Vergleich zugrunde liegt. Mache Dir bewusst, welche Sehnsucht bei Dir getriggert wird, wenn Du Dich mit jemandem vergleichst, und versuche so, Deine Aufmerksamkeit auf den Kern dieses Wunsches zu richten. Die persönlichen Ziele, die sich daraus ergeben, sind ein guter Fokus.

 

Wer sich für Janis' komplette Geschichte interessiert, sollte unbedingt sein Buch "Dein bestes Leben" lesen, auf seinem Blog vorbeischauen und auch die Social Media Kanäle nicht auslassen. Zum Thema Selbstwert und Selbstakzeptanz wird es außerdem im Mai ein weiteres Buch geben.

 

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#mindsetmovers #mindset #podcast #personaldevelopment #positivephilosophie #haltung #werte #vision #purpose #sinnhaftigkeitDir hat das Interview gefallen? Teile es mit Deinem Netzwerk

Ob Du Dich schuldig oder verantwortlich fühlst, macht einen größeren Unterschied, als Du denkst. Wie Du und Dein Team durch einen kleinen Perspektivwechsel glücklicher und erfolgreicher werdet, verraten Gergely Galamb und ich Dir im folgenden Artikel.

 

 

 

 

Läuft etwas nicht so, wie man es sich ursprünglich vorgestellt hat, steht eine Frage dabei meist im Fokus: Wer oder was ist daran Schuld? War es der Fehler eines Kollegen? War es die Entscheidung des Chefs? Wie man es dreht und wendet, was dabei meist zurückbleibt, ist ein schlechtes Gewissen für den vermeintlich "Schuldigen" und eine fehlende Lösungsstrategie für das Problem.

 

Dass Schuldzuweisungen gewöhnlich auf keinem Wege zu positiven Ergebnissen führen, weiß auch Organisationsentwickler und Coach Gergely Galamb. Der Schuld setzt er das wesentlich positivere und effektivere Konzept der Verantwortung gegenüber, welches zu einer der Hauptkomponenten von Leadership 21, unserer gemeinsamen Führungsphilosophie, zu der wir auch Seminare geben, gehört. Im Interview reden wir über den Unterschied von Schuld und Verantwortung und über den großen Gewinn, den ein kleiner Perspektivwechsel bringen kann.

 

 

 

Die MINDSET MOVERS Podcasts sind verfügbar auf Soundcloud, Apple Podcast, Spotify und YouTube.

 

Leadership 21: Freude und Erfüllung als Basis

 

03:54 Arne: Gergely, stelle Dich bitte vor und erzähle uns, wer Du bist und was Du machst.

 

Gergely: […] Ich arbeite als Organisationsentwickler und Coach bei der Robert Bosch GmbH. Ich lebe mit meiner Frau Maria und unserem zweijährigen Sohn in Stuttgart. Bevor ich Organisationsentwickler und Coach wurde, war ich zehn Jahre in der Entwicklung tätig. In dieser Zeit habe ich ein Team übernommen und es immer weiter aufgebaut. Ich habe das richtig gerne gemacht. Irgendwann habe ich allerdings bemerkt: Der Teil, den ich gerne mache, ist nicht mehr so groß wie am Anfang. Danach habe ich analysiert, was mir Spaß macht und was nicht. Und genau darum geht es auch bei Leadership 21.

 

Bei Leadership 21 geht es um Erfolg DURCH Freude und Erfüllung in der Zusammenarbeit. Viele Menschen denken: "Entweder habe ich ein erfolgreiches Unternehmen, alle arbeiten und es entsteht ein großer Druck. Oder ich habe ein Chill-Out Unternehmen, in dem zwar alle eine schöne Zeit haben, aber der Erfolg ausbleibt". Für ein nachhaltig erfolgreiches Unternehmen ist Freude und Erfüllung aber ein wichtiger Grundstein.

