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Vertrauen entsteht, wenn du vorangehst. Arne und Jörg zeigen, warum Fehleinschätzungen verbinden und welche drei Regeln offene Gespräche im Team sicher machen.

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  • 00:00
    Vertrauen und Verbundenheit im TeamArne und Jörg erklären, warum es sich lohnt, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen ganz sie selbst sein können.
  • 00:53
    Arbeit als LebenszeitWarum wir so viel Zeit bei der Arbeit verbringen und sie deshalb ein guter Ort sein sollte.
  • 01:18
    Das Kartenspiel UsusMINDSET MOVERS hat ein Fragenspiel für mehr Nähe und Tiefgang im Team entwickelt.
  • 02:06
    Als Führungskraft vorangehenWarum Fehleinschätzungen mehr Vertrauen schaffen als Erfolgsgeschichten.
  • 04:00
    Keine Show abziehenVerletzlichkeit wirkt nur, wenn sie aufrichtig ist und zum Moment passt.
  • 05:22
    Die drei RegelnWohlwollen, Freiwilligkeit und Augenhöhe als Rahmen für eine sichere Atmosphäre.
  • 07:03
    Fragen mit TiefgangKennenlernfragen und Chancensucherfragen für Team und Unternehmen.
  • 07:57
    BeispielfragenJörg liest einige Fragen aus dem Spiel vor.
  • 09:34
    Was das Spiel bewirktWarum das Spiel Spaß macht und Vertrauen und Verbundenheit im Team stärkt.

Shownotes

Zum Nachlesen

Vertrauen im Team stärken: Warum es einen Ort braucht, an dem Menschen sie selbst sein können

Vertrauen im Team stärken heißt, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Menschen sich ganz zeigen können. In dieser Folge des Podcast Wirksam führen sprechen Arne und Jörg über Tools für mehr Vertrauen und Verbundenheit im Team. Es geht darum, was du als Führungskraft konkret tun kannst, damit Andersartigkeit wertgeschätzt wird und ihr einander wirklich kennenlernt.

Die Folge knüpft direkt an das Gespräch über Ganzheit am Arbeitsplatz an. Dort ging es darum, warum Menschen im Job oft eine Maske tragen und was das kostet. Jetzt geht es um die Frage, wie du den Raum schaffst, in dem sie diese Maske ablegen.

Warum Verbundenheit im Team so viel ausmacht

Am Anfang steht ein Gedanke, den die beiden in der vorherigen Folge noch gar nicht angesprochen hatten. Die Zeit, die wir bei der Arbeit verbringen, ist riesig. Sie ist fast größer als die Zeit, die wir mit unseren Liebsten verbringen, denn die sehen wir oft nur abends oder am Wochenende.

Wenn das so ist, dann ist es einfach schön, wenn die Arbeit ein Ort ist, an dem du so sein kannst, wie du bist, und dich vollständig einbringen kannst. Für dich als Führungskraft heißt das, dass du an diesem Ort mitbaust. Ob Menschen in deinem Team einander kennen, ob sie wissen, mit wem sie da eigentlich zusammenarbeiten und was für ein Mensch das ist, hängt auch davon ab, welchen Raum du dafür schaffst.

Als Führungskraft vorangehen: Offenheit und Verletzlichkeit

Bevor es um Werkzeuge geht, stellt Arne eine Grundhaltung voran. Jemand muss vorangehen, und das bist in deinem Team du. Mit einer Haltung der Offenheit und vielleicht auch der Verletzlichkeit.

Mit Verletzlichkeit meint Arne vor allem, das Eis zu brechen. Dafür reicht oft schon eine kleine, ehrliche Geschichte. Große Dramen braucht es dafür nicht.

Arne kennt eine typische Situation aus Seminaren und aus der Arbeit mit Kunden, gerade mit jüngeren Führungskräften. Dann heißt es: „Ihr habt doch schon Unternehmen aufgebaut und verkauft. Erzählt mal von euren Erfolgen.“ Das kann man machen. Solche Geschichten sorgen für offene Kinnladen und ein anerkennendes Wow. Vertrauen schaffen sie kaum.

