Produktivität im Team steigern: zwei Perspektiven
Wie kannst du die Produktivität in deinem Team steigern? Arne beantwortet diese Frage in dieser Solofolge im Podcast Wirksam führen aus zwei Perspektiven. Seine These ist deutlich. Wenn Kompetenz, Werkzeuge und Prozesse vorhanden sind und die Produktivität trotzdem hinter den Möglichkeiten bleibt, liegt die Ursache mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in zwischenmenschlichen Dynamiken.
Die erste Perspektive fragt, ob deinem Team etwas fehlt. Vielleicht auf der Ebene der Kompetenz, der Tools oder der Prozesse. Vielleicht hast du junge Menschen mit wenig Erfahrung, die einfach noch nicht so produktiv sind wie erfahrene Kolleginnen und Kollegen. Oder euch fehlen Prozesse und Ansätze.
Arne erinnert daran, dass für viele Start-ups und für große Teile der Digitalbranche und Techbranche das vergangene Jahr das Jahr der Effizienz war. Viele Unternehmen haben durch künstliche Intelligenz, etwa ChatGPT und andere Tools, ihre Effizienz und Produktivität gesteigert. Sie haben das Verhältnis von Output zu Input nach oben getrieben.
Wenn das dein Engpass ist, gibt es viele Ansätze und Beratungen, die dich weiterbringen. Arne nennt als Beispiel E-Tribes in Hamburg. Spannender für Führungskräfte ist die zweite Perspektive.
Die zwischenmenschliche Bremse
Angenommen, Kompetenz, Tools und Prozesse sind da. Du wünschst dir trotzdem mehr Produktivität in deinem Team. Dann liegt die Ursache sehr wahrscheinlich in zwischenmenschlichen Dynamiken, die Produktivität bremsen. Das ist der häufigste Grund, den Arne beobachtet, wenn er mit Unternehmen arbeitet, die nicht so produktiv sind, wie sie sein könnten. Er beschreibt vier typische Bremsen.
Erste Bremse: ungelöste Konflikte
Ganz vorn stehen ungelöste Konflikte. Konflikte im Team oder zwischen Führungskraft und Team. Manche schwelen lange, andere werden offen als Streit ausgetragen. Ungelöste Konflikte sind im Kern immer unerfüllte Erwartungen. Und sie führen oft dazu, dass Menschen sich subjektiv ungerecht behandelt fühlen.
Menschen neigen dazu, so etwas auszugleichen. Es entsteht ein Spiel nach dem Muster „Wie du mir, so ich dir“. Leute tun sich gegenseitig eins rein. Diese Dynamik ist ein absoluter Produktivitätskiller. Häufig fehlen Führungskräften die Ansätze und die passende Haltung, um solche Konflikte schnell anzusprechen und aufzulösen.
Zwischenmenschliche Dynamiken sind eine riesige Ablenkung. Sie kosten Fokus, Zeit und Energie, und genau diese Ressourcen fehlen dann, um produktiv zu sein.
Frag dich, wo in deinem Team gerade unausgesprochene Erwartungen liegen. Wer fühlt sich ungerecht behandelt? Und wo zahlt gerade jemand etwas zurück, ohne dass es offen auf dem Tisch liegt?
Wie du Konflikte früh und offen ansprichst, besprechen Arne und Jörg in der Folge über konstruktive Konfliktoffenheit. Und warum stille Erwartungen so oft zu Konflikten werden, hörst du in der Folge über Fehler im Erwartungsmanagement. Wenn du merkst, dass dir genau diese Gespräche schwerfallen, kannst du sie in einem Gesprächstraining vorbereiten, bevor du sie führst.
Zweite Bremse: fehlende Ausrichtung
Der zweite große Punkt ist fehlende Ausrichtung. Viele Mitarbeitende fühlen sich verloren bei der Frage, was ihr Beitrag zum großen Ganzen ist. Welchen Wert schafft das, was ich tue? Was ist der Sinn dahinter? Oft sehen sie nur ihre Aufgabe, und isoliert betrachtet wirkt sie manchmal sinnlos.
Wenn Menschen den Bezug zum großen Ganzen nicht herstellen können, kostet das unglaublich viel Motivation und Antrieb. Es ist schwer, sich zu Dingen aufzuraffen, die für einen selbst keinen Sinn ergeben. Als Führungskraft und noch mehr als Unternehmerin oder Unternehmer ist es deine Aufgabe, das zu erkennen. Du sorgst dafür, dass die Menschen in deinem Team den Beitrag ihres Handelns zum großen Ganzen sehen.
Eine einfache Prüffrage hilft. Könnte jede Person in deinem Team in einem Satz sagen, wozu ihre Arbeit beiträgt? Wenn du bei einzelnen zögerst, weißt du, wo du ansetzen kannst. Wie Identifikation ohne große Floskeln entsteht, hörst du in der Folge über Purpose und Identifikation.
