Verborgene Stärken erkennen: ein kurzer Leadership Impuls
Welche Fähigkeit an dir hast du lange nicht mehr wertgeschätzt? Mit dieser Frage eröffnet Arne einen kurzen Leadership Impuls im Podcast Wirksam führen. Es geht um verborgene Stärken, also um Dinge, die dir besonders leichtfallen und auf die du vielleicht lange nicht mehr geschaut hast. Oft liegt das daran, dass sie dir selbstverständlich vorkommen.
Arnes These ist einfach. Gerade weil dir etwas leichtfällt, unterschätzt du es. Und gerade darin liegt eine Kraft, die du in deiner Führung viel gezielter nutzen kannst. Den Blick auf das zu richten, was du besonders gut kannst, und mehr davon in deinen Arbeitsalltag zu holen, ist aus seiner Sicht ein mächtiger Hebel.
Warum du deine eigenen Stärken so leicht übersiehst
Was dir leichtfällt, fühlt sich für dich normal an. Du konntest es schon immer, du musst dich dafür kaum anstrengen, also hältst du es für nichts Besonderes. Andere sehen das häufig ganz anders. Vielleicht ist es genau die Fähigkeit, für die dich Kolleginnen und Kollegen immer wieder fragen. Vielleicht wirst du deswegen regelmäßig konsultiert, wenn es irgendwo hakt.
Arne beschreibt das als typisches Muster. Die Dinge, die uns ultraleicht fallen, sind uns ein Stück weit selbstverständlich. Deshalb wertschätzen wir sie oft weniger, als andere es tun. Für dich ist es Alltag. Für dein Umfeld ist es eine echte Stärke.
Diese Lücke zwischen deinem eigenen Blick und dem Blick der anderen hat Folgen. Was du an dir selbst nicht siehst, setzt du auch nicht bewusst ein. Du nutzt deine Stärke dann eher zufällig, wenn eine Situation sie gerade abruft. Gezielt eingebracht, könnte sie viel mehr bewirken.
Im Führungsalltag geht es oft darum, wie du die Leistung deiner Mitarbeitenden wertschätzt. Arnes Impuls dreht die Blickrichtung um. Er lädt dich ein, die Wertschätzung zuerst auf dich selbst zu richten, auf das, was du mitbringst. Einen weiteren Blick auf das Thema findest du in der Folge über Ganzheit und ihre Wertschätzung.
Arnes Beispiel: die Gartenparty und die intrinsische Motivation
Wie leicht man eigene Stärken übersieht, hat Arne selbst erlebt. Am Wochenende vor der Aufnahme war er auf einer Gartenparty und traf dort einen alten Freund wieder. Der sagte zu ihm: „Arne, deine intrinsische Motivation ist ja ohnehin schon immer richtig hoch.“
Erst im Nachhinein ist Arne aufgefallen, was in diesem Satz steckt. Motiviert zu sein und eine gewisse Begeisterungsfähigkeit zu haben, für das Leben, für die Dinge, die er angeht, und für seinen Job, scheint eine echte Stärke von ihm zu sein. Darauf hatte er den Blick bis dahin gar nicht richtig gerichtet. Mit dem Satz des Freundes wurde ihm klar, dass er diese Stärke noch viel mehr nutzen kann.
Was dir leichtfällt, ist für dich nichts Besonderes. Genau deshalb lohnt es sich, dort hinzuschauen.
Das Beispiel zeigt, wie solche Erkenntnisse oft entstehen. Ein beiläufiger Satz von jemandem, der dich gut kennt, macht etwas sichtbar, das du selbst längst für normal gehalten hast. Wer sich tiefer mit dem Thema Motivation beschäftigen will, findet in der Folge Alles über Motivation den Unterschied zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation.
Welche verborgenen Stärken hast du als Führungskraft?
Arne gibt dir ein paar Anregungen, wo deine Stärke liegen könnte. Die Bandbreite ist groß, und es lohnt sich, die Fragen in Ruhe für dich durchzugehen.
Bist du ein guter Verhandler oder eine gute Verhandlerin? Vielleicht hast du dein letztes Gehalt sehr erfolgreich verhandelt oder mit einem Kunden ein starkes Ergebnis erzielt. Dann lohnt sich die Frage, ob du diese Fähigkeit in deinem Alltag als Führungskraft häufiger einbringen kannst. Wie du in kurzer Zeit wirksamer verhandelst, hörst du in der Folge Erfolgreicher verhandeln in 10 Minuten.
Vielleicht liegt deine Stärke darin, besonders empathisch zu sein oder besonders gut zuhören zu können. Vertrauen sich dir Menschen häufig an? Wirst du gesucht, wenn jemand etwas loswerden möchte? Diese Fähigkeit ist im Führungsalltag viel wert, weil gute Gespräche mit gutem Zuhören beginnen. Mehr dazu, wie du mit Fragen und Zuhören führst, findest du in der Folge über die Kunst, mit Fragen zu führen.
