Die Jahresauftakt-Ansprache vor dem Team vorbereiten
Es ist Anfang Januar, und vielleicht steht eine Ansprache zum Jahresauftakt an. Dann fragst du dich, was du deinem Team zu Beginn des Jahres sagst. Welche Absicht hast du? Welche Qualität wünschst du dir, die ihr als Team im kommenden Jahr mehr zeigt, damit ihr wirksamer seid und mehr Freude am gemeinsamen Arbeiten habt?
In dieser ersten Folge des Jahres vom Podcast Wirksam führen geht es genau darum. Arne und Jörg zeigen, wie du eine Jahresauftakt-Ansprache vorbereitest und hältst, damit sie Wirkung entfaltet. Peinliche Motivationsreden und lange Floskeln kannst du dir sparen, sagt Arne. Die Frage ist, was du beitragen kannst, damit dein Team mit vollem Fokus loslegt und Lust hat, mitzugehen.
Vielleicht hast du über die Feiertage schon auf das Jahr zurückgeschaut. Wenn nicht, hilft dir die letzte Folge des alten Jahres, die Führungs-Inventur mit fünf brutalen Fragen an dich selbst. Jörg sieht im Jahresauftakt einen guten Moment, mit einer klaren Ausrichtung zu starten und Dinge anzusprechen, die im Dezember liegen geblieben sind. Vielleicht hast du in den freien Tagen gemerkt, dass sich etwas schon länger entwickelt hat und im Trubel keine Zeit dafür war.
Mit Rückblick und Wertschätzung ins neue Jahr
In vielen Branchen ist das Jahresende stressig. Viele gehen vor Weihnachten in Urlaub, der Dezember ist oft nur ein halber Monat, und trotzdem muss viel geschafft werden. Die Arbeit verdichtet sich, und für Anerkennung bleibt kaum Zeit.
Arne schlägt deshalb vor, in der Ansprache ein paar Minuten zurückzuschauen. Was war im letzten Jahr richtig gut? Was hat funktioniert? Das überlegst du dir als Führungskraft vorher. Es gab garantiert Dinge, die gut liefen, und die darfst du benennen und hervorheben.
Frag dich auch, wofür du deinem Team dankbar bist. Wie sie mit Kunden umgegangen sind, wie sie Probleme gelöst haben, wie sie den Ausfall von Kollegen aufgefangen und die stressige Weihnachtszeit gemeistert haben. Jörg ergänzt die Flexibilität, etwa wie schnell der Wechsel von Projekt A zu Projekt B gelungen ist.
Bei einem großen Team musst du niemanden namentlich hervorheben. Das kann irritieren, weil du als Chef kaum allen gerecht wirst. Dann dankst du bestimmten Bereichen oder dem ganzen Team. Bei einem kleinen Team kannst du jeden beim Namen nennen, wenn du jedem aufrichtig für etwas danken kannst. Warum Anerkennung so viel bewirkt, hörst du auch in der Folge über die Magie der Wertschätzung.
Ziele als Qualität formulieren
Dann kommt die zentrale Frage, die Jörg stellt. Worum geht es dir in diesem Jahr? Was ist das eine Ding, das du mit deinem Team erreichen willst? Vielleicht willst du näher am Kunden sein. Was bedeutet das dann ganz konkret?
Arne rät, solche Ziele in Qualitäten auszudrücken und nicht ausschließlich in Zahlen. Mit dem Satz, dass die Abteilung im letzten Jahr eine bestimmte Summe Umsatz gemacht hat und dieses Jahr acht Prozent mehr schaffen soll, holst du kaum jemanden hinter dem Ofen hervor. Eine Qualität wirkt anders. Wenn ihr im letzten Jahr 78 Kunden bedient habt und 90 Prozent davon euch mit vier oder fünf Sternen bewertet haben, kannst du sagen, dass du dieses Jahr 100 glückliche Kunden mit vier oder fünf Sternen willst.
Oder ihr wollt relevanter werden. Ihr seid noch klein und wenig bekannt und wollt euch als Marke etablieren, bis euer Name jedem einfällt, der an eure Produktkategorie denkt. Mehr Umsatz ist dann die Folge. Ein Teil eines solchen Ziels zu sein, macht Menschen deutlich mehr Lust als eine neue Umsatzzahl. Wie klare Ziele und Fokus ein Team produktiv machen, besprechen die beiden auch in der Folge über High-Performance Teams.
Wenn das Jahr schwierig wird
Das gilt auch, wenn du ehrlich sagst, dass das neue Jahr eine Herausforderung wird, mit kleineren Budgets oder weniger Umsatz. Jörg fragt, welche Qualität du trotzdem im Team sehen willst. Vielleicht Geschlossenheit. Dann überleg dir, woran du sie erkennst, und mach deinem Team klar, dass du dir wünschst, die Herausforderungen gemeinsam anzunehmen und zu gestalten.