 

Bei uns im Unternehmen wurde damals die unternehmerische Strategie geändert. Plötzlich war der Bereich, in dem ich viel Knowhow hatte, nicht mehr so im Fokus wie zuvor. Bei dem Prinzip "Verantwortung als eine Basis von Leadership 21" geht es auch darum, herauszufinden: Was heißt das für mich? Nicht den Schuldigen, sondern die Verantwortung bei mir selbst zu suchen. Was mache ich gerne? In welchem Bereich meines Jobs habe ich große Freude? Für mich war das, einen Rahmen für Menschen zu erschaffen, in dem sie tolle Ergebnisse erreichen, kreativ sind und sich gerne einbringen. Das war der Anlass für mich, den Job zu wechseln und in Richtung Organisationsentwicklung und Coaching zu gehen […].

 

 

Schuld & Verantwortung: Theoretischer Unterschied

 

07:31 Arne: Heute ist Dein Team deutlich kleiner. Du hattest damals ein Team zwischen 30 und 40 Leuten, hast viele Patente geschrieben, warst als Ingenieur sehr erfolgreich. Aber Du hast die Strategieänderung des Unternehmens zum Anlass genommen, darüber zu reflektieren, was Du wirklich möchtest. Das bedeutet, Du hast die Verantwortung für Dein Ergebnis angenommen und hast etwas daraus gemacht. Viele Menschen verwechseln Verantwortung und Schuld. Was ist der Unterschied?

 

Gergely: […] Schuld ist eher vergangenheitsgerichtet. Sie trägt nicht zur Lösung des Problems bei, sondern eher dazu, dass Menschen sich verteidigen oder offensiv werden.

 

Die Verantwortung ist zukunftsgerichtet. Die Kernfrage lautet: Was machen wir aus dem Ergebnis? Was habe ich mit dem Ergebnis zu tun? Denn wenn ich etwas mit dem Ergebnis zu tun habe, kann ich beim nächsten Mal in eine andere Richtung steuern. Verantwortung ist auf die Lösung des Themas ausgerichtet [...].

 

 

10:56 Arne: Wenn ich Verantwortung übernehme, ist das handlungsorientiert. Ein gutes Beispiel ist die Podcast-Folge #35. In dem Interview stellt Manuel Koelman von PIRATE.global den Turnaround von PIRATEx dar. Seinem Unternehmen ist durch Corona das Geschäftsmodell weggebrochen und der Umsatz ist auf null gesunken. Sie haben einen geschickten Turnaround gemacht, ein smartes Geschäftsmodell entwickelt und heute beschäftigt das Unternehmen mehr Mitarbeiter als vor der Corona-Zeit. Sie sind der Leader in der digitalen Eventbranche geworden.

 

 

Schuld & Verantwortung: Gefühlter Unterschied

 

Erkläre uns bitte, was der Unterschied zwischen Verantwortung und Schuld mit unserer Gefühlswelt macht.

 

Gergely: […] Bei Schuld ist es so, dass meist ein Schuldgefühl oder die Angst vor einer Ausgrenzung entsteht. Wir bezahlen die Schuld mit diesem Gefühl. Es ist ein Ausgleich dafür, schuld gewesen zu sein. Das hilft aber keinem und ändert nichts am Ergebnis.

 

Bei dem Prinzip von Verantwortung geht es darum, zu sagen: Wir haben alle etwas damit zu tun! Alle, die an dem Ergebnis beteiligt sind, sind betroffen. Alle teilen sich die Verantwortung zu 100% und haben die Möglichkeit, in eine neue Richtung zu lenken. Dann gibt es keine schlechten Gefühle. Es geht nicht um Angst und Schuld in der Zusammenarbeit, sondern um Handlungsschritte, um aus der Situation herauszukommen […].

 

15:28 Arne: Ein gutes Beispiel, um den Unterschied von Schuld und Verantwortung greifbar zu machen: Stelle Dir vor, Du schickst Deinem Chef eine PowerPoint-Präsentation, die noch nicht fertig ist. Aus der Schuldgefühl-Perspektive hast Du die Hoffnung: Hoffentlich merkt er das nicht! Dein schlechtes Gewissen ist wahrscheinlich so stark, dass Du mit Deinem Chef nicht mehr über die Präsentation sprichst.

