MINDSET MOVERS Logo

Was dir selbstverständlich erscheint, ist es für dein Team oft nicht. Arne zeigt, wie du aus stillen Erwartungen klare und wirksame Vereinbarungen machst.

WhatsApp Community „Wirksam führen“

Zweimal pro Woche Leadership Tools und Fallbeispiele von Arne und Jörg, kostenfrei.

Community beitreten

Sprungmarken

Ein Klick auf die Zeit öffnet die Folge genau an dieser Stelle bei Spotify.

  • 00:00
    Das ist doch selbstverständlichTypische Erwartungen, die Führungskräfte für selbstverständlich halten.
  • 00:46
    Woher der Ärger kommtWenn Selbstverständlichkeiten nicht erfüllt werden, fehlt meist eine klare Vereinbarung.
  • 01:25
    Unterschiedliche PrägungenWarum in diversen Teams für jeden etwas anderes selbstverständlich ist.
  • 02:16
    Erwartungen einfordernDie Einladung, aus Selbstverständlichkeiten konkrete Vereinbarungen zu machen.
  • 02:50
    Bevor du über Trennung nachdenkstVielleicht weiß die Person einfach nicht, was du konkret von ihr erwartest.
  • 03:14
    Das Beispiel E-MailEine Antwort binnen 24 Stunden wird erst durch Zustimmung zur echten Vereinbarung.
  • 04:08
    Der kurze KlärungsterminWie du in zehn bis fünfzehn Minuten eine wirksame Vereinbarung triffst.

Shownotes

Zum Nachlesen

Erwartungen klar kommunizieren: Nichts ist selbstverständlich

„Das muss ich doch nicht extra sagen. Das ist doch selbstverständlich.“ Kennst du diesen Gedanken? In diesem kurzen Impuls aus dem Podcast Wirksam führen geht es um Selbstverständlichkeiten, oder besser um das, was eben nicht selbstverständlich ist. Arne zeigt, warum du Erwartungen klar kommunizieren solltest, wenn du dich nicht ständig über dein Team ärgern willst.

Seine These ist deutlich. Wenn du als Führungskraft häufig gestresst und genervt bist, weil Menschen in deinem Team sogenannte Selbstverständlichkeiten nicht erfüllen, liegt das offensichtlich daran, dass diese nicht klar kommuniziert und nicht klar vereinbart sind. Ehrlicherweise ist nichts selbstverständlich. Die gute Nachricht ist, dass sich das mit wenig Aufwand ändern lässt.

Nichts ist selbstverständlich, gerade in diversen Teams.

Typische Selbstverständlichkeiten im Führungsalltag

Arne nennt ein paar Beispiele, die du vielleicht aus deinem eigenen Alltag kennst. Du setzt ein Meeting an und erwartest ganz selbstverständlich, dass du das Wort hast und beginnst. Oder du übergibst eine Aufgabe mit einer Deadline in drei oder vier Wochen und hältst es für selbstverständlich, dass dir die Person mindestens fünf Tage vorher Bescheid gibt, wenn sie es nicht rechtzeitig schafft.

Vielleicht ist es für dich auch selbstverständlich, dass bei einem Kundenbesuch alle ein Hemd tragen oder zumindest etwas mit Kragen. Oder du schickst als Chefin oder Chef eine E-Mail und erwartest, dass innerhalb von 24 Stunden eine Antwort kommt.

All diese Erwartungen können sinnvoll sein. Das Problem liegt woanders. Solange sie nur in deinem Kopf existieren, kann niemand sie erfüllen, außer durch Zufall. Und jedes Mal, wenn sie nicht erfüllt werden, wächst dein Ärger, während dein Gegenüber gar nicht weiß, was los ist.

Arne beschreibt genau diese Dynamik. Du denkst dir immer wieder „Das kann doch nicht wahr sein“, und die Person auf der anderen Seite ahnt davon nichts. Mit der Zeit verändert das deinen Blick auf sie. Du beginnst, sie für nachlässig oder unzuverlässig zu halten, obwohl sie gegen eine Regel verstößt, die sie nie gehört hat.

