MINDSET MOVERS Logo

Du liebst dein Unternehmen, aber Mitarbeitergespräche nerven dich? Arne und Jörg zeigen, warum du aus der Führungsrolle nicht rauskommst und was trotzdem wirkt.

WhatsApp Community „Wirksam führen“

Zweimal pro Woche Leadership Tools und Fallbeispiele von Arne und Jörg, kostenfrei.

Community beitreten

Sprungmarken

Ein Klick auf die Zeit öffnet die Folge genau an dieser Stelle bei Spotify.

  • 00:00
    Unternehmer ohne Lust auf FührungArne und Jörg greifen auf, warum viele Unternehmer ihr Geschäft lieben und Personalthemen als lästig empfinden.
  • 02:12
    Bin ich ein schlechter Unternehmer?Warum es zuerst darum geht, ehrlich zu klären, was dir Spaß macht und was nicht, weil dein Team es ohnehin spürt.
  • 03:35
    Die ersten MitarbeitendenWeshalb es mit Leuten auf deiner Wellenlänge anfangs leichter läuft und später Missverständnisse zunehmen.
  • 05:20
    Ab dem ersten MitarbeitendenWarum du Führungskraft bist, sobald andere für dich arbeiten, und Führung dauerhaft nicht ablehnen kannst.
  • 06:17
    Aussitzen funktioniert nichtWas passiert, wenn Gespräche aufgeschoben werden und dein Team nicht weiß, was du konkret willst.
  • 07:20
    Ungeduldig oder harmoniebedürftigZwei Typen von Unternehmern und warum beide wirksame Führung lernen können.
  • 10:20
    Das MindestprogrammKlare Erwartungen, ein kurzes wöchentliches Gespräch und sofort ansprechen, was nicht funktioniert.
  • 12:10
    Ein Spiegel von außenWie eine Vertrauensperson dir hilft, deinen blinden Fleck in der Führung zu sehen.
  • 16:10
    Führung an HR abgeben?Warum eine eingestellte Personalerin dich nicht aus der Führungsrolle holt.
  • 18:46
    Gut führen ohne LeidenschaftWarum du auch ohne Liebe zur Führung wirksam führen kannst, wenn du es lernen willst.

Shownotes

Zum Nachlesen

Mitarbeiter führen, wenn du eigentlich lieber Unternehmer bist

Produkte entwickeln, Kunden überzeugen, ein Unternehmen bauen. Das lieben viele Unternehmer. Mitarbeitergespräche, Gehaltsverhandlungen und Konflikte mit Menschen eher nicht. „Unternehmertum ist total cool, wenn man nur nicht die ganze Zeit Mitarbeitergespräche führen müsste.“ Arne Stoschek und Jörg Kundrath, beide selbst Unternehmer und Geschäftsführer von MINDSET MOVERS, hören diesen Satz immer wieder. Vielleicht geht es dir genauso.

In dieser Folge vom Podcast Wirksam führen gehen sie der Frage nach, ob du ein schlechter Unternehmer bist, wenn du eigentlich kein Chef sein willst. Und ob du aus der Nummer rauskommst, indem du jemanden einstellst, der die Mitarbeiterführung für dich übernimmt. Ihre Antwort ist unbequem und zugleich ermutigend. Rauskommen wirst du kaum. Lernen kannst du es trotzdem.

Der erste Schritt ist für Jörg Ehrlichkeit mit dir selbst. Was liebst du am Unternehmersein, welche Aufgaben machen dir Spaß und welche weniger? Das ist wichtig, weil deine Leute es merken, wenn du auf Führung keine Lust hast. Sie kriegen das spitz. Gehst du ihnen aus dem Weg, fragen sie sich, ob es an ihnen liegt. Hast du für dich geklärt, wie du darüber denkst, kannst du ganz anders mit ihnen sprechen. Wie es anderen damit geht, hörst du auch in der Folge Ich bin Führungskraft, aber führe nicht gerne.

Ab dem ersten Mitarbeitenden bist du Führungskraft

Manchen fällt die Abneigung schon beim ersten Menschen auf, den sie führen. Anderen erst später. Arne hat dazu eine Theorie. Die ersten Leute liegen oft voll auf deiner Wellenlänge. Sie waren von Anfang an dabei, bekommen mit, wie du über Kunden und euer Wertversprechen denkst, und gucken sich vieles ab. Missverständnisse gibt es auch mit ihnen. Spätestens wenn Menschen dazukommen, die anders ticken, brauchst du klärende Gespräche, klare Erwartungen und manchmal deutliche Konsequenzen.