 

Wenn Du stattdessen die Verantwortung übernimmst, ist die Position ganz anders. In dem Moment, wo Du es festgestellt hast, würdest Du dem Chef Bescheid sagen: "Ich habe Dir die falsche Präsentation geschickt. Tut mir leid!". Danach ist es leichter, nachzufragen, wie die Präsentation gelaufen ist. Vielleicht kennt Ihr die Situation aus Eurem Alltag.

 

100% Verantwortung ist eine Haltungsfrage. Wir haben uns entschieden, Verantwortung ganz zentral in unserer Führungsarbeit zu leben und einzubinden.

 

Gergely: [...] Und was Deine Verantwortung als Chef ist, wenn Deine Mitarbeiter nicht zugeben, wenn sie etwas gemacht haben, was nicht funktioniert hat, das kannst Du im Leadership 21 Seminar für Dich herausfinden!

 

 

Fazit: Das Wichtigste in Kürze

 

  • Freude und Erfüllung in der Zusammenarbeit sind der Grundstein für ein nachhaltig erfolgreiches Unternehmen.
  • Schuldgefühle stehen dem im Weg und daher ist es sowohl für Führungskräfte als auch für das Team wichtig, den Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung zu kennen und nach dem Verantwortungsprinzip statt nach dem Schuldprinzip zu handeln.
  • Schuld: ist vergangenheitsgerichtet und führt zu negativen Gefühlen (die einen Ausgleich für die Schuld darstellen). Um diese Gefühle zu vermeiden, wird meist versucht, sich der Schuld zu entziehen, wodurch nicht zur Lösung des Problems und zum Erfolg des Unternehmens beigetragen wird.
  • Verantwortung: ist zukunftsgerichtet und lösungsorientiert und nimmt die Situation und die Ursachen, die zu ihr geführt haben, objektiv wahr, um daraus Lösungswege und Änderungen für alle Beteiligten abzuleiten und umzusetzen. Das führt zum Erfolg des Unternehmens und zu Freude in der Zusammenarbeit.

 

 

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Als ich drei Wochen nach der Geburt meines ersten Kindes an Hodenkrebs erkrankt bin, wurde mir klar, dass ich drei Bedürfnisse habe:

 

1️⃣ Ich will weiterhin ein guter Unternehmer sein (und als Unternehmer weiter wachsen)

 

2️⃣ Ich will ein liebevoller Vater und Partner sein.

 

3️⃣ Ich möchte dafür sorgen, dass ich körperlich und geistig so fit bin, um die ersten beiden Ziele erreichen zu können. Durch die Krebsgeschichte und meine chronische Erkrankung weiß ich, dass das nicht selbstverständlich ist.

 

 

Daher habe ich mir feste Zeiten FÜR MICH im Kalender eingetragen. Zeiten, in denen ich dafür sorge, dass ich in top körperlicher & geistiger Verfassung bin.

 

Zum Beispiel gehe ich neben meiner Morgenroutine 2x in der Woche um 16 Uhr zum Joggen.

 

 

Und diese Termine sind nicht verhandelbar!

 

Wenn ich einen dieser Termine verschieben will, dann nur, wenn ich den Termin in der gleichen Woche nachholen kann. Sonst kann er nicht verschoben werden.

 

Selbst wenn ich eine Anfrage für ein geschäftlich signifikantes Meeting bekomme, ist es ein Nein.

 

Meine Empfehlung:

Wenn Dir etwas wirklich wichtig ist, dann trage es Dir in den Kalender und behandele es als nicht verhandelbar!

 

 

#familienmensch #familie #fokus

 

 

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Sich selbst und die eigenen Stärken zu kennen, ist manchmal gar nicht so einfach - als gute Führungskraft jedoch unerlässlich. Dieser Meinung ist auch Tim Falkenhagen. Im Artikel verrät er, wie es Dir mit dem Clifton Strenghts Assessment gelingt, deine Talente zu erkennen und optimal zu nutzen.

