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Wer fragt, der führt. Mit welchen Gegenfragen, Inspirationsfragen und Chancensucherfragen du Gespräche lenkst und dein Team zu eigenen Lösungen bringst.

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  • 00:00
    Die Qualität deiner FragenWarum Fragen das mächtigste Werkzeug in der Führung von Menschen sind.
  • 00:45
    Wer antwortet, wird geführtWie du die Führung im Gespräch verlierst, wenn du nur Fragen beantwortest.
  • 01:24
    Fragen als FührungsinstrumentWie du mit Fragen Eigeninitiative und Verantwortung im Team förderst.
  • 02:39
    Ermächtigende GegenfragenKonkrete Fragen, mit denen Mitarbeitende eigene Lösungen finden.
  • 03:56
    Den Kern des Problems benennenWarum ein präzise formuliertes Problem oft schon zum großen Teil gelöst ist.
  • 05:02
    Inspirationsfragen für EinzelneFragen zu Aufmerksamkeit, Zeit und Energie im Mitarbeitergespräch.
  • 06:01
    Fragen für das TeamWomit sollten wir aufhören, was ist unser wichtigstes Projekt, was ist unsere größte Stärke.
  • 06:45
    ChancensucherfragenWie du ein Team aus dem Problemmodus in einen Chancenblick bringst.
  • 07:54
    Fragen an dich selbstWarum die Fragen, die du dir stellst, deine Entwicklung zeigen.
  • 08:15
    Vom Lernenden zum UnternehmerVier Stufen vom Fragenden über den Experten und den Leader bis zum Unternehmer.

Shownotes

Zum Nachlesen

Mit Fragen führen: Wer fragt, der führt

Mit Fragen führen ist eine der wirksamsten Fähigkeiten, die du als Führungskraft entwickeln kannst. Die Folge beginnt mit einem Zitat, das für Unternehmer prägend sein kann: „Die Qualität deiner Fragen bestimmt die Qualität deines Lebens.“ Für Führungskräfte, Unternehmerinnen und Unternehmer ist das hochrelevant. Fragen sind vielleicht das mächtigste Werkzeug, das es in der Führung von Menschen gibt. Diese Folge des Podcast Wirksam führen zeigt, wie du es einsetzt.

Wer antwortet, lässt sich führen

Vielleicht ist dir das schon passiert. Du sitzt in einem Meeting oder Gespräch und willst ein bestimmtes Ziel erreichen. Du hast dir vorher überlegt, wie du das Gespräch aufziehst. Mittendrin merkst du, dass du die ganze Zeit reaktiv bist und Fragen deines Gegenübers beantwortest. Du hast die Führung des Gesprächs verloren.

Das passiert schnell. Menschen rutschen aus der Führungsrolle, sobald sie die Fragen anderer beantworten. Im Umkehrschluss gilt, wer fragt, der führt ein Gespräch, und wer antwortet, lässt sich führen. Wie zentral gute Fragen und gutes Zuhören für Führung sind, vertieft auch die Folge über die Kunst, mit Fragen zu führen.

Fragen als Führungsinstrument im Alltag

Für dich als Führungskraft haben Fragen noch eine zweite Wirkung. Du kannst damit aktiv Umfelder gestalten, die du dir wünschst. Du willst zum Beispiel, dass deine Mitarbeitenden Eigeninitiative zeigen, selbstständig denken und Verantwortung übernehmen.

Diese eigenverantwortliche Haltung förderst du am einfachsten, wenn du auf Fragen deiner Mitarbeitenden nicht sofort mit einer Antwort reagierst. Fragt jemand, wie er etwas machen soll, wie er vorgehen soll oder welcher Prozess der richtige ist, stellst du eine Gegenfrage. Wie du Eigenverantwortung gezielt stärkst, wenn Mitarbeitende eher passiv sind, zeigt die Folge über Eigenverantwortung im Team.

