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Zwischen Chefetage und Team zerrieben? Arne und Jörg zeigen, warum du als Sandwich-Führungskraft das Unternehmen vertrittst und dabei glaubwürdig bleibst.

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  • 00:00
    Die ZwickmühleWas eine Sandwich-Führungskraft ausmacht und warum die Rolle vielen schwerfällt.
  • 00:41
    Jörgs Blick als AngestellterWarum Jörg früher dachte, Führung solle vor allem für gute Stimmung sorgen.
  • 01:17
    Was das Team erwartetWofür Teams ihre Führungskraft halten und wofür das Unternehmen sie bezahlt.
  • 02:01
    Beispiel Time TrackingArnes Beispiel aus Agenturen, in denen Führungskräfte Regeln durchsetzen, die sie selbst lästig finden.
  • 03:06
    Ergebnisse vor ZufriedenheitWarum im Zweifel die Ergebnisse die Zufriedenheit im Team schlagen.
  • 04:20
    Einer von uns seinWeshalb viele Führungskräfte dazugehören wollen und trotzdem die da oben sind.
  • 05:23
    Bist du gerne die da obenDie Kernfrage nach der eigenen Haltung zur Rolle.
  • 05:51
    Die da oben haben entschiedenWas passiert, wenn du Entscheidungen auf die Geschäftsleitung schiebst.
  • 06:32
    Integrität und StandingWarum dieser Satz Irritation statt Verlässlichkeit erzeugt.
  • 07:40
    Kein BetriebsratWie sich die Rolle der Führungskraft von der des Betriebsrats unterscheidet.

Shownotes

Zum Nachlesen

Sandwich-Führungskraft: Wessen Interessen vertrittst du eigentlich?

Als Sandwich-Führungskraft hast du einen Chef oder eine Chefin über dir und ein eigenes Team unter dir. Genau dort entsteht eine Zwickmühle, die viele kennen. Bin ich Interessenvertreter des Unternehmens? Oder bin ich vor allem der Anwalt meines Teams? Arne und Jörg geben in dieser Folge des Podcast Wirksam führen eine klare Antwort, und die ist für manche unbequem. Als Führungskraft wirst du vom Unternehmen dafür bezahlt, dass Ergebnisse entstehen. Dein Team ist dir wichtig. Die Verantwortung für die Ergebnisse trägst du trotzdem zuerst gegenüber dem Unternehmen.

Für viele fühlt sich diese Position schwierig an. Sie wollen beiden Seiten gerecht werden und merken, dass sie sich in keiner der beiden Rollen richtig wohlfühlen. Darum lohnt es sich, die eigene Haltung zur Sandwichposition einmal ehrlich anzuschauen.

Was Mitarbeitende von ihrer Führungskraft erwarten

Jörg erzählt, wie er selbst früher auf Führung geschaut hat. Nach der Uni war er bei Amazon angestellt, und damals dachte er, die Aufgabe seiner Führungskraft sei vor allem, dafür zu sorgen, dass es ihm und dem Team gut geht. Heute sieht er das anders. Eine Führungskraft hat in erster Linie die Verantwortung, die Interessen des Unternehmens wahrzunehmen und dafür zu sorgen, dass die Ergebnisse erreicht werden.

Arne greift das auf. Genau diese Erwartung haben viele Teams an ihre Führungskraft. Sie wünschen sich jemanden, der ihre Interessen gegenüber der Geschäftsleitung, der Abteilungsleitung oder der nächsthöheren Ebene vertritt. Ein Stück weit stimmt das auch. Natürlich gehört es zu deiner Rolle, die Anliegen deiner Leute nach oben zu tragen. Bezahlt wirst du aber dafür, dass Aufgaben erledigt werden, Projekte vorankommen und Kunden zufrieden sind.

Zufriedene Mitarbeitende machen das leichter. Arne und Jörg sehen da eine klare Wechselwirkung. Wer gerne zur Arbeit kommt, liefert meist bessere Ergebnisse. Die Richtung deiner Verantwortung ändert sich dadurch aber nicht. Wie du den Druck von oben und die Wünsche deines Teams ausbalancierst, ist auch Thema der Folge zur Sandwichposition als Führungskraft.

