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Selbstzweifel kennt fast jede Führungskraft. Arne und Jörg zeigen, welchen versteckten Nutzen Zweifel haben und wie aus der Ob-Frage eine Wie-Frage wird.

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    Selbstzweifel und Imposter SyndromArne und Jörg erklären, warum fast jede Führungskraft Selbstzweifel kennt und was sie heute beleuchten.
  • 01:06
    Wozu sind Zweifel gut?Warum Zweifel ein Hinweis zur Kurskorrektur sein können und Antrieb entfachen.
  • 03:26
    Zweifel in der neuen RolleWie Unsicherheit in einer neuen Führungsrolle auf Lernbedarf aufmerksam macht.
  • 04:01
    Worüber zweifelst du genau?Warum vage Ziele Zweifel verstärken und Klarheit befreit, am Beispiel eines Gründers im Vertrieb.
  • 06:49
    Positive und negative SelbstreferenzierungWarum es lähmt, jeden Misserfolg auf dich zu beziehen, und Lob dann kaum ankommt.
  • 09:46
    Der versteckte NutzenWie Zweifel dir Verantwortung ersparen oder dich als vermeintlichen Hochstapler zu Höchstleistung antreiben.
  • 13:18
    Stimmt das wirklich?Wie du Kausalitäten prüfst und absolute Urteile über dich entkräftest.
  • 17:14
    Pygmalion Effekt und Henry FordWarum sich bewahrheitet, was du über dich glaubst.
  • 19:46
    Befürchtungen, Sein und TunWarum die meisten Befürchtungen unwahrscheinlich sind und du Ergebnisse auf dein Tun beziehen solltest.
  • 25:30
    Was das für deine Führung bedeutetWie du Stärken und Lernfelder als Führungskraft trennst und aus der Ob-Frage eine Wie-Frage machst.

Shownotes

Zum Nachlesen

Selbstzweifel als Führungskraft: Wozu sie gut sind und wie du rauskommst

Was ist, wenn ich hier einen Fehler mache? Was, wenn die anderen merken, dass ich gar nicht so souverän bin, wie alle denken? Selbstzweifel als Führungskraft kennen fast alle, auch erfahrene Leader. Manche nennen es Imposter Syndrom, das Gefühl, eigentlich ein Hochstapler zu sein. Arne und Jörg begegnet das Thema bei den Menschen, mit denen sie arbeiten, und sie kennen es auch von sich selbst.

In dieser Folge vom Podcast Wirksam führen schauen sie darauf, was hinter Selbstzweifeln wirkt, und geben dir Fragen an die Hand, mit denen du sofort arbeiten kannst. Eine psychologische Diagnose stellen sie bewusst nicht, das ist ausdrücklich nicht ihr Fachbereich.

Wozu Zweifel gut sein können

Jörg stellt gleich zu Beginn die Frage, wozu Zweifel eigentlich gut sind. Selbstzweifel fühlen sich unangenehm an, vor allem, wenn sie lange anhalten. Trotzdem will Arne sie nicht verteufeln. Zweifel sind oft ein Hinweis darauf, dass etwas nicht funktioniert oder die Ambitionen zu hoch gegriffen waren. Sie sorgen dafür, dass du nicht an Dingen festhältst, die nicht laufen. Arne erzählt, dass Zweifel ihn oft zu einer klaren Entscheidung geführt haben. Lass ich das? Mach ich es anders? Oder probiere ich einen neuen Weg, weil ich von der Richtung überzeugt bin? So können Zweifel Antrieb entfachen und Korrekturen ermöglichen.

Jörg ergänzt, dass auch wer gerade eine neue Stelle antritt oder neu in der Führungsrolle ist, häufig zweifelt. Das Gefühl macht dich darauf aufmerksam, dass du noch Dinge lernen darfst, um dich sicherer und souveräner zu fühlen.

Worüber zweifelst du eigentlich genau?

