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Was gehört zur Führungsrolle? Arne und Jörg zeigen die Kernaufgaben, von Ausrichtung und Erwartungen bis zu Showstoppern und festen Routinen.

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  • 00:00
    Was gehört zur Führungsrolle?Welche Aufgaben eine Führungskraft hat und was sie delegieren sollte.
  • 00:45
    Fachkraft oder FührungskraftWie viel Zeit du wirklich für Führung hast, wenn du operativ eingebunden bist.
  • 02:05
    Ausrichtung und ZieleWarum klare Ziele und eine Ausrichtung der rote Faden deiner Führungsarbeit sind.
  • 04:05
    Erwartungen klar habenWie du Werte wie Ehrlichkeit mit konkreten Situationen greifbar machst.
  • 07:39
    Frust als SignalWarum Ärger oft auf eine unausgesprochene Erwartung hinweist und wie du nachfragst.
  • 09:39
    Wie ist dein Team aufgestellt?Stärken, Kompetenzen und die Frage, ob dein Bereich wachsen oder schrumpfen soll.
  • 11:49
    Leistungsträger und BenchmarkWarum du wissen musst, was in deinem Umfeld wirklich starke Leistung ist.
  • 12:58
    Showstopper erkennenWie ungelöste Konflikte gute Stimmung und Performance blockieren.
  • 16:24
    Die geschärfte AxtWarum gut vorbereitete Gespräche kürzer und wirksamer sind.
  • 18:13
    Routinen für FührungsaufgabenWie du mit Cheftreff, Startroutine oder Sprechstunde sicherstellst, dass Führung stattfindet.

Shownotes

Zum Nachlesen

Aufgaben einer Führungskraft: Was zur Führungsrolle gehört

Was sind eigentlich die Aufgaben einer Führungskraft? Was gehört zur Führungsrolle, was solltest du delegieren, und worauf kommt es wirklich an? In dieser Folge vom Podcast Wirksam führen beleuchten Arne und Jörg die Kernaufgaben, die Führung von Facharbeit unterscheiden. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben sie dabei ausdrücklich nicht.

Jörg beginnt mit einer Frage an dich. Wie viel Fachkraft bist du eigentlich noch, und wie viel Zeit nimmst du dir wirklich für Führungsaufgaben? Arne weiß, dass die allermeisten Führungskräfte operativ eingebunden sind. Manche haben Projektverantwortung für eine Softwareeinführung oder ein Sonderprojekt, andere arbeiten im Vertrieb, im Support oder im Customer Care selbst mit. Er verweist auf die Unterscheidung von Fachkraft, Manager und Unternehmer aus einem Buch von Stefan Merath. In dieser Folge geht es nur um die Zeit, die du für Führung aufwendest. Was du dabei abgeben kannst, besprechen die beiden ausführlich in der Folge über Delegieren.

Ausrichtung und Ziele als roter Faden

Die erste Aufgabe ist für Jörg klar. Du brauchst eine Ausrichtung und klare Ziele für dein Team. In welche Richtung wollt ihr gehen, und was geben deine Vorgesetzten vor? Bist du selbst Geschäftsführerin oder Unternehmer, formulierst du diese Ziele selbst, vielleicht sogar als Vision am Horizont.

Arne ergänzt, dass Ausrichtung mehr umfassen kann als Zahlen, Daten und Fakten. Sie kann auch zwischenmenschlich sein. „Mir ist wichtig, dass wir Freude an der Arbeit haben und erfolgreich sind. Darunter mache ich es nicht.“ Wenn jemand aus deinem Team fragt, was euer Ziel für dieses Quartal ist, solltest du eine einfache, gute Antwort haben. Vielleicht musst du dafür nachdenken oder mit deinen Vorgesetzten sprechen. Die Ausrichtung ist der rote Faden deiner Führungsarbeit, denn jede Initiative und jedes Gespräch soll darauf einzahlen.