Warum für jeden etwas anderes selbstverständlich ist

Gerade heute arbeiten in vielen Teams sehr unterschiedliche Menschen zusammen. Arne beschreibt Unternehmenskulturen, in denen Menschen aus aller Herren Länder kommen, in denen Jung und Alt, Männer und Frauen oder Menschen aus Nord, Süd, Ost und West zusammenarbeiten. Sie haben unterschiedliche Hintergründe und Prägungen. Menschen sind nun mal unterschiedlich, und für jeden ist etwas anderes selbstverständlich.

Vieles von dem, was dir klar erscheint, verbindest du vielleicht mit guter Kinderstube oder mit dem Gefühl „Das ist doch klar“. Für dich ist es selbstverständlich, und andere können das auch von dir erwarten. Daraus folgt allerdings nicht, dass du es automatisch von allen anderen erwarten kannst.

Diese Unterscheidung ist unbequem, weil sie den Ärger ein Stück weit zu dir zurückholt. Wenn deine Erwartung nie ausgesprochen wurde, hast du etwas damit zu tun. Genau diesen Gedanken vertiefen Arne und Jörg in der Folge über konstruktive Konfliktoffenheit, in der sie einen Konflikt als unerfüllte Erwartung beschreiben. Wie ausdrückliche Regeln und stille Konventionen in Unternehmen zusammenwirken, hörst du in der Folge über ausdrückliche Regeln und implizite Konventionen.

Aus Erwartungen werden Vereinbarungen

Arne lädt dich ein, diese Folge als Anlass zu nehmen. Mach aus deinen Selbstverständlichkeiten konkrete Erwartungen, fordere sie ein und triff mit den Menschen in deinem Team und in deinem Unternehmen klare Vereinbarungen darüber.

Das Beispiel mit der E-Mail zeigt, worauf es ankommt. Vielleicht ist es für dich selbstverständlich, dass du innerhalb von 24 Stunden eine Antwort bekommst. Die Frage ist nur, ob du das mit der Person vereinbart hast. Weiß sie, dass das deine konkrete Erwartung ist? Und hat sie zugestimmt und gesagt: „Klar, das kannst du von mir erwarten“? Erst dann ist es so etwas wie eine Selbstverständlichkeit. Genauer gesagt ist es dann eine echte Vereinbarung.

Der entscheidende Schritt ist also die Zustimmung. Eine Erwartung, die du nur aussprichst, bleibt deine Erwartung. Eine Erwartung, der dein Gegenüber zugestimmt hat, wird zu einer gemeinsamen Vereinbarung. Darauf kannst du dich berufen, und daran kannst du dein Gegenüber erinnern, wenn es nicht klappt. Warum ein Ja noch keine Verbindlichkeit ist und wie du echte Zusagen bekommst, besprechen die beiden in der Folge über Commitment in der Führung.

Wo es zwischen euch knallt

Arne gibt dir dafür eine einfache Reflexion mit. Schau dir die Beziehungen zwischen dir und den Menschen an, mit denen du zusammenarbeitest. Wo knallt es an dieser Stelle häufiger zwischen euch? Wo hast du Erwartungen, die unerfüllt bleiben? Und wo triggert dich das oder regt dich auf, weil du es für selbstverständlich hältst?

Die Antworten zeigen dir ziemlich genau, wo eine Vereinbarung fehlt. Der wiederkehrende Ärger ist dabei ein nützliches Signal. Er sagt dir, dass dir an dieser Stelle etwas wichtig ist, das du noch nicht klar genug kommuniziert hast. Genau an dieser Klarheit arbeiten Führungskräfte im Leadership Training REFLECT.

Bevor du an Trennung denkst

Arne geht noch einen Schritt weiter. Vielleicht bist du über eine Person schon so oft genervt, dass du darüber nachdenkst, die Zusammenarbeit zu beenden, ihr zu kündigen oder sie in ein anderes Team wechseln zu lassen. Du hältst sie für unzuverlässig, weil du von ihr nicht einmal die einfachsten Dinge erwarten kannst.