Dritte Bremse: Ängste im Team
Der dritte Punkt sind Ängste. Viele Führungskräfte, aber auch Menschen in Teams, die auf den Erfolg der Zusammenarbeit angewiesen sind, haben Angst. Angst vor Bestrafung, Angst, Fehler zu machen.
Arne beobachtet ein Muster. Überall dort, wo Fehlerkultur gepredigt wird und Leute sagen, man brauche mehr davon, wirkt meistens eine Kultur der Angst vor Bestrafung. Was Menschen dort fürchten, ist die Strafe für einen Fehler. Bestrafung kann vieles sein. Ausschluss aus der Gruppe, Ignoranz, jemand wird sauer, laut oder reagiert genervt. Oder man verbaut sich Karrierechancen. Mehr dazu, warum Offenheit allein die Fehlerquote nicht senkt, hörst du in der Folge über Fehlerkultur.
Wenn in deinem Unternehmen also nach mehr Fehlerkultur gerufen wird, lohnt sich die Gegenfrage. Was passiert bei uns eigentlich, wenn jemand einen Fehler macht? Wer reagiert wie? Die Antwort zeigt dir, wo die Angst sitzt.
Es gibt noch ganz andere Ängste. Manche Führungskräfte sprechen bestimmte Dinge bei scheinbar sehr wichtigen Mitarbeitenden oder in sehr wichtigen Rollen nicht an. Aus Angst, diese Menschen zu verlieren. Dann werden sie mit einer dysfunktionalen Haltung mit Samthandschuhen angefasst. Klärende Gespräche finden nicht statt, weil man niemandem auf die Füße treten will.
Auch diese Ängste wirken sich negativ auf die Produktivität aus, weil wichtige Dinge unausgesprochen bleiben. Wie du aus dieser Lage herauskommst, besprechen Arne und Jörg in der Folge Erpressbar aus Angst, dass Mitarbeiter kündigen. Dazu kommt die Angst, andere zu verletzen, und deshalb bestimmte Dinge nicht zu sagen.
Wenn du solche Muster in deinem Unternehmen oder bei dir selbst beobachtest, ist das ein starker Hinweis. Genau hier liegt ein großer Hebel, um die Produktivität deines Teams nach vorn wirksamer zu gestalten.
Vierte Bremse: unklare Eskalationsmechanismen
Den vierten Punkt beobachten Arne und Jörg ebenfalls häufig. Es ist Unklarheit über die Eskalationsmechanismen. In vielen Teams ist viel zu tun. In vielen Unternehmen wählen Menschen heute sehr selbstbestimmt ihre Aufgaben oder den Weg, auf dem sie sie umsetzen. Gleichzeitig werfen Führungskräfte oft einfach weitere Aufgaben auf den Stapel.
Wenn es dann einen Ressourcenengpass gibt, ist unklar, welche Aufgabe Priorität hat. Gibt es dafür Leitplanken? Eine Logik? Kann ich die Priorität aus Werten wie Customer First ableiten? Wenn nicht, fühlen sich Menschen verloren. „Ich weiß nicht, wie ich das priorisieren soll. Wen frage ich jetzt? Kann ich Projekt A liegen lassen und Projekt B machen?“
Eine klare Eskalation heißt, kurz bei jemandem Orientierung holen und schnell wieder produktiv sein. Ohne sie arbeiten Menschen im Zweifel an der falschen Priorität und verschenken Produktivität. Für dich als Führungskraft heißt das, Leitplanken für Prioritäten zu schaffen und klar zu sagen, an wen sich jemand wenden kann, wenn zwei Aufgaben kollidieren. Das kostet dich wenig Zeit und gibt deinem Team Orientierung. Wie du Prioritäten klärst, hörst du in der Folge über Unsicherheit beim Setzen von Prioritäten.
Wie ihr die Produktivität im Team nachhaltig steigert
Wenn du dich in diesen Punkten wiedererkannt hast, in zwischenmenschlichen Konflikten, in Ängsten, in unklarer Ausrichtung oder unklaren Prioritäten, dann sind das genau die Themen, die wir mit Unternehmen und Teams in unseren Trainings angehen. Arne beschreibt das Ziel so. Wir befähigen euch, geben euch eine funktionale Haltung und die passenden Werkzeuge, damit ihr mit euren Teams produktiver werdet.
Für einzelne Führungskräfte ist das Leadership Training REFLECT der passende Rahmen. Dort arbeitest du an der Haltung, mit der du Konflikte ansprichst und Klarheit schaffst. Wenn ihr als ganzes Unternehmen an Konflikten, Ängsten und Ausrichtung arbeiten wollt, setzt ein Inhouse-Training direkt bei euren Teams an. So wird aus einzelnen Erkenntnissen eine gemeinsame Führungskräfteentwicklung im Unternehmen.
Die konkreten Gespräche, in denen schwelende Konflikte endlich auf den Tisch kommen, kannst du im DialogLab durchspielen. Und wenn du mit anderen Führungskräften gemeinsam lernen willst, ist ein Führungskräftetraining wie REFLECT ein guter nächster Schritt für eine produktive Woche und ein produktives Team.