Für Arne ist die Sache eindeutig. Wer allein arbeitet, ist selbstständig, vielleicht freiberuflich. Sobald du den ersten Mitarbeitenden hast, lässt du andere Dinge für dich umsetzen und bist damit Führungskraft. Die Frage ist nur, ob du es auch sein willst. Dauerhaft ablehnen funktioniert nach seiner Einschätzung nicht, außer vielleicht mit einem Mitgründer, der das komplett übernimmt.

Was stattdessen oft passiert, beschreibt Jörg als Aussitzen. Eine halbe Stunde mit einer Mitarbeiterin fühlt sich an wie verlorene Zeit, in der du bauen oder Vertrieb machen könntest. Also wird es auf die lange Bank geschoben. Die Leute wissen nicht, was du konkret von ihnen willst. Du bist unzufrieden mit ihrer Wertschöpfung, und irgendwann denkst du, allein wärst du besser dran. Mittel und langfristig trägt das nicht.

Zu ungeduldig oder zu harmoniebedürftig

Arne nimmt in Gesprächen mit Unternehmern zwei Typen wahr. Die einen sind ungeduldig und haben eine kurze Zündschnur. Du erkennst dich darin, wenn du dich oft über andere aufregst und denkst, warum schnallt der das nicht, ich habe es doch schon dreimal gesagt. Geklärt wird dann wenig. Das endet häufig in einer Trennung mit Knall.

Die anderen trauen sich nicht, klare Erwartungen zu nennen, Leute zu korrigieren oder Grenzen zu setzen. Sie hoffen, dass es durch Vormachen und liebevolles Gerede besser wird. Es gibt ein Firmen T-Shirt, einen Hoodie und ein Offsite auf dem Bauernhof, und das, was eigentlich erwartet wird, kommt trotzdem nicht. Das ist die harmoniebedürftige People Pleaser Fraktion. Warum gerade die nettesten Führungskräfte damit scheitern, beschreibt die Folge zur People Pleaser Falle.

Die gute Nachricht ist, dass du in beiden Fällen lernen kannst, wirksam zu führen. Natürliche Führungstalente mit Kommunikationstalent und Aura gibt es nach Arnes Schätzung vielleicht ein bis drei Prozent. Alle anderen müssen Führung ohnehin lernen. Die Bedingung ist eine Frage an dein Selbstbild. Willst du auch Führungskraft sein? Wenn du an deiner Eignung zweifelst, lohnt sich die Folge Zum Führen ungeeignet?

Das Mindestprogramm für Unternehmer

Was brauchst du mindestens, damit es läuft? Jörg nennt drei Dinge. Erstens Klarheit über deine Erwartung. Was soll die Person liefern und bis wann? Das kommunizierst du auch. Zweitens ein kurzes wöchentliches Gespräch, um einzuchecken. Die Absicht ist herauszufinden, was der Person im Weg steht, um deine Erwartungen zu erfüllen. So hat sie Gelegenheit zu sagen, mir fehlt das und das von dir, von Kollegen oder von einem Dienstleister. Drittens sprichst du an, was für dich nicht funktioniert, und zwar sofort. Am besten in dem Moment, in dem du es feststellst, und keine zwei oder drei Wochen später.

Wer diese Punkte beherzigt, räumt schon sehr viel aus dem Weg und gibt seinen Leuten Klarheit und Richtung. Wie solche kurzen Gespräche aussehen, hörst du in der Folge über Einzelgespräche, die wirken. Das Wochengespräch kannst du vorher im DialogLab üben, bis es sich leicht anfühlt.

Ein Spiegel von außen

Dazu kommt ein Blick von außen. Arne rät, mit einer Vertrauensperson zu sprechen, etwa einem Partner, einem Investor, einem Mentor oder einer langjährigen Mitarbeiterin. Wir Menschen haben einen blinden Fleck für unser eigenes Verhalten. Begleitet Arne einen Unternehmer einen halben Tag, fällt ihm oft auf, dass dieser einer Person vier, fünf oder sechs Aufgaben gegeben hat, immer dann, wenn ihm etwas einfiel, ohne zu sagen, was Priorität hat oder was wegfallen darf. Oder dass die Ungeduld so spürbar ist, dass sich niemand eine klärende Frage traut und die Person ihm aus dem Weg geht. Auch ein Führungscoaching kann dir diesen Spiegel vorhalten.

Du hast es in der Regel nicht mit Idioten zu tun.

Die Menschen in deinem Team haben Bedürfnisse und trauen sich mal mehr, mal weniger. Wer zu zurückhaltend und harmonieorientiert durch die Blume spricht, lässt die Leute interpretieren. Sie treffen dann eine Wahl, die im Zweifel an deiner Präferenz vorbeigeht. In den ersten Wochen des Führungskräftetrainings REFLECT fällt es vielen wie Schuppen von den Augen, wie sie ticken und was das in ihrem Führungsalltag auslöst.

