MINDSET MOVERS Logo

Führen auf Distanz braucht Gespür für dein Team. Arne und Jörg teilen Tools wie Daily Huddle und One Word Barometer, die im Remote-Team Nähe schaffen.

WhatsApp Community „Wirksam führen“

Zweimal pro Woche Leadership Tools und Fallbeispiele von Arne und Jörg, kostenfrei.

Community beitreten

Sprungmarken

Ein Klick auf die Zeit öffnet die Folge genau an dieser Stelle bei Spotify.

  • 00:00
    Remote Leadership als FührungsaufgabeArne und Jörg teilen Gedanken dazu, wie Führung auf Distanz gelingt.
  • 00:37
    Jörgs Remote-Erfahrung seit 2011Warum Jörg sein erstes Unternehmen von Anfang an orts- und zeitunabhängig aufgebaut hat.
  • 01:23
    Gespür statt PatentrezeptWarum es auf ein Gespür für die Bedürfnisse deines Teams ankommt.
  • 03:29
    Fragen mit TiefgangMit einem Fragenspiel entstehen auch auf Distanz Vertrauen und Verbundenheit.
  • 04:42
    Die fehlende KaffeekücheRemote fehlen spontane Anlässe für Gespräche, die für Verbundenheit sorgen.
  • 05:28
    Daily HuddleEin kurzes, strukturiertes Treffen ohne großen Zeitverlust.
  • 07:13
    One Word BarometerWie ein Wort zur Befindlichkeit Meetings produktiver macht.
  • 09:09
    Missverständnisse im ChatWarum du bei Unklarheiten zum Telefon greifst oder in eine Videokonferenz springst.
  • 10:24
    Coffee Breaks und Initiative-ChatsVirtuelle Pausenräume und offene Kanäle für schnellere Entscheidungen.
  • 12:55
    Euer eigener WegDie Tools sind Impulse, und du entscheidest, was dein Team braucht.

Shownotes

Zum Nachlesen

Remote Leadership: Führung auf Distanz braucht Gespür

Remote Leadership ist für viele Führungskräfte spätestens seit Corona Alltag, für manche schon viel länger. In dieser Folge des Podcast Wirksam führen teilen Arne und Jörg Tools und Gedanken dazu, wie Remote Work und Führung auf Distanz gelingen. Die wichtigste Botschaft kommt gleich am Anfang. Ein Patentrezept gibt es nicht.

Jörg beschäftigt sich mit dem Thema seit 2011. Damals gründete er sein erstes Unternehmen. Er und sein Mitgründer lebten und arbeiteten in München, doch beiden war klar, dass sie zurück in die Heimat gehen würden, sobald Familie ansteht. Für Jörg hieß das Oberschwaben, für seinen Mitgründer Warnemünde an der Ostsee. Weiter auseinander kann man in Deutschland kaum sein. Deshalb bauten sie das Unternehmen vom ersten Tag an so auf, dass es zeit- und ortsunabhängig funktioniert. Seitdem führt Jörg seine Teams remote.

Arne betont, dass es bei den folgenden Tools um keine Best Practice geht. Wichtiger ist ein Gespür dafür, was deine Organisation, dein Team und die Menschen darin brauchen. Was fehlt, was ist vielleicht zu viel, was stört, damit die Lebendigkeit im Team erhalten bleibt? Nimm die Ideen als Inspiration. Übernimm, was du brauchen kannst, lass weg, was nicht passt, und ergänze, was bei euch noch fehlt.

Jörg zieht einen Vergleich zur Selbstführung. Nur weil du die Morgenroutine von Jeff Bezos oder Elon Musk übernimmst, wirst du nicht der nächste Elon Musk. Was für den einen großartig funktioniert, kann sich für dich unstimmig anfühlen oder sogar destruktiv sein. Hör deshalb auf dich und auf dein Team und geh euren eigenen Weg.

Fragen mit Tiefgang schaffen Verbundenheit auf Distanz

Jörg startet mit einem Werkzeug, das MINDSET MOVERS selbst entwickelt hat, dem Fragenspiel Usus. Damit stellt ihr euch in ritualisierter Form gegenseitig Fragen und beantwortet sie. Wie das Spiel funktioniert, hörst du in der Folge über Tools für mehr Vertrauen und Verbundenheit im Team. Das Schöne daran ist, dass bei einem Austausch, der unter die Oberfläche geht, auch auf Distanz Tiefe, Verbundenheit und Vertrauen entstehen.

