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Führung ist kein Naturtalent. Arne und Jörg stellen zehn Führungsskills vor, die aufeinander aufbauen und die Performance deines Unternehmens spürbar heben.

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  • 00:00
    Kann man Führung lernen?Warum die meisten wirksamen Führungskräfte Führung gelernt haben und wie die zehn Skills aufeinander aufbauen.
  • 01:56
    Standort bestimmenWas du schon gut kannst, wo deine offensichtlichen Lernfelder liegen und warum du für blinde Flecken ein Gegenüber brauchst.
  • 03:51
    Zwischenmenschliche DynamikenWie Überzeugungen, Vorwürfe und Retourkutschen entstehen und warum dieses Wissen im Beruf und privat so viel verändert.
  • 07:01
    Erwartungen und Konflikte klärenWarum Wünsche und Hoffnungen keine Erwartungen sind und Konfliktlösung nichts anderes ist als das Klären unerfüllter Erwartungen.
  • 09:57
    Motivation beeinflussenWarum du andere nicht motivieren kannst und wie du stattdessen Demotivationsfaktoren auflöst.
  • 11:54
    Was dich selbst antreibtDie eigene Gebrauchsanweisung kennen und die Andersartigkeit im Team schätzen lernen.
  • 14:17
    Wirksam verhandelnWarum du öfter verhandelst, als du denkst, und warum Win Lose Denken später auf dich zurückfällt.
  • 15:56
    Mitarbeitergespräche führenWarum Mitarbeitergespräch und Gehaltsverhandlung getrennt gehören und Haltung wichtiger ist als der Leitfaden.
  • 19:17
    Bessere MeetingsWie du Meetings kurz, wirksam und mit klarem Ergebnis gestaltest, wenn Führungszeit knapp ist.
  • 21:34
    Schwierige Gespräche führenDer Skill, der sich durch alle anderen zieht, und wie sich der Lernerfolg im Training messen lässt.

Shownotes

Zum Nachlesen

Führung lernen: Zehn Führungsskills, die in deinem Unternehmen etwas bewegen

Musst du ein Naturtalent sein, charismatisch, jemand, dem andere einfach folgen? Viele Führungskräfte tragen diese Frage mit sich herum, gerade wenn sie in einer Führungsrolle gelandet sind, ohne sich dafür geboren zu fühlen. Arne und Jörg können dich beruhigen. Führung lernen geht. Die allermeisten wirksamen Führungskräfte, denen sie begegnet sind, haben Führung irgendwann gelernt und gemeistert.

In dieser Folge vom Podcast Wirksam führen stellen die beiden die zehn Führungsskills vor, die aus ihrer Sicht vor allem für Geschäftsführer, aber auch für andere Führungskräfte die Nadel bewegen. Gemeint sind Fähigkeiten, die direkt beeinflussen, wie produktiv dein Team arbeitet und welche Performance dein Unternehmen oder deine Abteilung bringt. Die Reihenfolge ist bewusst gewählt. Jeder Skill baut auf dem vorherigen auf, und am Ende setzt sich alles wie ein großes Puzzle zusammen.

Standort und zwischenmenschliche Dynamiken

Der erste Skill ist die Standortbestimmung. Was kannst du schon gut, was gelingt dir heute schon? Und wo liegen deine individuellen Lernfelder? In der Arbeit mit Führungskräften, im Führungstraining wie in Inhouse Trainings, stellen Arne und Jörg diese Frage immer an den Anfang. Dabei zeigen sich zwei Kategorien. Die offensichtlichen Pain Points kennen viele selbst. Ihnen fällt es schwer, wirksam zu delegieren, eine klare Ansage zu machen oder Konflikte anzusprechen. Daneben gibt es verborgene Themen. Für die brauchst du ein Gegenüber, das dich konfrontativ und zugleich konstruktiv und liebevoll herausfordert. „Moment mal, ich habe den Eindruck, ist das vielleicht so?“ Ganz oft lautet die Antwort dann, ja, stimmt. Diesen Spiegel bekommst du im Training oder im Coaching.

Der zweite Skill ist das Verständnis zwischenmenschlicher Kommunikation. Wann steht ihr euch gegenseitig im Weg, und wann wird aus einem Gegeneinander ein Miteinander? Früher, sagt Arne, hätte man das Herrschaftswissen genannt. Wie entstehen Überzeugungen, und wie verändert man sie? Was nährt Vorbehalte, Vorwürfe und Ansprüche gegen andere? Wie laufen die Retourkutschen, mit denen Menschen gefühlte Ungerechtigkeiten ausgleichen, Auge um Auge, Tit for Tat?