Eine der hilfreichsten Fragen der Folge lautet, worüber du eigentlich Selbstzweifel hast. Selten zweifelt jemand global galaktisch an allem, was er anfasst. Meist geht es um bestimmte Dinge, etwa ob du ein Ziel erreichst, eine neue Stelle ausfüllst oder einen Turnaround schaffst. Arnes Beobachtung ist, dass Zweifel viel mit vagen Zielen zu tun haben. Je konkreter und messbarer es wird, desto leichter kannst du sagen „Ich traue mir das zu“ oder eben „Das sollte jemand anders machen“. Beides befreit, und Letzteres fühlt sich dann auch nicht wie Scheitern an.

Jörg bringt das Beispiel eines Gründers, der sich fragt, ob er überhaupt Unternehmer kann. Bei genauerem Hinsehen klappen der Umgang mit Menschen und das Marketing gut. Unsicher wird er im Gespräch mit potenziellen Kunden. Dann lautet die Frage, ob jemand anderes den Vertrieb übernimmt oder was er bräuchte, um sich dort souveräner zu fühlen. Ein konkreter Zweifel lässt sich bearbeiten. Ein globaler färbt auf deinen gesamten Selbstwert ab.

Arne spricht von positiver und negativer Selbstreferenzierung. Wer jeden Erfolg sich selbst zuschreibt und jeden Misserfolg anderen, kann nichts dazulernen. Wer dagegen alles, was misslingt, auf sich bezieht, wird von seinen Zweifeln zermürbt. Diese Menschen tun sich auch schwer, Lob anzunehmen. „Glück gehabt, gute Partner, blindes Huhn findet auch mal ein Korn.“ Auch das stimmt meistens nicht.

Der versteckte Nutzen deiner Selbstzweifel

Die entscheidende Frage lautet, wozu du das machst. Wenn wir uns langfristig auf eine bestimmte Weise verhalten, hat das trotz aller Nachteile irgendeinen Nutzen. Bei Selbstzweifeln kann der sehr unterschiedlich aussehen.

Jörg beschreibt die eine Seite. Zweifel können dir Verantwortung ersparen. Wer überzeugt ist, keinen Vertrieb zu können, ist auch nicht für den Umsatz verantwortlich. Arne ergänzt, dass manche ihre Ambitionen runterschrauben. „Sei doch mal realistisch.“ Dann setzt du dir lieber kleine, leicht erreichbare Ziele, die dich nicht mehr inspirieren.

Am anderen Ende des Spektrums werden Zweifel zum Antreiber. Arne hat in seinen Unternehmernetzwerken oft von Menschen gehört, die sich selbst für Blender halten. Hoffentlich merkt niemand, dass ich gar nicht der Superheld bin, als den mich die Medien darstellen. Also geben sie noch mehr Gas, lernen noch mehr und gehen die Extrameile, oft über ihre eigenen Bedürfnisse hinaus.

Welcher Mechanismus bei dir wirkt, kannst nur du beantworten. Hilfreich ist ein Gespräch mit einer vertrauten Person, die nachfragt. Hast du niemanden im Umfeld, bieten Arne und Jörg an, das gemeinsam mit dir im Coaching zu untersuchen.

Stimmt das wirklich? Der Gedankencheck

Nimm an, du hast ein Ziel verfehlt und sagst dir innerlich, dass du ein Loser bist und es nicht kannst. Dann prüf die Kausalität. Hast du es in ähnlichen Situationen immer verfehlt? Oder gab es mindestens eine Situation, in der dir etwas Vergleichbares gelungen ist? Wenn ja, ist dein Urteil über dich nicht haltbar.