 

 

Frag 100 Menschen, wo ihre Stärken liegen und Du bekommst 100 verschiedene Antworten. Entgegen der gängigen Meinung sind wir nämlich doch alle aus einem anderen Holz geschnitzt. Aber häufig wissen wir gar nicht wirklich, wer wir sind und was wir können. Mein Gast Tim Falkenhagen - Vater, EO-Mitglied und zertifizierter Gallup CliftonStrengths Coach - hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen in ihrer Einzigartigkeit zu unterstützen und die Arbeitswelt positiver zu machen. Im Interview redet er über das CliftonStrenghts Assessment und wie es auch Dir dabei hilft, Klarheit über Deine Fähigkeiten zu bekommen, andere besser zu verstehen und Dein Unternehmen mit einer positiven Philosophie zu bereichern.


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Tim Falkenhagen: Selbstverwirklicher aus Leidenschaft

 

01:46 Arne: Hallo Tim, stelle Dich doch einmal vor. Wer bist Du und was hast Du bisher so gemacht?

Tim: Ich bin verheiratet und habe vier Kinder, bin seit acht Jahren EO-Mitglied im Chapter Hamburg und habe mein ganzes Berufsleben im grafischen Gewerbe verbracht. Ich habe Ingenieurwesen studiert, Kommunikationstechnologie, und bin in die Druckindustrie gegangen. Nach ein paar Jahren habe ich mich auf das Packaging spezialisiert und über zehn Jahre eine Agentur für Artwork Management geführt. In dieser Zeit habe ich gemerkt, dass ich die Liebe zum Packaging verloren habe und habe mich neu orientiert. EO war dabei ein ganz wichtiger Faktor!

 

03:48 Arne: Wann hast Du die Entscheidung getroffen, nicht mehr als Agenturinhaber arbeiten zu wollen, sondern Leadership-Coach und Strengths-Guru zu sein?

 

Tim: Das kann ich gar nicht genau definieren, weil das ein Prozess war. Ich hatte immer eine Leidenschaft für meine eigene persönliche Entwicklung und habe auch immer versucht, andere Menschen in ihrer Einzigartigkeit zu unterstützen. Ich unterstütze sie dabei, dass sie ideal eingesetzt werden, sich verwirklichen und sich innerhalb des Unternehmens verändern können. Mir wurde nach und nach klar, dass mir die Arbeit mit Menschen sehr wichtig ist. Das waren die ersten Zeichen für mich.CliftonStrengths - Schwächen? Gibt's nicht!

 

05:47 Arne: Wann ist Dir das Modell CliftonStrengths zum ersten Mal begegnet?

 

Tim: Das ist ein ganz verrückter Zufall. Ich bin durch EO zu einem Board Meeting nach Costa Rica geflogen und habe zwei Tage mehr eingeplant, um zu mir zu kommen. Dort habe ich das Buch "Freak Factor" von David J. Randall gelesen. Dieses Buch hat mich wahnsinnig angesprochen, weil es in einer schönen Art und Weise darlegt, wie jeder Mensch zu seinen Weaknesses stehen kann, da wir diese in der Regel besonders kritisch ansehen, während wir unsere Strengths nicht so richtig greifen können. David erklärt in seinem Buch einfach wunderbar, dass er auf seine Weaknesses genauso stolz ist wie auf seine Stärken und nur wer seine Weaknesses akzeptiert und liebt, kann auch seine Stärken lieben. In einem kleinen Beisatz hat er im Buch erwähnt, welche Trainings und Übungen er gemacht hat und dabei hat er auch das Clifton Strengths Assessment erwähnt. Ich habe den Test sofort gemacht und war höchst überrascht über seine Genauigkeit. Was ich auch großartig fand war, dass überhaupt keine Rede ist von Schwächen, sondern eigentlich immer nur von ausgeprägten und weniger ausgeprägten Stärken gesprochen wird. Diese positive Sicht auf einen Menschen oder ein Team finde ich wahnsinnig wertvoll.