Diese Dynamiken kennst du aus deinem Leben und deinem Führungsalltag. Du kannst sie vermutlich nur noch nicht klar benennen und herleiten. Es sind begrenzt viele. Hast du sie verstanden, kannst du wirksam eingreifen. Jörg nennt das einen echten Eye Opener, weil viel Schwere im Leben genau auf diesen Punkten beruht. Teilnehmende im Training feiern diesen Skill meist am meisten, weil er im Beruf und im Privatleben wirkt. Die beiden nennen ihre Haltung dazu die der Jedi. Sie setzen dieses Wissen für Menschen ein, damit alle gemeinsam wirksam und produktiv arbeiten.

Erwartungen klären und Konflikte lösen

Der dritte Skill dreht sich um Erwartungen. Du hast ständig welche, an dein Team, deine Chefin, deine Kunden und an Kollegen auf gleicher Ebene. Oft fällt es schwer, sie zu benennen. Du hoffst, dass die anderen sie von selbst erkennen und erfüllen, weil du ja so nett bist. Dann bekommst du nicht, was du willst, und bist sauer und frustriert.

Viele Führungskräfte sagen, klar habe ich Erwartungen. Beobachten Arne und Jörg sie genauer, kommunizieren sie diese gar nicht. Es sind eher Wünsche und Hoffnungen, und daraus entstehen Enttäuschungen. Selbst wer Erwartungen gut kommuniziert, kann sich eine zweite Frage stellen. Wie gut bist du darin, Erwartungen zu klären, also die Erwartungen der anderen zu erfragen und darauf einzugehen, bis auf beiden Seiten klar ist, woran ihr seid?

Damit seid ihr beim vierten Skill, der wirksamen Konfliktlösung. In der Definition der beiden ist sie nichts anderes als das Klären unerfüllter Erwartungen. Konflikte selbst sind erst einmal kein Problem. Sie eskalieren aber gern in Streit, in Frontenbildung, Cliquen und Koalitionen. Die andere Sackgasse ist toxische Harmonie. Das Team erzählt, es gebe gar keine Konflikte, kehrt alles unter den Teppich und stolpert trotzdem ständig darüber. Der dritte Weg ist Konfliktoffenheit. Wo ist der Konflikt, welche Erwartung ist unerfüllt, können wir das bitte klären?

Motivation verstehen, bei anderen und bei dir selbst

Der fünfte Skill betrifft die Motivation. Wann brennen Menschen vor Begeisterung, gehen gern die Extrameile und nehmen sich Themen an? Und ist es überhaupt deine Aufgabe, sie zu motivieren? Der Spoiler aus der Folge lautet, du kannst andere Menschen gar nicht motivieren. Viele Führungskräfte haben trotzdem genau diese Haltung, und dann wird vorgetanzt und Chaka gerufen.

Einfluss auf die Motivation hast du sehr wohl. Du verstehst, welche Demotivationsfaktoren die intrinsische Motivation überlagern, die ohnehin da ist. Meist sind es unerfüllte Erwartungen, ungelöste Konflikte oder die Dynamiken aus dem zweiten Skill. Löst du sie, ist die Bahn frei. Hier zeigt sich, warum die Reihenfolge wichtig ist. Mehr dazu hörst du in der Folge Alles über Motivation.

Der sechste Skill richtet den Blick nach innen. Was motiviert dich selbst? Arne möchte anderen erklären können, wie er tickt, wann es mit ihm leicht ist und wann schwer, eine Art Gebrauchsanweisung für sich als Mensch. Die beiden nutzen dafür das Reiss Motivation Profile.

Der zweite Gewinn ist der Blick auf andere. Jörg beschreibt das am Beispiel Struktur. Wer Ordnerstrukturen und saubere Prozesse liebt, hält das schnell für das beste Setting für alle. Manche Menschen blühen aber in flexiblen Umgebungen auf und werden verhaltener, wenn alles zu starr ist. Wer sich selbst erkennt, entdeckt die Andersartigkeit der anderen neu. Sie ist für etwas gut. Wird es unplanmäßig und du kommst ins Straucheln, springen genau diese Kolleginnen und Kollegen ein.

Wirksam verhandeln und Mitarbeitergespräche führen

Der siebte Skill ist wirksames Verhandeln. Du verhandelst viel öfter, als du denkst, in Gehaltsverhandlungen, mit Lieferanten, Dienstleistern oder dem Einkauf, und ständig um kleine Bedingungen im Alltag. Viele gehen mit Win Lose Denken hinein. Damit setzt du dich vielleicht durch und erzeugst genau die ungünstigen Dynamiken, die später auf dich zurückfallen. Eine Verhandlung funktioniert am Ende für beide Seiten, sonst macht der andere es nicht gern. Wie das konkret geht, zeigt die Folge Erfolgreicher verhandeln in 10 Minuten.