Oder bist du gut darin, Dinge zu klären? Wenn etwas im Argen liegt, wenn Konflikte schwelen, wenn es nicht richtig weitergeht und Unsicherheit herrscht, bist du vielleicht jemand, dem es leichtfällt, Klarheit zu schaffen. Diese Stärke ist in Teams besonders wertvoll, weil viele Menschen genau solchen Situationen lieber ausweichen. Wenn du sie weiter ausbauen willst, kannst du schwierige Gespräche gezielt trainieren.
Wenn dir deine Stärke nicht sofort einfällt
Vielleicht sitzt du jetzt da und dir fällt nichts ein. Das ist normal, und es passt genau zu dem, was Arne beschreibt. Was dir ultraleicht fällt, hältst du für selbstverständlich, also taucht es in deiner eigenen Liste gar nicht erst auf.
Arnes Vorschlag ist deshalb ganz praktisch. Frag deine Partnerin oder deinen Partner. Oder sprich mit einer vertrauten Kollegin oder einem vertrauten Kollegen. Frag einfach, wofür sie dich eigentlich schätzen und welche Stärken sie in dir sehen.
So ein Gespräch kostet ein bisschen Überwindung. Es fühlt sich ungewohnt an, andere nach den eigenen Stärken zu fragen. Genau deshalb ist es so ergiebig. Du bekommst einen Blick von außen, der dir zeigt, was du selbst übersiehst. Falls dich bei diesem Gedanken eher Zweifel an deinen Fähigkeiten beschäftigen, hilft dir vielleicht die Folge über Selbstzweifel als Führungskraft.
Stärken bewusst einsetzen: so bringst du sie in deinen Führungsalltag
Wenn du ein paar Antworten gesammelt hast, such dir eine Stärke heraus. Am besten eine, die du lange nicht gewertschätzt hast, weil sie dir so selbstverständlich ist. Dann folgt der eigentliche Schritt. Versuch in den nächsten Tagen und Wochen, in deinem Arbeitsalltag mehr Gelegenheiten zu schaffen, in denen du diese Stärke bewusst einbringst.
Das Wort bewusst betont Arne ausdrücklich. Du suchst gezielt die Situationen, in denen deine Stärke gebraucht wird, und setzt sie dort mit Absicht ein. Wenn deine Stärke im Verhandeln liegt, frag dich, in welchen Gesprächen deines Führungsalltags sie gebraucht wird. Wenn du gut zuhörst, überleg, wo du diesem Zuhören mehr Raum gibst. Wenn du gut klären kannst, schau, wo gerade etwas ungeklärt im Raum steht.
Mit dieser Frage arbeiten Führungskräfte auch im Leadership Training REFLECT. Dort geht es um das Bild, das du von dir selbst als Führungskraft hast, und um die Frage, wie du deine Wirkung mit mehr Klarheit und Absicht gestaltest.
Was für dich gilt, gilt auch für deine Mitarbeitenden. Auch sie halten das, was ihnen leichtfällt, oft für selbstverständlich. Wenn du die Frage aus diesem Impuls in dein Team trägst, hilfst du anderen, ihre Fähigkeiten bewusster einzusetzen. Vielleicht entdeckt ihr dabei Stärken, die bisher niemand richtig gesehen hat. Und vielleicht merkt jemand im Team zum ersten Mal, dass das, was ihm so leichtfällt, für die anderen gar nicht selbstverständlich ist. Genau so einen Moment hat Arne auf der Gartenparty erlebt.
Unternehmen, die so eine Haltung in der ganzen Führungsmannschaft verankern wollen, begleitet MINDSET MOVERS mit Führungskräfteentwicklung im Unternehmen. Wenn du lieber erst einmal für dich allein auf deine Stärken schauen willst, kann ein Führungscoaching der passende Rahmen sein.
Kurze Impulse oder lange Folgen?
Zum Schluss stellt Arne eine Frage an dich als Hörerin oder Hörer. Möchtest du häufiger so einen kurzen Leadership Impuls hören? Oder lieber mehr von den längeren Folgen? Oder mehr Interviews mit anderen Führungskräften, die von ihrem Führungsalltag und ihren Erfahrungen berichten? Auf Spotify kannst du dafür an einer Umfrage teilnehmen und Kommentare hinterlassen, etwa zu Leadership Themen, die dich interessieren.
Bis dahin kannst du mit deiner Stärke anfangen. Wenn sie im Klären liegt oder du sie dort entwickeln willst, kannst du im DialogLab Gespräche üben, die dir bisher schwerfallen. Und wenn du deine Stärken als Führungskraft systematisch weiterentwickeln willst, findest du im Führungskräftetraining REFLECT den Rahmen dafür.

