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Arne erlebt im Seminar, wie eine Wertschätzungsrunde die Energie im Raum dreht. Wie du Wertschätzung im Team bewusst einsetzt und was sie mit Leistung macht.

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  • 00:00
    Worum es gehtArne war im Seminar verblüfft, wie stark Wertschätzung wirkt, und Jörg erinnert an das Motto „Nicht gemeckert ist genug gelobt“.
  • 02:12
    Die WertschätzungsduscheArne erzählt, wie er am zweiten Trainingstag nach der Mittagspause eine träge Gruppe erlebt hat.
  • 03:00
    Zwei Minuten in ZweiergruppenDie Regeln der Übung, wofür du wertschätzen kannst und warum Aufrichtigkeit die Bedingung ist.
  • 04:29
    Auch Geben tut gutWarum sich Wertschätzen für beide Seiten gut anfühlt und eine Verbindung entsteht.
  • 05:53
    Runde zum MeetingstartWie du als Führungskraft die Übung initiierst und dich selbst bewusst herausnimmst.
  • 07:04
    Vorbereitet wertschätzenArne beschreibt, wie du jede Person im kleinen Team aufrichtig und konkret wertschätzt.
  • 08:34
    Selbstverständliche StärkenWarum wir eigene Stärken oft übersehen und was es bewirkt, sie von anderen zu hören.
  • 10:00
    Vor Workshops und ArbeitsmeetingsWann sich eine Wertschätzungsrunde besonders lohnt und welche Energie sie freisetzt.
  • 10:43
    Ansprachen, die knallenNach der Runde halten die Teilnehmenden kurze Ansprachen, die Arne als Exzellenz erlebt.
  • 12:06
    Nur positives FeedbackDie Spielregel ausschließlich positiver Verstärkung und Arnes Schluss zu Wertschätzung und Performance.

Shownotes

Zum Nachlesen

Wertschätzung im Team wirkt stärker, als viele Führungskräfte denken

Wertschätzung im Team gilt in vielen Unternehmen als weiches Thema. Ein Modebegriff in der Führung, der in Leitbildern steht und im Alltag schnell untergeht. Jörg erinnert in dieser Folge an einen Satz, den man in Süddeutschland gern sagt. „Nicht gemeckert ist genug gelobt.“ Das ist ziemlich genau das Gegenteil von dem, worum es hier geht.

Arne war selbst verblüfft. In einem Training hat er erlebt, wie eine kurze Übung zur Wertschätzung die Stimmung in einem Raum gedreht hat. Die Menschen sind aufgeblüht, hatten eine Leichtigkeit, als würden sie schweben, und haben danach Ergebnisse gezeigt, die er als Exzellenz bezeichnet. Seine These ist klar. Wertschätzung, bewusst eingesetzt, kann zu herausragender Performance führen.

Den naheliegenden Einwand nimmt er gleich vorweg. Es gibt keine einfache Kausalität. Du gehst nicht zu jemandem hin, sagst ihm etwas Nettes, und am nächsten Tag liefert er Spitzenergebnisse. Mit einer wertschätzenden Atmosphäre kannst du als Führungskraft aber wirklich etwas verändern. Wenn du dich schon mal gefragt hast, ob Wertschätzung wirklich so wichtig ist, bekommst du hier ein sehr konkretes Beispiel aus der Praxis.

Die Wertschätzungsdusche nach der Mittagspause

Die Situation kennt jeder, der schon mal ein Seminar erlebt hat. Zweiter Tag eines zweitägigen Trainings, die Gruppe kommt aus der Mittagspause. Alle sind satt, ein bisschen träge, und es liegen noch rund drei Stunden vor ihnen. Einige sagen, sie bräuchten jetzt eigentlich Bewegung.

Arne hatte keine Bewegungsübung parat. Er hat aber wahrgenommen, dass die Stimmung im Raum gar nicht schlecht war. Die Leute waren einfach voll und müde. Also hat er eine Übung angeleitet, die in Seminaren unter Namen wie Wertschätzungsdusche bekannt ist.

Die Regeln sind schlicht. Zwei Menschen tun sich zusammen, die sich kennen und schon einmal zusammengearbeitet haben. Eine Person sagt der anderen zwei Minuten lang, wofür sie sie wertschätzt. Dann wird gewechselt, und die andere Person ist dran.

Wertschätzen darfst du dabei alles. Etwas Oberflächliches genauso wie etwas Tiefgründiges. Eine Fähigkeit, die du selbst gern hättest. Ein Ergebnis, das die Person erreicht hat. Eine Herausforderung, die sie angenommen hat. Einen Moment, in dem sie mutig war, sich durchgesetzt oder einen Fehler eingestanden hat.

