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Chefs fühlen sich mit schwierigen Entscheidungen oft allein. Arne und Jörg zeigen, warum das zur Rolle gehört und wer dich wirklich versteht.

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  • 00:00
    Einsam an der SpitzeWarum sich Führung oft einsam anfühlt, wenn du Entscheidungen gegen Einzelne treffen musst.
  • 01:55
    Ein Geschäftsführer im CoachingJörg erzählt von einem Gründer, der nach Kündigungen mit dem Gefühl der Einsamkeit hadert.
  • 03:21
    Primus inter pares gibt es nichtArne erklärt, warum Augenhöhe als Mensch keine Gleichheit in der Rolle bedeutet.
  • 04:33
    Bist du gern Chef?Die Gretchenfrage, mit allem, was an unbequemen Seiten dazugehört.
  • 06:16
    Wenn Nähe Führung unwirksam machtKumpelhafte Chefs nehmen Widerspruch und Kündigungen schnell persönlich.
  • 08:49
    Entscheidungen, die niemand verstehen mussJörg zeigt, warum Rechtfertigen und Erklären oft nicht weiterhilft.
  • 11:26
    GleichgültigkeitVerständnis zeigen und trotzdem bei der Entscheidung bleiben.
  • 13:16
    Verbündete oder VerbundenheitWarum Verbundenheit mit allen hilfreicher ist als ein Bündnis gegen andere.
  • 16:05
    Austausch unter FührungskräftenWer in ähnlichen Schuhen steckt, versteht dich, und was das in REFLECT bewirkt.
  • 19:20
    Intern oder extern austauschenWelche Qualität der Austausch im eigenen Unternehmen hat und welche außerhalb.

Shownotes

Zum Nachlesen

Einsam an der Spitze: Was hinter dem Gefühl als Führungskraft steckt

Du hast eine Entscheidung getroffen, die für das Unternehmen richtig war. Vielleicht musstest du jemandem kündigen oder etwas durchsetzen, das dir selbst nicht leicht fiel. Inhaltlich folgen dir die Leute. Und trotzdem hast du das Gefühl, dass dich im Team keiner so richtig versteht.

Genau dieses Gefühl greifen Arne und Jörg in dieser Folge vom Podcast Wirksam führen auf. Den Anlass liefert ein Geschäftsführer, den Jörg gerade im Coaching begleitet. Er musste Leuten kündigen, weil die Leistung nicht stimmte. Die Entscheidung war zwingend notwendig und fühlte sich trotzdem schlecht an. Er war lange Arbeitnehmer, ist jetzt Gründer und Geschäftsführer und fühlt sich einsam und allein.

Primus inter pares gibt es in der Führung nicht

Viele Chefs wollen auf Augenhöhe führen und am liebsten weiter zum Team gehören, beobachtet Arne. Gerade in der New-Work-Welt verhalten sich Kumpelchefs dann so, als wären sie nur ein Teil der Gruppe, und machen nur selten eine echte Chefansage. Arne hält die Idee vom Ersten unter Gleichen für großen Quatsch. Schon im Begriff steckt die Paradoxie. Wer der Erste ist, ist kein Gleicher mehr.

Was an der Idee stimmt, ist die menschliche Ebene. Als Mensch kannst du anderen auf Augenhöhe begegnen, auch als Chef. In deiner Funktion hast du trotzdem eine andere Rolle als dein Team, auch wenn du selbst noch eine Chefin oder einen Chef über dir hast. Gerade wenn du neu in der Führungsrolle bist, ist der Wunsch oft groß, weiter dazuzugehören. Wie sich der Schritt vom Kollegen zum Chef anfühlt, hörst du auch in der Folge über den Rollenwechsel zur Führungskraft.

Die Gretchenfrage lautet für Arne deshalb so. Wie gern bist du eigentlich Chefin oder Chef? Mit allem, was dazugehört, ergänzt Jörg. Dazu gehören unbequeme Entscheidungen, und manchmal geht dein Team zusammen Mittagessen, ohne dich einzuladen. Es kann auch passieren, dass Leute dich wegen einer Entscheidung doof finden.

Wenn du trotzdem gern Chef bist, nimmst du das in Kauf. Chefs sind deshalb keine einsamen Menschen. Der Satz „An der Spitze ist man einsam“ heißt nur, dass du weniger zum Team gehörst als die anderen. Sie folgen dir, du führst sie. In hierarchischen Arbeitsbeziehungen ist das funktional. Wenn du dich ehrlich fragst, ob du diese Rolle überhaupt willst, passt dazu die Folge über Führungskräfte, die nicht gerne führen.

Warum zu viel Nähe deine Führung schwächt

Dysfunktional wird es, wenn die Hoffnung bleibt, doch irgendwie dazuzugehören. Chefs, die sehr kumpelhaft mit ihrem Team umgehen, nehmen es oft persönlich, wenn jemand ihnen nicht folgt. Kündigt jemand, fühlt sich das an wie Schluss machen. So hat es Arne schon einmal jemand beschrieben.

Dann fehlt die gesunde Distanz zur Rolle. Arbeitsbeziehungen sind per Definition kündbar, der Arbeitsvertrag regelt sogar die Fristen für beide Seiten. Wem diese Distanz fehlt, dem fällt es schwer, selbst eine Kündigung auszusprechen. Dahinter steckt eine Entweder-oder-Haltung. Weil ich mit dir auf Augenhöhe bin, kann ich keine Entscheidung gegen dich treffen. Und wenn es doch sein muss, dann widerwillig, mit Entschuldigung und dem Hinweis, dass eigentlich der Kunde schuld ist, der zu spät bezahlt hat. Mit so einem Opferstandpunkt wird kein Team wirksam. Arne erinnert daran, dass Teams oft besser funktionieren, wenn sich jemand, der von Werten und Arbeitsweise nicht passt, verabschiedet hat.