Jörg gibt zu bedenken, dass Kultur nicht automatisch an einem gemeinsamen Ort entsteht. Selbst zwei Teams eines Unternehmens, die auf verschiedenen Stockwerken sitzen, haben oft unterschiedliche Kulturen. Nur weil ihr auf Distanz zusammenarbeitet, muss euch also keine Kultur, keine Identität und kein Zusammengehörigkeitsgefühl fehlen.

Arne greift die häufige Kritik auf, dass in Remote Work schwerer eine Kultur entsteht. Daran ist etwas Wahres. Gemeint ist meist, dass es weniger spontane Anlässe für Kommunikation gibt. Die berühmten Gespräche in der Kaffeeküche, zwischen Tür und Angel, im Flur oder auf dem Parkplatz fallen weg. Dort klärt man kurz etwas, betreibt Smalltalk oder spricht über Privates, und genau das sorgt für Verbundenheit. Spielerische Ansätze wie Usus oder andere Kartensets können diese Lücke füllen.

Daily Huddle: kurze Anlässe für regelmäßigen Austausch

Eine zweite Möglichkeit ist, regelmäßige Anlässe zu schaffen, bei denen ihr euch strukturiert und mit wenig Zeitverlust trefft. Arne nennt das Daily Check in oder Daily Huddle. Der Begriff kommt aus dem amerikanischen Mannschaftssport, vermutlich aus dem Football, wo sich alle Schulter an Schulter im Kreis aufstellen und während einer Auszeit einen Spielzug besprechen.

In so einem Huddle sagt jeder kurz, wie er gerade drauf ist, was er heute vorhat und was er gestern erreicht hat. Wer Unterstützung braucht, fragt danach, und wer helfen kann, bietet sich an. Das geht strukturiert und schnell, ohne einen großen Block im Kalender zu belegen.

Jörg ermutigt dich, dir Gedanken über die Fragen zu machen, die in deinem Team gerade eine Rolle spielen. Die können sich je nach Situation verändern. Er mag zum Beispiel die Frage, was dich heute davon abhalten könnte, dein Ziel zu erreichen, und wen du dafür brauchst. Dann weiß jeder sofort, wen er ansprechen kann. Ebenso schön findet er eine Runde, die nicht jeden Tag stattfinden muss, vielleicht einmal pro Woche. Wem möchtest du danke sagen, und wofür? So können Menschen einander sehen und wertschätzen. Weitere Rituale für verteilte Teams besprechen die beiden in der Folge über Remote Leadership mit Ritualen und Regeln.

Das One Word Barometer und deine Vorbildrolle

Vor ein Meeting kannst du das One Word Barometer setzen, das Arne schon in der Folge über Ganzheit am Arbeitsplatz vorgestellt hat. Jeder sagt in einem Wort, wie es ihm geht. Für Arne ist das ein Mini-Tool mit großer Wirksamkeit. Menschen fühlen sich in ihrer Ganzheit ernst genommen. Wer gerade eine blöde Situation hatte, überfordert ist oder noch in Gedanken hängt, kann das sagen und sich im Zweifel ausklinken, damit er nicht die Stimmung für alle anderen herunterzieht.

Hinter der Frage nach dem einen Wort steckt eine zweite Frage. Bist du gerade voll in der Lage, aufmerksam und fokussiert dabei zu sein? Wenn jemand das verneint, ist es vielleicht produktiver, ohne die Person zu starten, später anzufangen oder das Meeting zu vertagen.

Wenn du nicht bereit bist, dich zu öffnen, kannst du das auch nicht von deinem Team erwarten.

Jörg ergänzt einen wichtigen Gedanken. Als Führungskraft setzt du den Maßstab für die Tiefe. Wenn dir selbst gerade etwas im Weg steht, geh voran und sag es offen. Damit schaffst du den Raum, in dem andere es dir gleichtun. Genau an dieser Haltung arbeiten Führungskräfte im Leadership Training REFLECT.

Missverständnisse im Chat: lieber kurz sprechen

Im Remote Setting wird viel häufiger geschrieben als gesprochen, über Slack, Teams oder andere Chats. Gerade das geschriebene Wort führt schnell zu Missverständnissen. Eine Nachricht ist kürzer als gedacht, ein Smiley fehlt, und du weißt nicht, wie sie gemeint war. Vielleicht war sie sogar deutlicher gemeint, als sie ankommt.