Eine Bedingung war Arne wichtig, und das ist Aufrichtigkeit. „Sagt bitte nur Dinge, die ihr auch fühlt.“ Es gibt so vieles, wofür wir Menschen aufrichtig wertschätzen können. Du musst also nichts erfinden.

Warum Wertschätzen auch dem Gebenden guttut

Nach der Übung fragt Arne immer nach. Hat sich eure Befindlichkeit verändert? Die Antwort kam sofort. Alle waren besser drauf, hatten ein Lächeln im Gesicht, waren begeistert.

Spannender wird es bei der zweiten Frage. Wie hat es sich angefühlt, den anderen wertzuschätzen? Auch hier sagten die meisten, dass es sich gut anfühlt. Arne vergleicht das mit Geschenken. Jemandem etwas zu schenken macht Freude, und wer ein ehrliches Kompliment oder Wertschätzung verschenkt, erlebt genau das. Zwischen beiden entsteht eine Verbindung, und beide wachsen daran.

Jörg greift das Wort Verbindung auf. Wertschätzung stärkt den Halt zwischen Menschen, die Verbundenheit im Team. Für ihn liegt der Unterschied darin, dass man sich explizit Zeit nimmt. Ein schnelles „Toll gemacht“ auf dem Gang wirkt beiläufig und geht oft verloren. Wenn du dir dagegen bewusst zwei Minuten nimmst und der andere einfach zuhört, bekommt das Ganze einen Rahmen. Arne bringt es auf den Punkt. Sich diese Zeit zu nehmen, ist selbst schon ein Ausdruck von Wertschätzung.

So setzt du Wertschätzung als Führungskraft im Meeting ein

Was im Seminarraum funktioniert, kannst du in dein Team holen. Arne und Jörg beschreiben zwei Wege.

Der erste ist eine Runde zu Beginn eines Meetings. Ihr seid sechs Leute, und bevor es inhaltlich losgeht, bittest du alle, Zweiergruppen zu bilden. Jörg stellt sich das so vor: „Stopp mal. Die ersten fünf Minuten gehören jetzt uns.“ Jeder schenkt dem anderen zwei Minuten. Nach vier Minuten könnt ihr wechseln und neue Paare bilden, dann verstärkt sich der Effekt. Arne sagt dazu nur, das potenziert sich.

Deine Rolle dabei ist klar. Du initiierst die Runde und nimmst dich selbst heraus. Jörg würde sogar aus dem Raum gehen. Fishing for Compliments hat hier nichts verloren. Du startest die Übung ja gerade nicht mit der Absicht zu hören, wie toll dein Team dich findet. Wie solche Rituale auch auf Distanz funktionieren, hörst du in der Folge über die Wertschätzungsrunde im Remote-Team.

Der zweite Weg braucht etwas Vorbereitung. Arne hat ihn selbst in einem kleinen Team mit vier Leuten ausprobiert. Diesmal wertschätzt du als Führungskraft jede Person im Raum. Vorher beantwortest du dir eine ehrliche Frage. Kann ich jede einzelne Person hier aufrichtig wertschätzen, und wenn ja, wofür?

Bei der einen ist es vielleicht ihr Mut. Bei der nächsten ein großartiges Ergebnis. Jemand anderes war zuletzt besonders hilfsbereit, und wieder jemand bringt immer eine positive, strahlende Energie mit, wenn er in einen Raum kommt. Du suchst pro Person einen Punkt, den du klar benennen kannst und den du wirklich fühlst. Damit eröffnest du dein Meeting. Wenn du ohnehin an kurzen, klaren Meetings arbeitest, kostet dich dieser Einstieg nur wenige Minuten.

Wenn selbstverständliche Stärken sichtbar werden

Nach der Übung im Seminar hat Arne noch eine Frage gestellt. Wer von euch hat etwas gehört, das für ihn eigentlich selbstverständlich ist? Wer war verblüfft, dass jemand das überhaupt an ihm wahrnimmt und dafür Wertschätzung ausspricht? Fast alle Hände gingen hoch.

Arne zieht daraus einen klaren Schluss. Viele Stärken sind uns so selbstverständlich, dass wir sie gar nicht als Stärke wahrnehmen. Andere bewundern genau das an uns. Wenn du es von ihnen hörst, verliert die Stärke ihre Selbstverständlichkeit und wird wieder bedeutend. Du kannst dich selbst dafür wertschätzen und dich bewusster auf sie verlassen, weil du siehst, dass sie bei anderen auf fruchtbaren Boden fällt.