Jörg überträgt das auf kleinere Entscheidungen. Jemand bekommt das Projekt nicht, das er sich gewünscht hat, oder nicht die Gehaltserhöhung. Wer zum Team gehören will, fängt dann an, sich zu rechtfertigen, und erklärt so lange, bis die anderen endlich verstehen. Manche Entscheidungen muss dein Team aber weder verstehen noch gut finden. Genau so ein Gespräch kannst du im DialogLab üben und merkst sofort, an welcher Stelle du ins Rechtfertigen rutschst.

Zwei Dinge gelten zur selben Zeit

Als Führungskraft bist du zuerst Mensch, dann Chef oder Geschäftsführer. Und für viele bist du auch das Unternehmen, weil du die Gespräche für die Arbeitgeberseite führst. Wenn Menschen deine Erwartungen ablehnen oder mit dir diskutieren, meinen sie deshalb oft deine Rolle, sagt Arne. Wenn du das verstanden hast, kannst du es leichter aushalten und baust Resilienz auf. Mehr dazu hörst du in der Folge über Resilienz als Führungskraft.

Eine Haltung, die ihm dabei geholfen hat, nennt Arne Gleichgültigkeit. Gemeint ist, dass zwei Dinge gleichzeitig Gültigkeit haben. In einer Abteilung gibt es kaum noch etwas zu tun, also versetzt du einen Mitarbeiter dorthin, wo viel los ist. Er hat darauf keine Lust. Das kannst du gut verstehen. Gleichzeitig bleibst du dabei, weil es für das Unternehmen wichtig ist.

Ich verstehe, dass das für dich blöd ist, und ich möchte trotzdem, dass du es machst.

Viele Führungskräfte sagen an dieser Stelle, das verstehe aber keiner. Arne sieht darin ein Missverständnis. Die Leute verstehen meist sehr gut, dass die Entscheidung sinnvoll ist. Sie haben trotzdem keine Lust darauf. Und sie spüren, wenn deine Haltung entweder oder ist. Viele Chefs sprechen ihren Leuten das Recht ab, eine Entscheidung blöd zu finden. Wenn du so tickst, hat das mehr mit dir zu tun als mit dem anderen. Wie du Verständnis zeigst und trotzdem klar bleibst, kannst du vorher als Gespräch üben.

Wer dich als Chef wirklich verstehen kann

Beim Wort Verbündete wird Jörg vorsichtig, weil Verbünden nach „wir gegen die“ klingt. Wer über sein Team jammern will, findet dafür sicher Mitstreiter. Hilfreicher ist Verbundenheit. Trotz deiner Sonderrolle kannst du mit allen Menschen in der Organisation verbunden sein. Ihr müsst nicht einer Meinung sein. Ihr könnt auf Augenhöhe und mit wertschätzender Klarheit reden, sodass nichts zwischen euch steht.

Wirklich verstehen können dich andere Führungskräfte, sagt Arne. Sie stehen in ähnlichen Schuhen und wissen, wie schwer es ist, Dinge durchzusetzen, die für Firma und Team gut sind und für Einzelne nachteilig. Wer selbst noch nie Chef war, kann dich in diesem Punkt kaum verstehen. Verstehen heißt ja, den Standpunkt des anderen einzunehmen. Wer nie auf deinem Standpunkt stand, kann das schwer, und es wäre vermessen, es von ihm zu erwarten.

Austausch mit Führungskräften aus anderen Unternehmen

Genau das erleben die beiden im Leadership Training REFLECT. Zwölf Wochen lang treffen dort Führungskräfte aufeinander, die sich vorher nicht kannten. Am Ende sagen viele, wie wertvoll der Austausch war. Ob Teamlead in der einen Branche oder Vorstand in der anderen, zwischenmenschlich haben alle ähnliche Fragen und Zweifel. Und es fällt leichter zu handeln, wenn du merkst, dass du damit nicht allein bist. Jörg freut sich besonders, wenn jemand eine Woche später erzählt, dass er das Thema angesprochen hat und es jetzt viel leichter läuft.

So eine Gruppe kannst du dir auch selbst organisieren. Eine Unternehmerin, mit der du einmal im Monat essen gehst, oder eine Führungskraft aus einem anderen Unternehmen, mit der du dich gezielt über Führung austauschst. Arne hat das acht Jahre lang bei EO gemacht und nennt es heilsam, weil man so viele Lösungen von Menschen kennenlernt, die anders ticken und ähnliche Herausforderungen haben.

Intern oder extern austauschen

Ob du dich intern oder extern austauschst, macht einen Unterschied, betont Jörg. Intern ist es leichter zu organisieren, ihr geht einfach zusammen Mittagessen. Dafür ist der Blick oft gefärbt, weil die anderen die Beteiligten kennen. Arne kennt aus größeren Unternehmen, dass auf derselben Ebene manchmal Konkurrenz mitspielt. Man verhält sich politisch, kritisiert den Vorstand lieber nicht und zeigt keine Schwäche. Menschen von außen schauen mit mehr Abstand auf deine Situation und stellen dir andere Fragen.

Wenn du dir diesen Abstand holen willst, ist REFLECT von MINDSET MOVERS ein guter Ort dafür. Soll in deinem Unternehmen eine Kultur entstehen, in der Führungskräfte offen über Zweifel sprechen, schafft eine Führungskräfteentwicklung im Unternehmen den Rahmen. Einen ersten Eindruck, wie wir über Führung denken, bekommst du in unseren kostenlosen Webinaren.

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