Erwartungen klar haben und konkret machen

Als Nächstes geht es um deine Erwartungen an die Einzelnen, sagt Jörg. Was sollen sie konkret tun, welche Ergebnisse liefern? Arne hält das für eine Frage, die du dir als Führungskraft täglich stellen solltest. Es gibt Erwartungen an Zahlen und messbare Ergebnisse. Und es gibt Erwartungen auf der kulturellen und zwischenmenschlichen Ebene. Manchen Menschen ist Struktur wichtig, anderen Kreativität und Spontanität, wieder anderen Präzision und Pünktlichkeit. Notier dir, was dir in der Zusammenarbeit wichtig ist, und formulier es so, dass du es anderen als klare Erwartung sagen kannst.

Das ist etwas aufwendiger und lohnt sich, sagt Arne. Viele nennen abstrakte Begriffe wie Ehrlichkeit, Vertrauen oder Verantwortung. Fünf Leute verstehen darunter fünf verschiedene Dinge. Beschreib deshalb mindestens zwei Situationen, in denen der Wert sichtbar wird. Ein Kunde ruft an und beschwert sich über eine Mitarbeiterin. Sie erzählt es danach selbst im Teammeeting oder dir. Das wäre für dich Ehrlichkeit. Verschweigt sie es aus Angst, schlecht dazustehen, und du erfährst es einen Tag später vom Kunden, wäre das Unehrlichkeit. Welche Erwartungen du ohnehin stellen darfst, hörst du in der Folge über das, was du selbstverständlich erwarten kannst.

Jörg nennt das einen fortlaufenden Prozess. Wenn du genervt oder frustriert bist, ist das oft ein Signal für eine Erwartung, die nicht erfüllt wird. Frag dich dann, ob du sie jemals ausdrücklich formuliert hast. Arne ergänzt eine Frage, die in der Folge immer wieder auftaucht. Frag die Leute, ob sie das wollen und ob sie es sich zutrauen, mit der Haltung, dass auch ein Nein in Ordnung ist und ihr dann eine Lösung findet. Wer nie fragt, erlebt Unklarheit und Frust. Wie du Erwartungen klar formulierst, trainieren Führungskräfte im Leadership Training REFLECT. Ein einzelnes Gespräch dazu kannst du auch im DialogLab vorbereiten.

Wie ist dein Team aufgestellt?

Eine weitere Aufgabe ist, dein Team zu kennen, sagt Arne. Welche Stärken gibt es, wer sind die Leistungsträger, was fällt wem leicht, worauf hat jemand Lust? Das gilt für alle im Team, weil es für die Entwicklung Einzelner und für die Teamentwicklung wichtig ist. Und du musst wissen, welche Kompetenzen du künftig brauchst. Das kannst du nur beurteilen, wenn deine Ausrichtung klar ist.

Arne hört von Führungskräften immer öfter, dass durch KI und Digitalisierung bestimmte Bereiche an Bedeutung verlieren, etwa der Customer Support eines E-Commerce-Unternehmens. Dann soll eine Abteilung schrumpfen. Das ist eine ganz andere Aufgabe, als ein Team aufzubauen. Auch ein Wechsel des Fokus von Wachstum zu Profitabilität verlangt andere Kompetenzen.

Dazu gehört die Frage nach der Benchmark. Was ist in deiner Branche wirklich starke Leistung? Arne erinnert an die Bar Raiser Idee, von der Jörg einmal erzählt hat. Du hältst deine besten Leute für die Spitze, bis du jemanden erlebst, der noch besser ist. Wo du die Messlatte für Recruiting und Entwicklung legst, kannst nur du beurteilen. Wie du Führung grundsätzlich mit wenig Zeit wirksam machst, vertiefen die beiden in der Folge über das Zehn-Minuten-Prinzip.

Showstopper erkennen und auflösen

Jörg nennt eine Aufgabe, die er für besonders wichtig hält. Erkenne, was gerade dem gemeinsamen Erfolg im Weg steht. Steht etwas zwischen dir und einem Teammitglied? Gibt es im Team einen Konflikt, der noch nicht angesprochen wurde?