 

Vom Unternehmer zum Gallup CliftonStrengths Coach


11:11 Arne: Du hast irgendwann entschieden, nicht mehr Agenturunternehmer sein zu wollen. Wie hast Du den Weg aus dieser Verantwortung der Agentur herausgefunden?

 

Tim: Das hat ein paar Jahre gedauert, denn es gibt natürlich Einiges auf diesem Weg zu erledigen. Ich habe so viel Energie in mir gespürt und bin dieser gefolgt, bis sich etwas ergeben hat. Ich liebe es heute, mit Einzelpersonen und Teams zu arbeiten und diese positive Unternehmenskultur zu implementieren. Das gibt mir Purpose! Ich habe das Gefühl, dass ich Menschen inspirieren kann und dass diese mir dankbar sind. In meinem früheren Geschäft war keiner dankbar. Deswegen bin ich so froh, dass ich den Mut hatte, diese Schritte zu gehen.

 

13:40 Arne: Wie würdest Du Dein Why oder Deinen Purpose heute definieren?

 

Tim: Ich möchte die Arbeitswelt positiver machen! Ich möchte jedem Menschen ermöglichen, zu seiner Exzellenz zu kommen und eine positive Ausrichtung im Leben anzunehmen. Gute Führungskräfte werden exzellente Führungskräfte, indem sie authentisch sind und ganz genau wissen, was sie ausmacht. So kann man ganze Unternehmen dazu inspirieren, die Arbeitswelt besser zu machen.

 

Talente & Blindspots entdecken mit dem Clifton Strenghts Assessment

 

16:14 Arne: Kannst Du uns beschreiben, wie dieses Clifton Strengths Assessment funktioniert?

 

Tim: Es gibt hunderte verschiedener Talente auf der Welt und die Psychologie bzw. der CliftonStrengths Test reduziert diese vielen möglichen Talente auf die 34 Wichtigsten bzw. Präsentesten. Diese Talente beschreiben die eigenen Gedanken-, Gefühls- und Verhaltensmuster. Die Systematik dahinter ist, zu schauen, welche ausgeprägten und weniger ausgeprägten Talente ich habe. Die Wahrscheinlichkeit, dass man jemanden trifft mit der gleichen Reihenfolge, ist eins zu 33 Millionen. Das öffnet den Horizont, intensiver auf andere Menschen zu schauen. Was steckt in diesem Menschen? Warum denkt, handelt und fühlt er, so wie er fühlt? Die ersten fünf Talente stehen für 40 bis 60 Prozent deiner Persönlichkeit, die ersten zehn für bis zu 90 Prozent und der Rest darunter ist eher Beiwerk.

 

20:07 Arne: Steigen wir in mein Ergebnis ein. Der Test dauert etwa eine halbe Stunde, 20 Sekunden hat man pro Frage Zeit. Was mache ich mit diesem Ergebnis? Wie geht man vor?

 

Tim: Zunächst ist es wichtig, dass Du Dich im Ergebnis wiedererkennst. Zu jedem Talent gibt es ein Konträr-Talent und in diesen Konträr-Talenten sind die Konfliktpotenziale und Blindspots versteckt. Du hast die Bindungsfähigkeit ganz oben. Dieses Talent beschreibt Menschen, die gerne eng auf einer tiefen, freundschaftlichen Basis mit anderen Menschen zusammenarbeiten. Es gibt aber auch Blindspots! Denn dadurch, dass man sich als bindungsfähiger Mensch verwundbar machen kann, findet diese Beziehung nicht mit jedem statt. Es ist ein Auswahlverfahren, das einen Menschen mit Bindungsfähigkeit vorantreibt.

 

25:49 Arne: Bisher hatte ich mit dieser Verletzbarkeit zum Glück noch keine Probleme. Was ich aber wahrnehmen kann, ist, dass bindungsfähige Menschen wählerisch und für andere nicht nahbar sind. Ich hätte gedacht, ich bin für alle Menschen nahbar, das stimmt aber nicht.