Sag offen, wie du tickst

Jörg ergänzt einen Punkt, der Unternehmern ohne große Lust auf Führung viel Druck nimmt. Sei transparent darüber, wie du denkst. Willst du möglichst viel Zeit in Vertrieb oder Produktentwicklung stecken, um euren Kunden das bestmögliche Produkt zu bieten, dann sag das genau so. Erklär, dass du dir deshalb weniger Zeit für Führung nimmst und dass das nichts mit der Person zu tun hat. Und sag, was du erwartest. Wenn Prioritäten unklar sind, soll sie auf dich zukommen, weil du möglichst viel im Tunnel sein willst.

So weiß dein Team, woran es ist. Es muss nicht raten, warum du kaum Zeit hast, und es hat einen klaren Weg, dich trotzdem zu erreichen.

Warum eine HR-Kraft dich nicht aus der Führung holt

Eine Idee taucht immer wieder auf. Ich stelle jemanden für HR oder People and Culture ein, dann muss ich das nicht mehr machen. Arbeitsteilung ergibt Sinn, der Gedanke hat für Arne aber einen Haken. Wie viel Ahnung hat die Personalerin von Online Marketing, Videoproduktion oder IT Services? Wie gut kann sie beurteilen, wie performant jemand ist und wie die Zusammenarbeit mit dem Kunden läuft, mit dem sie in der Regel nichts zu tun hat?

So entstehen Stellvertreter, die Beurteilungs-, Performance- und Gehaltsgespräche vom Hörensagen führen. Nach Erfahrung der beiden funktioniert das nicht gut. Es braucht jemanden, der operativ involviert ist, und je nach Größe des Unternehmens bist das doch wieder du. Und auch die Person, die für dich führen soll, musst du führen. Gut klappt die Übergabe, wenn du selbst schon ein gutes Setup gebaut hast und klar ist, was du erwartest. Muss die neue Person alles selbst erfinden, macht sie es ganz sicher nicht in deinem Sinn. Wie Unternehmerin Birte Wildung das gelöst hat, hörst du in der Folge über Personalgespräche im Wachstum.

Führung muss auch nicht deine neue Leidenschaft werden, sagt Jörg. Sie gehört zum Werkzeugkasten, mit dem du ein Unternehmen aufbaust. Wenn du lernen willst, unangenehme Dinge schnell anzusprechen und deine Absicht klar zu machen, ist das machbar. Jörg erinnert sich an einen Unternehmer, der keine Lust auf regelmäßige Gespräche hatte, obwohl seine Leute sich One on Ones wünschten. Er hat sie trotzdem eingeführt. Seine Erfahrung war, dass es gar nicht so schwer ist, die Gespräche kurz bleiben und die Leute viel mehr Klarheit haben. Für ihn selbst wurde es sogar leichter, weil weniger schleift.

Viele Teilnehmende im Leadership Training REFLECT mögen Führung danach sogar mehr als vorher, egal ob sie mit den Basics starten oder schon fortgeschritten sind. Wenn in deinem Unternehmen mehrere Führungskräfte vor derselben Frage stehen, passt eine gemeinsame Führungskräfteentwicklung im Unternehmen. Und das nächste klärende Gespräch kannst du jederzeit als Gesprächstraining durchspielen, bevor es ernst wird.

KI-Gesprächstraining

Trainiere schwierige Führungsgespräche mit der KI

Im DialogLab übst du, deine Erwartungen klar auszusprechen und zu fragen, was deinem Mitarbeiter gerade im Weg steht.

DialogLab kostenlos testen

  • 60Szenarien aus dem Führungsalltag
  • Sofort-Feedbackzu deiner Gesprächsführung
  • Live Q&ALeadership-Sprechstunde mit echtem Trainer

Weitere Folgen zum Thema Mitarbeitergespräche & Feedback

FOLGE 208 · 17. Juni 2026 · 44 Min.

Personalgespräche habe ich gescheut

Unternehmerin Birte Wildung über Wachstum von 9 auf 40 Mitarbeiter

FOLGE 23 · 21. September 2024 · 10 Min.

Ich bin Führungskraft, aber führe nicht gerne

FOLGE 134 · 22. Oktober 2025 · 23 Min.

Einzelgespräche die wirken

Die Fragen, die dich im 1:1 mit deinem Mitarbeiter wirklich weiterbringen

Alle Folgen zum Thema Mitarbeitergespräche & Feedback

← Zur Podcast-Bibliothek

MINDSET MOVERS GmbH

Bruchhauser Straße 12 40883 Ratingen +49 171 7453967 nathalie@mindsetmovers.de Allgemeine Vertragsbedingungen