Dann lohnt sich ein ehrlicher Blick. Vielleicht weiß die Person einfach nicht, was du konkret von ihr erwartest. Vielleicht hat sie keine Ahnung, was für dich selbstverständlich ist. Bevor du eine so weitreichende Entscheidung triffst, solltest du sicher sein, dass deine Erwartungen überhaupt bekannt und vereinbart waren. Eine Trennung, die auf einer nie ausgesprochenen Erwartung beruht, trifft am Ende beide Seiten unnötig hart. Mehr darüber, warum stille Deals keine Vereinbarungen sind und wie aus Ansprüchen Enttäuschungen werden, hörst du in der Folge Von Ansprüchen und Enttäuschungen.

Der kurze Termin, der viel Ärger erspart

Arnes Vorschlag ist praktisch und schnell umzusetzen. Mach mit der Person einen kurzen Termin aus. Manchmal dauert das nur zehn oder fünfzehn Minuten. Sprich die Situation noch einmal an. Sag, was dir wichtig ist, was du konkret erwartest und was du für selbstverständlich hältst, weil es dir besonders am Herzen liegt.

Dann vereinbare mit der Person, dass sie es in Zukunft so macht. Wenn sie zustimmt, habt ihr eine wirksame Vereinbarung, und du kannst es künftig auch von ihr erwarten. Vielleicht hat sie auch einen Einwand oder einen Vorschlag, wie es für sie besser funktioniert. Dann findet ihr gemeinsam eine Lösung, der beide zustimmen können.

Achte darauf, konkret zu werden. „Ich erwarte mehr Zuverlässigkeit“ lässt viel Raum für Deutung. „Wenn du merkst, dass du eine Deadline nicht schaffst, sag mir bitte mindestens fünf Tage vorher Bescheid“ ist eine Erwartung, der jemand klar zustimmen kann. Je konkreter du formulierst, desto leichter fällt es deinem Gegenüber, Ja zu sagen und sich später daran zu halten.

So ein Gespräch fühlt sich anfangs vielleicht seltsam an, weil du etwas aussprichst, das dir banal erscheint. Genau darin liegt seine Wirkung. Du ersetzt stilles Genervtsein durch Klarheit, und dein Gegenüber bekommt die Chance, deine Erwartung zu erfüllen. Wenn es dabei um ein heikleres Thema geht, hilft dir der Leitfaden aus der Folge über kritische Themen wertschätzend ansprechen, den Arne und Jörg dort in sechs Schritten vorstellen.

Wenn du solche Gespräche vorher üben willst, kannst du das im DialogLab tun. Dort trainierst du auch schwierige Gespräche, in denen eine Erwartung schon länger unerfüllt geblieben ist und sich Ärger angesammelt hat. Wenn ihr klare Vereinbarungen zu einem festen Bestandteil eurer Kultur machen wollt, begleitet MINDSET MOVERS diesen Veränderungsprozess im ganzen Unternehmen. Für deine persönliche Entwicklung als Führungskraft ist ein Führungscoaching oder das Führungskräftetraining REFLECT der passende Rahmen.

KI-Gesprächstraining

Trainiere schwierige Führungsgespräche mit der KI

Im DialogLab übst du, eine stille Erwartung offen anzusprechen und daraus eine klare Vereinbarung zu machen.

DialogLab kostenlos testen

  • 60Szenarien aus dem Führungsalltag
  • Sofort-Feedbackzu deiner Gesprächsführung
  • Live Q&ALeadership-Sprechstunde mit echtem Trainer

Weitere Folgen zum Thema Mitarbeitergespräche & Feedback

FOLGE 75 · 29. März 2025 · 31 Min.

Von Ansprüchen und Enttäuschungen

Das kann ich ja wohl erwarten | Deals sind keine Vereinbarungen

FOLGE 168 · 18. Februar 2026 · 30 Min.

Erwartungsmanagement Fehler

Warum stille Deals deine Performance killen

FOLGE 7 · 14. August 2024 · 12 Min.

Wie kann ich kritische Themen wertschätzend ansprechen

Alle Folgen zum Thema Mitarbeitergespräche & Feedback

← Zur Podcast-Bibliothek

MINDSET MOVERS GmbH

Bruchhauser Straße 12 40883 Ratingen +49 171 7453967 nathalie@mindsetmovers.de Allgemeine Vertragsbedingungen