Das entlastet dich. Du musst nicht auf alle Fragen eine Antwort liefern. Das ginge ohnehin nur aus der Haltung heraus, dass du alle Antworten kennst und immer die beste. Vor allem aber ermächtigt es die Menschen, Antworten selbst zu finden.

Ermächtigende Gegenfragen

Fragt dich jemand „Chefin, wie soll ich das Thema lösen?“, kannst du zum Beispiel so reagieren.

  • „Wie würdest du es denn lösen?“
  • „Welche Ideen sind dir bisher gekommen?“
  • „Wie würde ein erfahrener Meister dieses Fachs damit umgehen?“
  • „Welche Lösungsmöglichkeiten haben wir als Unternehmen überhaupt?“
  • „Wie hast du das beim letzten Mal gelöst?“
  • „Was wäre ein guter erster Schritt?“

Die Frage nach dem erfahrenen Meister öffnet den Horizont. Die Frage nach den Möglichkeiten im Unternehmen lenkt den Blick auf Prozesse und Lösungen, die es schon gibt. Alle diese Fragen sind ermächtigend. Sie geben die Verantwortung dorthin zurück, wo sie hingehört. Wie du Eigeninitiative darüber hinaus förderst, beschreibt die Folge Eigeninitiative fördern.

Hinter einer Gegenfrage steckt Zutrauen. Du traust deinem Gegenüber zu, selbst auf eine gute Lösung zu kommen. Reicht die erste Antwort noch nicht, schärfst du mit der nächsten Frage nach. Damit bleibt die Lösung bei der Person, die sie umsetzen wird, und du bleibst in der Rolle dessen, der das Gespräch führt.

Den Kern des Problems benennen lassen

Ein weiterer Punkt betrifft komplexe Probleme. Kommt jemand zu dir und sagt „Wir haben folgendes Problem. Was soll ich jetzt machen? Hast du eine Idee?“, dann such nicht sofort nach einer Antwort. Frag erst.

„Wie würdest du den Kern des Problems beschreiben?“

Wenn wir ein Problem konkret und präzise formulieren, haben wir oft schon 70 bis 80 Prozent davon gelöst. In der präzisen, spezifischen Formulierung stecken häufig schon die nächsten Schritte, die Lösungsmöglichkeiten oder die Menschen, die man fragen muss.

Für dich als Führungskraft hat diese Frage einen doppelten Nutzen. Dein Gegenüber sortiert seine Gedanken, und du verstehst schneller, worum es eigentlich geht. Manchmal zeigt sich dabei, dass das eigentliche Problem ein anderes ist als das, mit dem jemand zu dir kam.

Inspirationsfragen im Mitarbeitergespräch und im Team

Eine weitere Möglichkeit, deinen Führungsstil durch Fragen weiterzuentwickeln, sind Inspirationsfragen. Die Folge unterscheidet drei Anlässe. Fragen, die die Energie einzelner Mitarbeitender fördern. Fragen, die die Energie im Team steigern. Und sogenannte Chancensucherfragen.

Fragen für Einzelne

Im Mitarbeitergespräch kannst du zum Beispiel fragen „Wofür verschwendest du derzeit unnötig viel Aufmerksamkeit?“ So reflektiert jemand, wie er seinen Tag strukturiert. Oder „Welchem beruflichen Aspekt möchtest du gern mehr Zeit widmen?“ Oder „Welche deiner Aufgaben raubt dir Energie?“ Mit solchen Fragen können Menschen überlegen, wie sie ihren Arbeitsalltag wirksamer gestalten. Weitere Fragen, die dich im Einzelgespräch weiterbringen, findest du in der Folge über Einzelgespräche, die wirken.