Für Vertrauen sorgt eher, zu erzählen, was man verkackt hat. Wo man völlig falsch lag oder eine Fehleinschätzung hatte. Arne erzählt zum Beispiel gern die Geschichte, wie er bei seiner ersten Agentur eine ganz andere Einschätzung hatte als sein Mitgründer. Am Ende führte die Idee des Partners zum Erfolg. Misslungen ist dabei gar nichts, Arne lag einfach daneben.

Solche Geschichten kehrt man gern unter den Teppich, weil man nicht stolz darauf ist. Dabei haben sie zwei Vorteile. Du kannst selbst nur daraus lernen, wenn du anerkennst, dass du etwas damit zu tun hast. Und sie helfen den anderen im Raum. Wer erlebt, dass die Führungskraft offen erzählt, wo sie danebenlag, denkt vielleicht: „Dann mache ich das doch auch.“ Mehr über eigene Fehler und Erfolge erzählen Arne und Jörg in der Folge über ihre Fuckups und Learnings als Führungskräfte.

Direkt danach kommt ein Hinweis, den die beiden sehr ernst meinen. Zieh keine Show ab. Es bringt nichts, wenn du denkst „Ich habe im Podcast gehört, ich muss mich mal verletzlich zeigen“ und dann eine Inszenierung lieferst. Was du teilst, muss aufrichtig sein und zum Moment passen. Wie Vertrauen, Misstrauen und Verletzlichkeit in der Führung zusammenhängen, vertiefen die beiden in der Folge über Vertrauen und Selbstvertrauen.

Ein Tool für mehr Vertrauen im Team: das Kartenspiel Usus

MINDSET MOVERS hat vor einigen Jahren ein eigenes Werkzeug entwickelt, ein Kartenspiel mit dem Namen Usus. Auf den Karten stehen Fragen aus drei Kategorien. Teams können es miteinander spielen, um mehr Nähe, mehr Verbundenheit und auch mehr Tiefgang herzustellen. Man kann es mit Karten am Tisch oder online spielen.

Die genauen Spielregeln erklären Arne und Jörg in der Folge bewusst nicht. Sie spielen das Spiel manchmal live und kostenfrei mit ihren Hörerinnen und Hörern, in einem Webinar, in dem sie den Ablauf komplett erklären. So erlebst du es in einer sicheren Umgebung selbst. Einen Überblick über aktuelle Termine findest du bei den kostenlosen Webinaren von MINDSET MOVERS.

Die drei Regeln für eine sichere Atmosphäre

Was das Spiel zu einem sicheren Rahmen macht, sind drei Regeln. Jörg betont, dass sie vor jeder Runde genannt werden. Im Webinar wird nach dem Vorstellen der Regeln sogar niemand mehr hereingelassen, der zu spät kommt. Jeder soll die Regeln kennen. Wenn du so etwas in deinem Team etablieren willst, lohnt es sich, sie genauso ernst zu nehmen.

Die erste Regel heißt Wohlwollen. Ihr begegnet euch mit Wohlwollen. Das heißt, ihr beurteilt und bewertet einander nicht. Wenn jemand etwas erzählt, darfst du dich für die Offenheit bedanken. Du kommentierst es nicht und bewertest es nicht. Du lässt es einfach stehen, hörst zu und lässt es wirken.

Die zweite Regel heißt Freiwilligkeit, und sie ist das A und O. Es ist freiwillig, ob jemand überhaupt mitspielt. Und es ist freiwillig, ob jemand eine bestimmte Frage beantwortet. Vielleicht möchte jemand gerade aus irgendeinem Grund nicht antworten und sagt: „Die Frage möchte ich jetzt nicht beantworten.“ Dann ist das in Ordnung.