Ein Beispiel macht das greifbar. Arne kommt aus der Agentur- und Beratungswelt und bringt ein Beispiel mit, das er immer wieder hört. In vielen Agenturen und Beratungen gibt es Time Tracking Tools, mit denen Mitarbeitende ihre Zeiten erfassen. Für das Unternehmen ist das Standard und verpflichtend. Viele Führungskräfte empfinden es trotzdem als lästig, bei einzelnen Leuten immer wieder hinterher zu sein.

Besonders schwierig wird es, wenn du selbst vor Kurzem noch Teil des Teams warst. Gestern hast du mit den Kolleginnen und Kollegen über das Tool gestöhnt. Heute sollst du als Chefin oder Chef darauf achten, dass alle sauber buchen. Und insgeheim hältst du selbst nicht viel davon. Du hast viel mehr Verständnis für die Leute, die das doof finden, als für die Regel, die du durchsetzen sollst.

Arne sagt dazu klar, dass genau das ein Problem ist. Wenn du dich innerlich auf die Seite des Teams schlägst, kannst du die Interessen des Unternehmens kaum glaubwürdig vertreten. Wer gerade neu in der Führungsrolle ist und aus dem eigenen Team heraus befördert wurde, kennt diese Situation besonders gut. Warum dich dein altes Team nach dem Rollenwechsel zur Führungskraft manchmal nicht ernst nimmt, hörst du in einer eigenen Folge.

Ergebnisse oder Zufriedenheit im Team?

Jörg nennt es maximal unangenehm, die Interessen des Unternehmens ins Team hineinzutragen. Großartig bist du als Führungskraft dann, wenn dir beides gelingt, also gute Ergebnisse und gute Stimmung. Wenn es aber hart auf hart kommt und du dich entscheiden musst, schlagen die Ergebnisse die Zufriedenheit im Team.

Das klingt hart. Jörg begründet es nüchtern. Ein glückliches Team, das keine Ergebnisse liefert, bringt dem Unternehmen nichts. Im schlimmsten Fall hat das Konsequenzen, die am Ende genau die treffen, die du schützen wolltest. Dann können vielleicht nicht mehr alle im Team bleiben. Wer die Ergebnisse aus dem Blick verliert, um das Team zufrieden zu halten, tut seinen Leuten langfristig keinen Gefallen.

Diese Reihenfolge für sich zu klären, fällt vielen schwer. Genau an dieser Haltung arbeiten Führungskräfte in unserem Leadership Training, weil sie die Grundlage für jede weitere Entscheidung im Führungsalltag ist.

Der Wunsch, einer von uns zu sein

Arne beschreibt, was er von vielen Sandwich-Führungskräften hört. Sie fühlen sich gar nicht wohl dabei, die Interessen des Unternehmens zu vertreten. Häufig liegt das daran, dass sie unbedingt weiter dazugehören wollen. Einer von uns sein. Das stimmt ja auch zum Teil. Du bist Teil deines Teams. Für deine Teammitglieder bist du aber gleichzeitig die da oben. Du bist für sie das Unternehmen.

Das merkst du in bestimmten Situationen sehr deutlich. In einer Gehaltsverhandlung. Wenn du eine unpopuläre Entscheidung kommunizieren musst. Wenn ein Projekt eingestellt wird oder sogar Entlassungen notwendig sind. Spätestens dann gehörst du für viele eben doch nicht richtig dazu. Du bist die Chefin oder der Chef. Und das gehört zu deiner Aufgabe.

Arne stellt deshalb eine einfache Frage in den Raum.

Bist du eigentlich gerne die da oben?

Bist du gerne Führungskraft, Repräsentant und Interessenvertreter des Unternehmens? Oder lehnst du das innerlich ab und würdest eigentlich vieles anders machen, als die da oben entscheiden? Wer diese Frage für sich offen lässt, bleibt in der Zwickmühle stecken. Wie sich so ein innerer Widerstand gegen die eigene Rolle anfühlt, besprechen Arne und Jörg auch in der Folge Ich bin Führungskraft, aber führe nicht gerne.