Fragen für das Team

Im Teammeeting passen andere Fragen. „Womit sollten wir im Team unbedingt aufhören?“ Gibt es etwas, das euch blockiert und als Gruppe Energie raubt? „Welches unserer Projekte ist aus eurer Sicht gerade das wichtigste, und warum?“ „Was wünschst du dir von unserem Team am meisten?“ Oder „Was ist die größte Stärke unseres Teams, ist sie uns bewusst, und nutzen wir sie genug?“

Chancensucherfragen

Die letzte Frage führt schon zu den Chancensucherfragen. Sie helfen, wenn du merkst, dass die Menschen, mit denen du arbeitest, eher in einem problemorientierten Mindset stecken und du sie zu einer konstruktiveren Haltung gegenüber ihren Aufgaben führen willst. Wer im Problemmodus steckt, sieht vor allem Hindernisse. Eine gute Frage kann diesen Blick in wenigen Sekunden drehen.

„Was ist in den letzten zwölf Monaten besser gelaufen als geplant? Was können wir daraus lernen, und wie können wir das wiederholen?“ Oder „Welches deiner privaten Ziele können wir gemeinsam mit einem Unternehmensziel erreichen?“ Vielleicht will jemand ins Ausland, und gerade dort gibt es etwas zu tun. Dann ist das Ziel der Person erfüllt und ein Ziel des Unternehmens, ohne doppelten Aufwand. Eine weitere Chancensucherfrage lautet „Was würdest du dir von unserem Unternehmen oder unserer Abteilung wünschen, wenn du hier Kunde wärst?“ Sie lädt zum Perspektivwechsel ein. Solche Fragen sind auch ein guter Hebel, um unternehmerisches Denken zu fördern.

Wer fragt, der führt ein Gespräch. Wer antwortet, lässt sich führen.

Fragen an dich selbst

Das Zitat vom Anfang zielt vor allem auf die Fragen, die du dir selbst stellst. Diese Fragen sind ein Gradmesser für die Entwicklung deiner Haltung. Die Folge beschreibt diese Entwicklung in Stufen.

Am Anfang, in der Ausbildung, fragt man andere vor allem nach Antworten. Das ist ein lernendes Mindset. Wer in einem Bereich Expertise und Erfahrung aufgebaut hat, beantwortet Fragen anderer im Team. Das ist ein Fachkraft- oder Experten-Mindset. Wer beginnt, Menschen zu führen, und Fragen in die eigene Führung integriert, um andere zu ermächtigen und eigene Lösungen finden zu lassen, entwickelt ein Leader-Mindset. Wer gerade in die erste Führungsposition kommt, steht genau an diesem Übergang.

Die nächste Stufe ist das Unternehmer-Mindset. Dann geht es nicht mehr darum, der Agenda anderer zu folgen oder aus der Inbox heraus zu reagieren. Du ziehst dich zurück und fragst dich, mit welchen Fragen ihr euch beschäftigen müsst und welche Antworten ihr braucht, um euch als Unternehmen weiterzuentwickeln. Das ist Ausdruck unternehmerischer Haltung.

Prüf einmal, welche Fragen dich in der letzten Woche beschäftigt haben. Kamen sie vor allem aus deiner Inbox? Oder hast du dir selbst Fragen gestellt, die dein Unternehmen voranbringen?

Fragen statt Antworten zu geben, fühlt sich am Anfang ungewohnt an. Viele Führungskräfte merken erst im Gespräch, dass sie wieder in die Rolle des Antwortgebers gerutscht sind. Im Gesprächstraining kannst du das gezielt üben. Im Leadership Training REFLECT ist das Führen mit Fragen ein fester Bestandteil. Und wenn du willst, dass alle Führungskräfte in deinem Unternehmen ihre Teams auf diese Weise zu mehr Eigenverantwortung führen, ist ein Inhouse-Training der passende Weg. Einzelne Führungskräfte starten mit dem Führungstraining REFLECT und bereiten das nächste Mitarbeitergespräch im DialogLab vor.

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Im DialogLab übst du, auf die Frage „Wie soll ich das lösen?“ mit einer Gegenfrage zu reagieren und dein Gegenüber zur eigenen Lösung zu führen.

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