 

Tim: Das kann auch einen anderen Grund haben, da Du als neuntes Talent die Kontaktfreudigkeit hast. Im Gegensatz zur Bindungsfähigkeit bezieht sich die Kontaktfreudigkeit auf die Quantität und nicht auf die Qualität. Diese Menschen definieren sich über die Anzahl neuer Kontakte und das inspiriert Dich. Wenn Du diese Talente ausübst, sind sie ein Lieferant von Energie für Dich. Übst Du stattdessen die unteren Talente aus, musst Du dafür Energie aufwenden. Darüber kann man auch Burnout ergründen, weil Menschen diese Krankheiten bekommen, wenn sie zu sehr ihre nicht ausgeprägten Talente einsetzen.Ein anderes interessantes Talent von Dir ist die Tatkraft. Das ist eine Energie, die Dinge machen will und Dich im Team häufig als ungeduldigen Menschen erscheinen lässt. Das sind Leute, die viel und schnell reden, aber nachträglich erst nachdenken. Du beziehst Energie, wenn Du Dinge anstoßen kannst.CliftonStrenghts Talentthemen & ihre gemeinsame Wirkung.

 

35:40 Arne: Gibt es auch Kombinationen von Talenten, die gemeinsam anders wirken?

 

Tim: Diese 34 Talente sind aufgeteilt in vier Domains. Eine Domain beschreibt, wie wir Aufgaben durchführen, die zweite Domain ist Einflussnahme. Sie sagt aus, wie wir Gehör für uns und das Team erzeugen. Die Dritte ist Beziehungsaufbau. Diese zeigt, wie wir zwischenmenschliche Beziehungen pflegen und aufbauen. Die Vierte ist strategisches Denken, welches darlegt, wie wir die Zukunft gestalten und Maßnahmen erdenken.Im Letztgenannten ist bei Dir die Zukunftsorientierung auf Platz Zwei. Das ist eine Art, wie Du denkst. Du siehst Dinge in der Zukunft und möchtest sie realisieren. Wichtig dabei ist, dass es viele Menschen gibt, die keine Zukunftsorientierung haben und stattdessen nach Gründen und Ursachen in der Vergangenheit suchen. Die Zukunftsausrichtung ist etwas, was viele Entrepreneure ausmacht!Hier möchte ich kurz den Begriff der Filter mit einbringen. Vermutlich würdest Du sagen, das stimmt alles. Du siehst aber nicht, dass das etwas Besonderes ist und dass andere nicht so sind. Das beschreibt den Filter......

Wir sind mit ihm aufgewachsen und schauen unser Leben lang durch diese Brille. Das erklärt ein Stück weit, warum wir unsere Talente auch auf andere Personen projizieren und denken, sie verstehen uns und denken gleich. Das ist aber überhaupt nicht so!

Gerade wegen Deiner Zukunftsorientierung musst Du Dich gut artikulieren können, um anderen Menschen Deine Sichtweise verständlich zu machen.Dein viertes Talent ist die positive Einstellung. Das sind tolle Leute, die immer ein Späßchen auf der Lippe haben, die vom Positiven ausgehen und die negativen Dinge einfach wegdrücken. Das ist ein Talent, was einer zukunftsorientierten Vision manchmal entgegenwirkt. Als fünftes Talent hast Du die Vorstellungskraft. Sie ist verwandt mit der Zukunftsorientierung, liegt aber in der Gegenwart. Zukunftsorientierung ist visionär, Vorstellungskraft ist eher das kreative Element in Dir. Das beschreibt deine Liebe dazu, andere Perspektiven einzunehmen und dich in Menschen hineinzuversetzen. Das passiert ständig und immer in Deinem Kopf. Es kommt viel Quatsch dabei heraus, manchmal aber auch wirklich großartige Dinge. In deinem Fall, mit Zukunftsorientierung gepaart, bist Du ein typischer Visionary. Du bist ein Vorwärtsdenker und das ist sehr kräftig in Dir!