Die dritte Regel heißt Augenhöhe. Ihr begegnet euch auf Augenhöhe. Welche Stellung jemand im Unternehmen hat, spielt in dieser Runde keine Rolle. Ihr begegnet euch von Mensch zu Mensch und möglichst in Ganzheit. Gerade für dich als Führungskraft ist das eine Übung. Du sitzt mit am Tisch, als Mensch unter Menschen. Wie du Augenhöhe im Führungsalltag lebst, ist eine Frage, an der Führungskräfte im Leadership Training REFLECT arbeiten.

Welche Fragen Vertrauen und Verbundenheit schaffen

Bei der Entwicklung des Spiels haben Arne und Jörg die Fragen in Kategorien unterteilt. Manche helfen einfach, den anderen Menschen besser kennenzulernen. Was ist seine Geschichte, womit ist er verbunden, was hat er schon erlebt, was ist ihm wichtig?

Andere Fragen könnt ihr direkt für das Team oder das Unternehmen nutzen. Arne nennt sie gern Chancensucherfragen. Was hat im letzten Monat besser funktioniert als gedacht, und was können wir daraus lernen? Wie können wir das wiederholen? Was war leichter als angenommen, und lässt sich diese Leichtigkeit auf andere Bereiche übertragen, damit wir Ergebnisse mit mehr Leichtigkeit produzieren?

Manche Fragen haben mehr Tiefgang, manche weniger. Manche sind eher im Business angesiedelt, andere gehen in den privaten Bereich. Jörg liest in der Folge einige Beispiele vor.

  • Wann hast du dich das letzte Mal für das Unternehmen entschieden und gegen dein Privatleben, und wie hat sich das angefühlt?
  • Welche Aufgabe oder welches Projekt verlief in den letzten zwölf Monaten leichter als gedacht? Wie gelingt uns das wieder?
  • Wie reagierst du in schwierigen Situationen in deinem Leben?
  • Was glaubst du über höhere Mächte und Spiritualität?
  • Welches Erlebnis hier im Unternehmen hat dich am meisten bewegt?
  • Was ist der beste Ratschlag, den du je bekommen hast?

Schon beim Lesen merkst du, dass einige dieser Fragen Mut brauchen. Genau deshalb sind die drei Regeln so wichtig. Mit Wohlwollen, Freiwilligkeit und Augenhöhe fällt es leichter, ehrlich zu antworten. Mehr zu diesem Rahmen hörst du in der Folge über psychologische Sicherheit.

Vertrauen im Führungsteam: das Spiel im Unternehmen

Das Spiel funktioniert auch in bestehenden Führungsteams. Arne und Jörg haben es schon mit einem Leadership Team gespielt. Jemand hatte es kennengelernt und lud die beiden zu einem der monatlichen Treffen des achtköpfigen Führungsteams ein, um es gemeinsam zu spielen. Wenn ihr Vertrauen und Verbundenheit über ein einzelnes Team hinaus in eurer Führungsmannschaft verankern wollt, kann das ein guter Einstieg in eine begleitete Führungskräfteentwicklung im Unternehmen sein.

Und das Schönste daran? Es macht Spaß. Über manche Fragen muss man wirklich nachdenken, und genau dabei entsteht Nähe.

Man lernt die Menschen besser kennen, man lernt sich selber besser kennen.

So entsteht Schritt für Schritt mehr Vertrauen und Verbundenheit im Team. Und es beginnt damit, dass du als Führungskraft den ersten Schritt machst. Wenn du vorher üben willst, wie du offen über eine eigene Fehleinschätzung sprichst oder ein ehrliches Gespräch im Team anstößt, kannst du das im DialogLab tun. Dort lassen sich auch schwierige Gespräche in Ruhe durchspielen, bevor sie im Alltag anstehen. Und wenn du deine Haltung als Führungskraft grundsätzlich weiterentwickeln willst, ist das Führungskräftetraining REFLECT der passende Rahmen.

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