Mitarbeitergespräche führen: Die Frage nach deiner Intention
Zum Jahresende oder zum Jahresauftakt stehen in vielen Unternehmen Mitarbeitergespräche an. Vielleicht auch bei dir. In dieser Folge vom Podcast Wirksam führen teilt Arne einen Gedanken, der ihm selbst bei der Vorbereitung und Durchführung von Mitarbeitergesprächen enorm geholfen hat, als er ihn für sich erkannt hatte. Er ist schnell erklärt und verändert trotzdem die ganze Gesprächsführung.
Die eigentliche Frage lautet: Was ist deine Intention, wenn du Mitarbeitergespräche führst?
Warum viele Mitarbeitergespräche ohne Absicht stattfinden
Von vielen Menschen in den Trainings von MINDSET MOVERS hört Arne immer wieder dasselbe. Auch im Austausch mit anderen Unternehmen und Führungskräften erlebt er es. Und ganz am Anfang seiner Karriere ging es ihm selbst so. Mitarbeitergespräche wurden geführt, weil sie erwartet wurden. Damit sie erledigt sind. Oder damit man bei den Mitarbeitenden gut dasteht, weil es eben dazugehört, dafür auch mal Raum zu schaffen.
Eine klare Intention gab es dabei nicht. Vielleicht erkennst du dich darin wieder. Das Gespräch findet dann zwar statt, es hat aber keine Richtung.
In vielen Unternehmen gibt es Leitfäden für Mitarbeitergespräche, und auch bei MINDSET MOVERS arbeiten sie damit. Vielleicht hast du so etwas auch an der Hand. Mit dem Leitfaden gehst du mit deiner Mitarbeiterin oder deinem Mitarbeiter in eine Retrospektive, schaust zurück und stellst Fragen dazu. Oft gibt es auch einen Teil, in dem es um Ziele und Ausrichtung geht.
Dann arbeitest du dich durch den Leitfaden, und am Ende ist das Gespräch vorbei. Du hast irgendein Gefühl dazu. Aber woran machst du als Führungskraft eigentlich fest, ob das ein gutes und wirksames Mitarbeitergespräch war? Ein Leitfaden gibt dir Struktur. Einen Maßstab für Wirkung musst du selbst mitbringen.
Die Gesprächsintention als roter Faden
Hier kommt die Intention ins Spiel. Überleg dir vor jedem Gespräch, was deine Absicht für diesen Mitarbeiter oder diese Mitarbeiterin ist, für den Menschen, mit dem du sprichst, und zwar mit Blick auf die Zukunft.
Wenn du so eine Gesprächsintention für dich definiert hast, kannst du dich darauf ausrichten. Sie wird zu einem roten Faden, der dich durch das gesamte Gespräch trägt. An den einzelnen Punkten aus deinem Leitfaden nutzt du sie immer wieder als Hintergrund, vor dem alles stattfindet und besprochen wird. Wie du so einen roten Faden durch das ganze Gespräch hältst, vertiefen Arne und Jörg auch in der Folge über den roten Faden in Mitarbeitergesprächen.
Nimm dir vor jedem Gespräch die Zeit, eine Intention zu formulieren, und geh absichtsvoll in den Termin. Dann kannst du hinterher festmachen, ob es ein gutes Gespräch war.
Darin steckt ein Gedanke, der für MINDSET MOVERS insgesamt zentral ist. Wer absichtsvoll führt, weiß, wofür er ein Gespräch führt, und kann hinterher beurteilen, ob er dem näher gekommen ist. Wie so eine Intention aussehen kann, zeigt Arne an drei Beispielen.
Stabilität und Vertrauen nach einer unruhigen Phase
Stell dir vor, dein Unternehmen hat gerade eine heiße Phase hinter sich. Ihr musstet kämpfen, es gab viel Unruhe, vielleicht einen Transformationsprozess. Die Mitarbeitenden sind noch ein bisschen verunsichert.
Dann könnte deine Absicht für die Gespräche sein, Stabilität herzustellen, Vertrauen wiederherzustellen oder die Vertrauensbeziehung zu fördern. Das kannst du zu Beginn jedes Gesprächs auch genau so sagen. „Meine Intention für unser Gespräch ist übrigens, dass wir mehr Stabilität und eine stärkere Vertrauensbeziehung entwickeln. Das ist mir im Umgang miteinander und für die nächsten sechs Monate einfach wichtig. Das ist mein Hintergrund.“
Während des Gesprächs kannst du dann immer wieder prüfen, ob die einzelnen Bausteine und die Dinge, die ihr besprecht, darauf einzahlen. Und vor allem kannst du nach dem Gespräch beurteilen, ob es im Sinne von mehr Vertrauen und mehr Stabilität wirksam war oder nicht. Wie du so einen Gesprächseinstieg gut setzt, hörst du in der Folge darüber, wie du ein Mitarbeitergespräch richtig startest. Und wer den ersten Satz vorher laut ausprobieren möchte, kann das Gespräch üben.