Jörg hat das schon oft erlebt. Menschen haben ihm nach solchen Runden gesagt, sie fühlten sich drei oder fünf Zentimeter größer. Im Team ist das für ihn ein schöner Einstieg in gemeinsame Arbeit, weil die Zusammenarbeit danach auf einem ganz anderen Niveau läuft und viel fruchtbarer ist.

Gerade für Arbeitsmeetings und Workshoptage, an denen ihr intern gemeinsam an Themen arbeitet, rät Arne deshalb ausdrücklich zu so einer Runde. Nutzt die Zeit und verändert die Befindlichkeit der Leute, bevor ihr loslegt. Wenn du solche Rituale in mehreren Teams verankern willst, wird daraus ein Thema für die Führungskräfteentwicklung im Unternehmen.

Was Wertschätzung mit Leistung zu tun hat

Jetzt kommt der Teil, der Arne am meisten verblüfft hat. Am zweiten Trainingstag ging es darum, als Führungskraft mit Begeisterung zu kommunizieren und eine Ansprache zu halten. Die Teilnehmenden sollten Elemente aus dem Storytelling nutzen, also eine eigene Geschichte erzählen, um eine Emotion zu transportieren, und sich vorher ihrer eigenen Absicht bewusst sein. Wie du deine Absicht klärst und mit Begeisterung führst, ist auch Thema im Führungstraining REFLECT.

Storytelling hatte im gesamten Training vielleicht zwanzig Prozent ausgemacht, wenn überhaupt. Nach der Wertschätzungsrunde hat die Gruppe sieben, acht kurze Ansprachen gehalten, keine länger als fünf Minuten. Alle haben geknallt, wie Arne sagt. Manche bekamen tosenden Applaus. Er hatte gute Beiträge erwartet und war trotzdem verblüfft, wie gut sie waren. Jede Ansprache hatte einen anderen Ansatz und eine eigene Form von Begeisterung.

Arne ordnet das ehrlich ein. Das waren erfahrene, gute Führungskräfte mit starker Absicht. Sie wollten etwas, sie wollten es wissen. Ihre Kompetenz hat natürlich einen Anteil am Ergebnis. Er ist trotzdem überzeugt, dass die Wertschätzungsrunde vorher massiv dazu beigetragen hat, dass sie mit so viel Begeisterung reingegangen sind und das so durchgezogen haben.

Wertschätzung, bewusst eingesetzt in bestimmten Situationen, kann wirklich zu herausragender Performance führen.

Für Arne ist das ein eindeutiger Zusammenhang. Sein Hinweis vom Anfang bleibt trotzdem stehen, eine einfache Kausalität gibt es nicht. Eine wertschätzende Atmosphäre macht es Menschen leichter, ihr Potenzial zu zeigen und in einen Flow zu kommen. Wenn du in deinem Team eher das Gefühl hast, dass es an Anerkennung und Wertschätzung fehlt, setzt genau hier dein Hebel an.

Positives Feedback als Spielregel

Eine zweite Form von Wertschätzung hat Arne in diese Übung bewusst eingebaut. Nach jeder Ansprache gab es ausschließlich positives Feedback. Nur positive Verstärkung.

Wem trotzdem etwas auffiel, das die Person noch verbessern könnte, durfte das ankündigen. „Mir ist noch etwas aufgefallen. Wenn du das hören willst, sprich mich nach dem Training an, dann sage ich es dir im Eins-zu-eins.“ Die Entscheidung lag also bei der Person, die vorgetragen hat. Soweit Arne weiß, hat am Ende niemand nachgefragt.

Die Wirkung war deutlich. Die Teilnehmenden haben sich gegenseitig bestärkt, und es kamen völlig unterschiedliche Variationen mit ganz eigenen Emotionen. Arne empfiehlt dir, diese Regel für bestimmte Situationen zu übernehmen, etwa für Brainstormings. Kritik bekommt dann ihren eigenen Rahmen, später und unter vier Augen. Wie du konstruktives Feedback gibst, das auch ankommt, ist ein eigenes Thema im Podcast Wirksam führen.

Wertschätzung im Team konkret üben

Auf dem Papier klingt die Übung leicht. Arne sagt selbst, dass sie mit Vorbereitung viel leichter geht. Für jede Person einen Punkt zu finden, den du klar benennen kannst und den du fühlst, verlangt, dass du deine Leute genau wahrnimmst. Und es verlangt, dass du das laut aussprichst, auch wenn bei euch bisher eher galt, nicht gemeckert sei genug gelobt.

Wenn du vorher testen willst, wie deine Worte wirken, kannst du im DialogLab mit KI-Charakteren üben. Dort kannst du auch schwierige Gespräche durchspielen, bevor sie ernst werden. Und wenn du deine Haltung als Führungskraft insgesamt schärfen willst, begleitet dich unser Leadership Training zwölf Wochen lang.

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