Warum „die da oben haben entschieden“ dir schadet

Jörg bringt ein Beispiel, das viele aus dem Alltag kennen. Du würdest deinem Team am liebsten fünf Tage Homeoffice geben. Das Unternehmen erlaubt nur zwei. Also sagst du im Meeting, du würdest ihnen ja gerne fünf Tage geben, aber die da oben hätten nun mal anders entschieden.

Für Arne ist das eine Frage der Integrität. Mit so einem Satz schiebst du die Verantwortung von dir weg und versuchst, dich mit deinen Leuten solidarisch zu zeigen. Die Botschaft lautet, ich habe dasselbe Interesse wie du. Das Problem dabei ist, dass es eher für Irritation sorgt als für Verlässlichkeit. Deine Leute wissen nicht mehr, woran sie bei dir sind.

Bei anderen Themen bist du ja sehr wohl Interessenvertreter des Unternehmens. Wenn es um Entlassungen geht, musst du das kommunizieren, ob du willst oder nicht. Kein Mensch macht das gerne. Wenn du aber bei der Homeoffice-Regel sagst, du würdest es eigentlich anders machen, und bei der nächsten unangenehmen Nachricht plötzlich für das Unternehmen sprichst, verlierst du Standing. Die Leute wissen nicht, wofür du stehst.

Arne spricht in diesem Zusammenhang lieber von Standing und Klarheit als von Autorität. Eine Führungskraft, die mal so und mal so auftritt, ist für ihr Team schwer einzuschätzen. Solche Gespräche kannst du vorbereiten. Wenn du eine Entscheidung vertreten musst, die du selbst nicht getroffen hast, hilft es, die Formulierung vorher einmal durchzuspielen. Im DialogLab kannst du genau das in einer realistischen Simulation ausprobieren.

Als Führungskraft bist du kein Betriebsrat

Arne zieht eine klare Linie. Als Führungskraft oder Teamlead bist du kein Betriebsrat. Wenn es in deinem Unternehmen einen Betriebsrat gibt, dann ist es dessen erklärte Aufgabe, sich für bessere Arbeitsbedingungen, mehr Gehalt oder eine neue Tarifrunde einzusetzen. Das ist eine legitime Rolle. Deine ist es erst einmal nicht.

Diese Unterscheidung entlastet viele Sandwich-Führungskräfte. Du musst nicht jede Forderung deines Teams zu deiner eigenen machen. Du darfst Anliegen aufnehmen und weitergeben. Gleichzeitig darfst du Entscheidungen des Unternehmens klar vertreten, auch wenn sie im Team unbeliebt sind. Wie du das ohne Kuschelkurs schaffst, vertiefen Arne und Jörg in der Folge Unternehmensinteressen vertreten.

Deine Haltung zur Sandwichposition klären

Am Ende der Folge geben Arne und Jörg dir eine Frage mit auf den Weg. Machst du das gerne? Bist du gerne Interessenvertreter des Unternehmens? Ist dir bewusst, dass du für dein Team auch die da oben bist, also Chefin oder Chef?

Und kannst du das mit dir und deiner Haltung vereinbaren? Arne hält genau das für die Voraussetzung, damit dir Führung gelingt und Leute dir gerne folgen. Solange du innerlich gegen deine eigene Rolle arbeitest, wird es schwer, klar aufzutreten.

Diese Haltung entsteht selten von allein. Manchen hilft ein Führungscoaching, um die eigene Position in der Zwickmühle zu sortieren. Andere arbeiten im Führungskräftetraining REFLECT zwölf Wochen lang an ihrer Haltung und an den schwierigen Gesprächen, die mit der Rolle verbunden sind. Wenn ganze Führungsebenen in eurem Unternehmen mit dieser Frage ringen, lohnt sich eine gemeinsame Führungskräfteentwicklung im Unternehmen. Und wenn du die Fragen aus dieser Folge mit Arne live besprechen willst, schau in unsere Webinare, auf die er am Ende der Folge hinweist.

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