 

 

Mit dem CliftonStrenghts Assessment zum erfolgreichen Unternehmer

 

53:06 Arne: Sind die Talente nach diesem Modell fix oder dynamisch? Ich habe den Glaubenssatz, dass ich alles lernen kann, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Kann ich auch Talente, die bei mir weniger ausgeprägt sind, fördern?

 

Tim:

 

Du verschwendest Energie, wenn Du Talente ausübst, die Dir nicht liegen.

 

Die Talentebene ist angeboren, aber was darübersteht, sind das Wissen und die Fähigkeiten. Natürlich kann man Fähigkeiten dazugewinnen, indem man Aktivitäten übt, und das machen wir in unseren Unternehmen. Wir müssen aber auch die Ebene der Talente nutzen.

 

55:45 Arne: Wie kann ich als Unternehmer oder Führungskraft, wenn ich den Test gemacht habe, diese Erkenntnis idealerweise nutzen?

 

Tim: Es ist eine zusätzliche Informationsquelle über mich selbst, aber auch über die Menschen im Team. Wenn wir so etwas ins Team implementieren, gibt uns das Informationen, welche Motivatoren und Demotivatoren bei unseren Teammitgliedern vorherrschen, welche Gefühle und Verhaltensweisen die Menschen mitbringen. Diese Informationen nutzen wir für die Zielerreichung.

 

58:55 Arne: Spannend. Du hast gesagt, es gibt diese vier Domains - Durchführung, Einflussnahme, Beziehungsaufbau und strategisches Denken. Wenn ich mir in meinem Unternehmen die Ziele anschaue, dann könnte ich versuchen, sie nach den vier Domains zu clustern und zu schauen, welche Menschen in der spezifischen Domain gebraucht werden. Was kann ich denn tun, um meine Stärken noch weiter auszubauen?

 

Tim: Es gibt viele Übungen. Eine einfach Einstiegsübung wäre, Dir eine ganze Woche Zeit zu nehmen und mit der Bindungsfähigkeit anzufangen. Wann verwende ich Bindungsfähigkeit? Wie zeigt sich diese Bindungsfähigkeit? Versuche, die Situationen bewusst zu erleben.

 

01:01:44 Arne: Für mich war das Clifton Strengths Assessment total hilfreich. Du hast den Test schon mehrmals gemacht, nicht nur einmal. Waren alle 34 Positionen bei Dir immer in der gleichen Reihenfolge oder nur die ersten Fünf? Wie verhält sich das?

 

Tim: Ich habe es dreimal gemacht und unter den ersten acht waren immer die gleichen Talente. Das ist letztendlich aber unerheblich, denn......

 

es zählt der Ansatz, sich mit sich selbst zu beschäftigen und das Bewusstsein zu erlangen.

 

Führungskräfte sollten in sich selbst investieren, denn das ist das längste Commitment, was man machen kann. Das Clifton Strengths Assessment ist ein wunderbares Fundament, um damit anzufangen.

 

01:04:54 Arne: Super, das war sehr interessant. Wo können die Menschen oder andere Unternehmer, die dieses Thema spannend finden, aufschlagen?

 

Tim: Weitere Informationen findet ihr unter timfalkenhagen.de oder strength.partners.

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#leadership #positiveleadership #leader #führung #führungskräfte #guidingprinciples #positiveentrepreneurship #personaldevelopment #positivephilosophie #purpose #podcast #mindsetmovers Dir hat das Interview gefallen? Teile es mit Deinem Netzwerk

Kennst Du das? Du kommst nach der Arbeit nach Hause. Du spielst mit Deinen Kindern und plötzlich denkst Du "ich wollte doch noch...". Also greifst Du zum Handy. Deine Kinder melden Dir zurück: "Papa, leg das blöde Ding weg!". "Ja ja, nur ganz kurz". Wenn Du JETZT in Dich hinein spüren würdest, würdest Du merken, wie sich Stress breit macht! Im schlechtesten Fall, bekommen Deine Kinder diesen zu spüren. Vor allem, sollten sie anfangen, lauter zu protestieren.