Dann solltest du nicht lange grübeln, was die Person damit gemeint haben könnte. Nimm den Hörer in die Hand oder, noch besser, spring in eine Videokonferenz, damit ihr euch seht. Sag offen: „Ich habe das gerade gelesen. Wie hast du das gemeint? Ich fühle mich hier angegriffen.“ Wenn ihr das als Führungskräfte vorlebt und einfach mal einen Link schickt mit der Frage „Hast du kurz fünf Minuten?“, lassen sich die allermeisten Kleinigkeiten in fünf oder zehn Minuten klären. Warum Klärungen ins Gespräch gehören und Vereinbarungen aufs Papier, erklärt Arne in der Folge Führung ist Kommunikation. Wenn dir solche direkten Klärungen schwerfallen, kannst du schwierige Gespräche vorher üben.

Coffee Breaks und offene Kanäle für Entscheidungen

Natürlich gibt es auch Coffee Breaks oder zufällig zusammengestellte Pausenrunden. Gerade wenn neue Leute ins Team kommen, denen du im Büro ohnehin ständig in der Kaffeeküche oder beim Mittagessen begegnen würdest, lohnt sich so etwas. In Slack oder Teams kann es einen Coffee Break Room oder Lunch Break Room geben. Dort esst ihr zusammen und sprecht über die Bundesliga-Ergebnisse vom Vorabend oder das Musical, in das jemand nächste Woche geht. Hauptsache, ihr kommt euch ein bisschen näher.

Schriftliche Kommunikation hat aber auch einen großen Vorteil. Manche Unternehmen haben interne Blogs, früher hieß das Intranet. Dasselbe geht in einem Initiative Chat in Teams oder Slack. Jemand stellt eine Idee oder Initiative vor, und die anderen können kommentieren und Fragen stellen. Das ist ein viel transparenterer und schnellerer Entscheidungsprozess, als sich in Meetings abzustimmen. Es fördert auch eine Haltung, die auf Handeln ausgerichtet ist. Wer keine Muße hat, das zu lesen und zu kommentieren, dem scheint das Thema auch nicht so wichtig zu sein. Lädst du dagegen alle zu einem Meeting ein, sitzen manche es einfach aus.

Dafür braucht es klare Spielregeln. Wozu dient der Kanal? Wie funktioniert er? Welche Themen werden dort zur Debatte gestellt, und welche nicht? Ebenso wichtig ist die Haltung, dass Widerspruch und andere Perspektiven ausdrücklich erwünscht sind. Wer eine Idee einbringt, bekommt so schnell ein Stimmungsbild, prüft, ob er das Problem in seiner Ganzheit erfasst hat, und kann zügig weiterarbeiten.

Was dein Remote-Team wirklich braucht

Zum Schluss betonen Arne und Jörg noch einmal, worum es ihnen geht. Sie haben die Folge aufgenommen, damit du dein Bewusstsein schärfst. Hör in dein Team hinein, sprich mit den Menschen und frag, was sie brauchen, was noch fehlt und was weg kann. Sie hätten noch mehr aufzählen können, etwa regelmäßige Einzelgespräche zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden, die auch auf Distanz für genug Nähe auf der Beziehungsebene sorgen, damit gute Ergebnisse möglich werden.

Wenn ihr Remote Leadership im ganzen Unternehmen neu aufstellen wollt, kann ein begleiteter Veränderungsprozess helfen, die passenden Rituale und Regeln zu finden. Für dich als Führungskraft bietet das Führungskräftetraining REFLECT den Rahmen, um deine Haltung zu schärfen. Und das nächste Klärungsgespräch nach einer missverständlichen Nachricht kannst du im DialogLab vorher durchspielen.

KI-Gesprächstraining

Trainiere schwierige Führungsgespräche mit der KI

Im DialogLab übst du, ein Missverständnis direkt und offen anzusprechen, bevor es zwischen dir und deinem Remote-Team steht.

DialogLab kostenlos testen

  • 60Szenarien aus dem Führungsalltag
  • Sofort-Feedbackzu deiner Gesprächsführung
  • Live Q&ALeadership-Sprechstunde mit echtem Trainer

Weitere Folgen zum Thema Kultur & Transformation

FOLGE 71 · 15. März 2025 · 41 Min.

Remote Leadership

Nützliche Rituale und Regeln | Wertschätzungsrunde | Kritische Themen schnell klären

FOLGE 5 · 10. August 2024 · 10 Min.

Tools für mehr Vertrauen & Verbundenheit im Team

FOLGE 231 · 4. September 2026 · 30 Min.

Mitarbeiter nicht erreichbar

Ghosting im Team | Klare Spielregeln für die Erreichbarkeit im Homeoffice

Alle Folgen zum Thema Kultur & Transformation

← Zur Podcast-Bibliothek

MINDSET MOVERS GmbH

Bruchhauser Straße 12 40883 Ratingen +49 171 7453967 nathalie@mindsetmovers.de Allgemeine Vertragsbedingungen