Arne hat gerade zwei Tage mit Führungskräften einer großen Versicherung verbracht. Es ging darum, wie man Menschen für Veränderungen begeistert, die von der Unternehmensleitung beschlossen wurden. Im Dialog stellte sich heraus, dass der Grund für fehlende Begeisterung oft woanders liegt als beim vordergründigen Thema, also bei der neuen Software, dem neuen Prozess oder der Umstellung auf agile Zusammenarbeit. Oft steht zwischen Führungskraft und Mitarbeiter etwas auf der zwischenmenschlichen Ebene, oder ein Mitarbeiter ist enttäuscht von der Firma, die du als Führungskraft repräsentierst. Für Arne ist das einer der wichtigsten Hebel für Entwicklung, Performance und Produktivität. Sei wach darüber, was zwischen dir und anderen wirkt. Wenn ihr solche Veränderungen im ganzen Unternehmen begleiten wollt, ist eine Transformation mit der gesamten Führungsmannschaft sinnvoll.

Wenn du dir die Zeit nimmst, Gespräche vorzubereiten, arbeitest du mit einer geschärften Axt.

Gespräche vorbereiten, die Axt schärfen

Für die Gespräche über solche Showstopper rät die Folge, dir Zeit für die Vorbereitung zu nehmen. Was ist deine Intention, und welche Vereinbarung willst du treffen? Je besser du vorbereitet bist, desto kürzer und wirksamer wird das Gespräch. Arne erinnert an die Geschichte von den zwei Holzfällern. Beide arbeiten gleich lange, einer macht eine Stunde Mittagspause und hat abends trotzdem den größeren Holzstapel. In der Pause isst er, entspannt sich und schärft seine Axt. Wer Erwartungen aufschreibt, eine Intention formuliert und weiß, welche Vereinbarung er will, arbeitet mit einem funktionierenden Werkzeug. Das Gegenteil sind Gespräche zwischen Tür und Angel ohne Vereinbarung, die du zwei, drei Mal führst, mit Missverständnissen und Ärger auf beiden Seiten. Jörg findet dafür deutliche Worte. Das ist schlecht für Produktivität und Ergebnisse.

Routinen, damit Führung stattfindet

Bleibt die Frage, wie du sicherstellst, dass du all das regelmäßig tust. Jörg nennt noch die Erfolgstreiber, also die Kennzahlen und KPIs, die für dein Team zählen. Oft übernimmt der Alltag die Kontrolle. Eine Lösung für alle gibt es nicht, aber Routinen helfen. Jörg hat lange einen wöchentlichen Cheftreff mit sich selbst gemacht, um die Woche zu strukturieren. Eine andere Möglichkeit ist eine halbe Stunde zum Arbeitsstart, in der du überlegst, mit wem du heute etwas klären musst. Welche Routinen erfolgreiche Führungskräfte nutzen, hörst du in der Folge über Routinen und Rituale.

Arne schlägt eine Art Sprechstunde vor, einen festen Slot im Kalender für Gespräche mit Mitarbeitenden, ohne dass schon Namen darin stehen. Du kannst ihn auch ausfallen lassen. Er ist der Anlass zu fragen, ob es eine Erwartung zu kommunizieren gibt, einen Konflikt zu lösen oder in den Zahlen etwas, worüber du mit jemandem sprechen solltest. Aktive Führung heißt, mit anderen gemeinsam etwas zu erreichen, das gut vorzubereiten und klar zu haben, worum es dir geht.

Wenn du tiefer einsteigen willst, findest du regelmäßig kostenlose Webinare zu Themen wie schwierigen Mitarbeitern, Konflikten oder Mitarbeitergesprächen. Für den eigenen Weg in die Führungsrolle gibt es das Führungskräftetraining von MINDSET MOVERS. Und das nächste Gespräch über eine Erwartung, die bisher unausgesprochen war, kannst du vorher als Gesprächstraining durchspielen.

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