Welche Werkzeuge es außerdem gibt, um Vertrauen im Team zu stärken, besprechen Arne und Jörg in der Folge über Vertrauen und Verbundenheit im Team.
Vollständigkeit, wenn etwas zwischen euch steht
Eine ganz andere Intention kann entstehen, wenn es mit einigen Mitarbeitenden eine Unvollständigkeit gibt. Da sind offene Dinge, die ungeklärt sind, die zwischen euch stehen und die Zusammenarbeit belasten. Solange sie offen sind, arbeitet ihr zwar weiter zusammen, aber eben mit angezogener Handbremse.
Als Führungskraft solltest du dir bewusst sein, dass so etwas auf zwei Ebenen liegen kann. Es kann persönlich zwischen dir und einer Person stehen, also zwischen euch beiden als Menschen. Oder es steht zwischen deinem Mitarbeiter und dem Unternehmen, das du als Führungskraft repräsentierst. Dann steht es ebenfalls zwischen euch, allerdings zwischen euren Positionen und Funktionen.
In beiden Fällen könnte die Absicht für die Mitarbeitergespräche lauten, Vollständigkeit herzustellen. Eine unbelastete Situation also. Das heißt, einen Konflikt zu benennen, ihn zu klären und auszuräumen und den unausgesprochenen Dingen Raum zu geben, damit sie ausgesprochen werden können. Gerade bei solchen Gesprächen hilft es, dir vorher im Gesprächstraining einen Eindruck davon zu verschaffen, wie dein Gegenüber reagieren könnte.
Peak Performance als Absicht für alle Gespräche
Das dritte Beispiel stammt aus dem Online Training von MINDSET MOVERS. In der elften Woche des aktuellen Jahrgangs erzählte ein Teilnehmer, Geschäftsführer und Gründer eines mittelgroßen Start-ups mit etwa 40 bis 50 Leuten, von seiner Intention. Sie heißt Peak Performance.
Er führt alle Mitarbeitergespräche aus der Absicht heraus, für diesen Menschen und für alle anderen im Unternehmen die Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen sie wirklich leistungsfähig sind. Diesen Rahmen will er schaffen und halten. Diese Absicht trägt ihn wie ein roter Faden durch alle Gespräche. Damit ist für ihn auch klar, woran er jedes einzelne Gespräch messen kann. Hat es dazu beigetragen, dass dieser Mensch seine beste Leistung bringen kann?
Wie du deine Intention vorbereitest
Die drei Beispiele zeigen, dass es keine richtige oder falsche Intention gibt. Sie hängt davon ab, wo dein Unternehmen gerade steht und was zwischen dir und deinen Mitarbeitenden gerade wichtig ist. Entscheidend ist, dass du sie vorher formulierst.
Wenn du dir als Führungskraft schon die Zeit für ein Gespräch nimmst, ob quartalsweise, halbjährlich oder jährlich, dann lädt Arne dich ein, diese Zeit absichtsvoll zu nutzen. Formuliere vor dem Termin eine Intention, an der du hinterher festmachen kannst, ob es für dich ein gutes Gespräch war.
Ein paar Fragen können dir dabei helfen. Was soll nach diesem Gespräch zwischen dir und diesem Menschen anders sein? Worauf willst du in den nächsten Monaten mit ihm hinarbeiten? Und woran würdest du merken, dass das Gespräch genau dazu beigetragen hat?
Wenn du die Antwort darauf in einem Satz sagen kannst, hast du deine Intention. Du kannst sie für dich behalten und als inneren Kompass nutzen. Oder du sprichst sie zu Beginn aus, wie im Beispiel mit Stabilität und Vertrauen. Dann weiß auch dein Gegenüber, worum es dir geht. Wie du das Gespräch am Ende so abschließt, dass die Intention in der Umsetzung ankommt, hörst du in der Folge über die Frage, warum bei Mitarbeitergesprächen die letzten zwei Minuten entscheiden. Und welche Fragen dich in Einzelgesprächen wirklich weiterbringen, besprechen Arne und Jörg in der Folge über Einzelgespräche, die wirken.
Mit einer Intention im Kopf wird jedes Mitarbeitergespräch zu einem Gespräch mit Richtung. Im Leadership Training REFLECT arbeiten Führungskräfte genau an dieser absichtsvollen Gesprächsführung. Wenn ihr in eurem Unternehmen die Mitarbeitergespräche gemeinsam neu aufsetzen wollt, kann das Teil einer Führungskräfteentwicklung im Unternehmen werden. Und wer erst einmal für sich selbst starten will, findet im Führungstraining den passenden Rahmen, um die eigene Intention für die nächsten Gespräche zu schärfen.