Beim Vertriebsbeispiel heißt das, ehrlich hinzuschauen, warum der Kunde damals gekauft hat. Nur wegen Glück? Oder auch, weil du souverän präsentiert, gute Fragen gestellt und den Bedarf erkannt hast? Arne gibt offen zu, dass er sich diese Fragen selbst oft nicht stellt, wenn er in Selbstzweifeln steckt. Dann suhlt man sich lieber ein wenig in der schlechten Befindlichkeit, vielleicht auch, weil man Mitgefühl bekommt. Jörg findet die Frage „Stimmt das wirklich?“ gerade deshalb so mächtig. Sie bringt Leichtigkeit zurück und lenkt den Blick darauf, warum es damals funktioniert hat.

Dasselbe gilt für Befürchtungen. Wenn ich bei diesem Projekt einen Fehler mache, fliege ich raus. Wenn wir die Deadline reißen, kündigt der Kunde alle Verträge. Die Frage, wie wahrscheinlich das wirklich ist, holt dich zurück auf den Boden.

Aus der Ob-Frage eine Wie-Frage machen.

Arne erinnert an den Pygmalion Effekt. Was du über andere Menschen denkst, bekommst du von ihnen auch. Das gilt genauso für dich selbst. Henry Ford wird der Satz zugeschrieben, dass du in jedem Fall recht behältst, ob du glaubst, du kannst es, oder glaubst, du kannst es nicht. Passend dazu sind die Folgen Was du denkst, bekommst du auch und Limitierende Glaubenssätze und schwache Ergebnisse.

Eine zweite Frage hilft beim Aussteigen. Führst du dein Ergebnis auf dein Sein zurück oder auf dein Tun? Wer sagt „Ich bin halt so“, hat eine bequeme Rechtfertigung, denn wer falsch ist, kann nichts richtig machen. Wer erkennt, dass er etwas Falsches getan hat, kann es beim nächsten Mal anders tun.

Jörg erlebt das zu Hause mit seinen Kindern. „Ich bin so dumm, ich kann kein Mathe.“ Hier hilft es, Tun und Sein zu trennen. Eine schlechte Note sagt nichts über den Menschen aus. Genauso wirken kollektive Überzeugungen wie „Wir Müllers waren schon immer schlecht in Mathe“. Arne erinnert sich an Lehrer, die einen bloßgestellt haben. Viele haben erlebt, dass Mathe plötzlich ging, als es jemand anders und ohne Urteil erklärt hat. Das kleine Wort „noch“ verändert viel. „Ich kann Ableitungen noch nicht“ öffnet einen Weg zum Lernen.

Was das für deine Führung bedeutet

Hast du ein Abteilungsziel verfehlt, die Einsparung nicht geschafft oder eine schlechte Mitarbeiterbewertung bekommen, kannst du dir einreden, eine schlechte Führungskraft zu sein. Oder du schaust genau hin. Welche Aspekte von Führung gelingen dir gut und fallen dir leicht? In diesen Bereichen bist du schon eine gute Führungskraft. Welche gelingen dir noch nicht? Vielleicht ist es das eine oder andere schwierige Gespräch, eine Korrektur oder das Ausräumen von Zweifeln bei anderen. Genau das Gespräch, vor dem dir graut, kannst du in einem Gesprächstraining vorher durchspielen, bis es sich vertrauter anfühlt.

Am Ende steht die Frage, ob du ein statisches oder ein dynamisches Mindset hast. Glaubst du, dass du etwas nie können wirst, oder dass du es noch nicht kannst? Wer sich für die Wie-Frage entscheidet, sucht nach Wegen. Im Leadership Training REFLECT, dem zwölfwöchigen Online-Programm von MINDSET MOVERS, lernst du, wirksam zu kommunizieren. Viele, die mit Zweifeln ins Führungskräftetraining kommen, gehen mit der Erfahrung raus, dass es geht. Wollt ihr das für alle Führungskräfte im Unternehmen, ist ein Inhouse-Training der passende Rahmen. Das konkrete Gespräch kannst du jederzeit im DialogLab üben. Und wenn dich das Gefühl beschäftigt, gar nicht zur Führung geboren zu sein, hör in die Folge Zum Führen ungeeignet? rein.

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