Arne verweist darauf, dass in vielen Branchen die wirtschaftlichen Vorzeichen gerade nicht auf Wachstum stehen. Manche planen schon mit weniger Auftragsvolumen und kleineren Teams. Gerade dann hilft es, wenn du erklärst, wozu du dir diese Qualität wünschst. In jedem Team gibt es Menschen, die von sich aus mehr Gas geben und für andere mit anpacken. Dir ist wichtig, dass sie das weiter gern tun. Das gelingt, wenn alle an einem Strang ziehen und jeder bereit ist, ein paar Prozent mehr zu geben, als er müsste. Dann ist die Chance viel höher, dass ihr gut durch diese Zeit kommt. Wie du Eigeninitiative förderst und alle an einen Strang bringst, hörst du in der Folge über Eigeninitiative.
Eine persönliche Geschichte macht die Ansprache lebendig
Eine Ansprache verfängt bei Menschen emotional, wenn du selbst mit dem Thema verbunden bist. Arne fragt deshalb, ob du eine persönliche Geschichte zu erzählen hast. Vielleicht gibt es ein Sportteam, das dich begeistert, weil es als Außenseiter durch Geschlossenheit bestanden hat. Oder du hast selbst erlebt, wie eine Gruppe gemeinsam etwas erreicht hat, das andere nicht für möglich hielten.
Ein paar Sätze reichen, eine epische Story braucht es nicht.
Mach den Leuten durch deine Geschichte deutlich, warum dir das wichtig ist und dass du daran glaubst.
Solche Ansprachen gehören zu den Kernaufgaben von Führung. Im Führungskräftetraining REFLECT trainierst du unter anderem, eine Gruppe zu motivieren und Erwartungen klar zu kommunizieren.
Vereinbarungen und ein Call to Action zum Schluss
Gegen Ende der Ansprache kannst du eine Vereinbarung treffen. Jörg bringt ein konkretes Beispiel. Jeder arbeitet vier Stunden im Monat mehr, auch wenn es zunächst unangenehm ist, weil ihr damit Ausfälle durch Krankheit oder Abwesenheit abfangen könnt. Je nach Teamgröße fragst du direkt, wer dabei ist, und bittest um ein Handzeichen, ergänzt Arne. Offene Fragen klärst du gleich in der Runde. Wer nicht vor allen fragen will, kommt danach auf dich zu, und mit allen, die noch zögern, sprichst du einzeln.
Das Gespräch mit dem Kollegen, der bei den vier Stunden zögert, kannst du vorher in Ruhe als Gespräch üben. Wie aus einer Zusage echte Verbindlichkeit wird, vertieft die Folge über Commitment in der Führung.
Eine Ansprache wirkt stärker, wenn danach sofort etwas passiert. Bitte dein Team zum Beispiel, sich nach der Rede fünf Minuten in Zweiergruppen zusammenzusetzen. Jeder sagt dem anderen, was er zu mehr Geschlossenheit beitragen will. So nimmst du die Energie aus der Ansprache direkt mit, und niemand geht einfach zum Business as usual über.
Jörg hat eine zweite Idee, die die Wertschätzung wieder aufgreift. In Zweiergruppen sagt jeder dem Gegenüber zwei Minuten lang, was er an ihm schätzt. Das kann eine Fähigkeit sein, ein Ergebnis, der souveräne Umgang mit einem Kunden oder die Hilfe, als jemand früher nach Hause musste. In Teams gibt es selten zu viel Wertschätzung, meist eher zu wenig, sagt Arne. Die beiden machen diese Übung oft in Seminaren, und die Leute kommen mit einem Strahlen im Gesicht und voller Energie heraus. Das funktioniert in deinem Team genauso.
Deine eigene Entwicklung als Führungskraft
Am Ende wünschen dir die beiden ein gelungenes, wirksames Jahr. Wenn du in diesem Jahr Zeit in deine eigene Entwicklung investieren willst, ist REFLECT eine Möglichkeit. Zwölf Wochen lang trainierst du dort mit anderen Führungskräften, Erwartungen zu kommunizieren, Konflikte zu lösen, Vereinbarungen so zu treffen, dass sie eingehalten werden, und schwierige Gespräche in alle Richtungen zu führen. Du lernst auch, was dich antreibt und was dich an anderen triggert.
Wer lieber eins zu eins an seiner Haltung arbeitet, findet im Coaching den passenden Rahmen. Soll das ganze Führungsteam gemeinsam ins Jahr starten, ist ein Inhouse-Training eine Option. Und schwierige Gespräche, die du dir für das neue Jahr vornimmst, kannst du im DialogLab vorbereiten. Alle Angebote siehst du bei MINDSET MOVERS.