Der achte Skill ist der Klassiker, Mitarbeitergespräche führen. Gemeint sind die strukturierten Gespräche, die je nach Unternehmen quartalsweise, halbjährlich oder jährlich stattfinden. Trenne sie von der Gehaltsverhandlung. Ein Mitarbeitergespräch heißt so, weil der Mitarbeiter spricht. Du willst erfahren, wie er die letzte Zeit sieht, wie er seine Zielerreichung einschätzt und wohin er sich entwickeln möchte. Hängt die Gehaltsfrage am Ende dran, hörst du vorher Show und keinen Real Talk.

Den Sammelbegriff Feedbackgespräch haben Arne und Jörg irgendwann aufgegeben. Sie sprechen von Klärungsgesprächen, wenn etwas unklar ist, von Erwartungsgesprächen und von Konfliktlösungsgesprächen. Feedback heißt bei ihnen nur, was jemand selbst angefragt hat. Welchen Leitfaden du nutzt, ist zweitrangig. Zwei zentrale Punkte auf der Haltungsebene entscheiden, ob ein Gespräch wirkt. In den Leitfäden, die die beiden bisher gesehen haben, fehlen sie.

Bessere Meetings als Führungsskill

Der neunte Skill beginnt mit einem Blick in deinen Kalender. Wie viele Meetings hast du im Monat? Musst du überhaupt teilnehmen, und wer muss eingeladen werden? Meetingzeit ist oft keine produktive Zeit. Reflektiere, wie du heute mit Meetings umgehst und was von dir erwartet wird. Dann gestaltest du sie so, dass sie kurz und effizient sind und ein Ergebnis haben, ohne den Satz „da müssen wir uns noch mal zusammensetzen“.

Arne kennt das aus der Welt der Agenturen und Unternehmensberatungen. Dort haben Führungskräfte die höchsten Tagessätze und Stundensätze, und jede Stunde Führung konkurriert mit einer Stunde beim Kunden. Ist Führungszeit knapp, braucht es wenige, kurze Meetings mit den richtigen Leuten, ein paar Rituale und die Bereitschaft, Regeln und Konsequenzen zu leben. Wie das aussieht, besprechen die beiden in Führung ohne Zeitaufwand.

Schwierige Gespräche sind der größte Hebel

Der zehnte Skill zieht sich durch alle anderen. In jedem der neun Themen führst du Gespräche, und viele davon sind unangenehm. Welche das sind, ist bei jedem Menschen anders. Deshalb haben Arne und Jörg das Training schwieriger Gespräche mehrfach in alle Trainings eingebaut, online wie in Präsenz, damit du an deinen eigenen Themen üben kannst, bis es dir immer leichter fällt. Dein nächstes heikles Gespräch kannst du vorher im DialogLab üben.

Für alle, die Budget für die Entwicklung ihrer Führungskräfte verantworten, ist das der Gradmesser. Zu Beginn jedes Trainings bewerten die Teilnehmenden, wie schwer ihnen bestimmte Gesprächssituationen fallen, am Ende noch einmal, etwa auf einer Skala von 1 bis 10. Der Sprung dazwischen zeigt, wie viel wirksamer jemand künftig führt.

Führungskräfte, die nicht verstehen, wie Missverständnisse, Enttäuschungen und Vorwürfe entstehen, vergeuden ihre Zeit und die ihrer Leute. Wer schlecht verhandelt, verschenkt das Geld des Unternehmens. Schwache Mitarbeitergespräche führen dazu, dass die falschen Leute bleiben oder die richtigen gehen. Schlechte Meetings werden zur Kultur der Zeitverschwendung. Welche Kompetenz dabei die meisten Probleme löst, hörst du in der Folge über die wichtigste Führungskompetenz.

Führung kann jeder lernen. Dafür brauchst du den Willen, es lernen zu wollen, und den Mut, es auszuprobieren.

Willst du die zehn Skills mit mehreren Führungskräften angehen, ist ein Inhouse-Training der passende Weg. Bist du allein oder hast nur eine Handvoll Führungskräfte, passt das zwölfwöchige Leadership Training REFLECT. Zwischendurch hilft dir ein kurzes Gesprächstraining vor dem nächsten schwierigen Termin.

Wenn du gerade erst in die Führungsrolle gerutscht bist, findest du im Beitrag Neu in der Führungsrolle Orientierung für die ersten Monate.

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