 

 

Seit ich 2014 das erst mal Vater geworden bin, ist es mein Ziel, voll und ganz präsent zu sein. Wenn ich Zeit mit der Familie verbringe, möchte ich auch gedanklich voll da sein.
Stichwort: Achtsamkeit! 

 

 

Aus meiner Sicht ist das Handy ein der größten Achtsamkeitskiller. Ich habe mich immer wieder ertappt, wie mein Handy meine Aufmerksamkeit abgezogen hat. Wenn das Handy in der Nähe ist, kann man vieles kurz erledigen:

 

  • Kurz mal ein Foto von Kind machen.
  • Schnell mal nachschauen wie das Wetter am Wochenende wird.
  • Bei Amazon Windeln nachbestellen.
  • Auf Wikipedia etwas nachlesen.

 

 

Es ist mehr und mehr zur Gewohnheit geworden, Impulsen nachzugeben und diese am Handy sofort “abzuarbeiten”. Dabei wirst Du aber jedes Mal aus dem Moment gerissen und bekommst oftmals neue Impulse (verpasste Anrufe/Nachrichten), die wieder neue Gedanken hervorrufen. Kennst Du das auch?

 

Das alles führt dazu, dass Du in der Zukunft oder Vergangenheit lebst, nicht aber im Moment!

 

 

Den Flugmodus auf dem Handy zwischen 17:30 Uhr und 6:00 Uhr am nächsten Tag zu aktivieren ist für mich eine der Lösungen, diese Falle zu umgehen. Gut ist es auch, das Handy einfach im Büro liegen zu lassen.

 

 

Bei mir hat das zu einer enormen inneren Ruhe geführt. Dadurch bin abends viel gelassener, entspannter und achtsamer. Und darüber freut sich natürlich auch meine Frau.

 

 

Wie sieht's bei Dir aus? Hast Du Dich schon öfter dabei ertappt, im Sandkasten beim Spiel mit Deinen Kindern aufs Handy zu schauen? Oder wenn Du morgens die Brote für die Schule schmierst? Oder wenn Deine Frau Dir abends auf der Couch von ihrem Tag erzählen möchte und nach kurzer Zeit genervt aufsteht und ins Bett geht?

 

 

Versuche doch mal, das Handy in den Flugmodus zu schalten in Situationen, in denen Du absolut präsent sein möchtest (im Kino schaffen wir das ja auch :-)).

 

 

 

 

 

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BILD

 

Mein wichtigster Termin in der Woche - Der Cheftreff

 

Vorab: Mein Cheftreff hat nichts mit Sven Rittaus großartigem Podcast oder dem Hamburger Networking-Partying-Event Chefftreff zu tun.

 

 

 

 

In meinem Cheftreff treffe ich denjenigen, der in meinem Leben dafür verantwortlich ist, das ich glücklich und erfolgreich bin. Denjenigen, der sicherstellen soll, dass ich meine Zeit sinnvoll nutze, das ich alle Lebensbereiche im Blick habe und der dafür sorgt, dass ich permanent am Lernen bin.

 

 

 

Ich treffe mich selbst. 

 

 

Mein Ziel ist es, meine Zeit sinnvoll zu nutzen und jeden Tag mit den wirklich wichtigen Dingen zu verbringen. Dafür nutze ich den Cheftreff.

 

 

Jeden Freitagnachmittag bildet der Cheftreff den Abschluss meiner Arbeitswoche. Auf dem Foto könnt ihr erkennen, welche Elemente aktuell Bestandteil dieses Meetings sind.

 

 

Mein Cheftreff unterstützt mich dabei, meine Woche (und meine Gedanken) zu strukturieren, Ziele & Aufgaben zu evaluieren und mein Tun zu reflektieren.

 

 

 

Meine Empfehlung für Deinen ersten Cheftreff:

 

 

 

 

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