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Was gibt dir als Führungskraft Energie, und wo stößt du an Grenzen? Jörg zeigt, wie das Reiss Motivation Profile deine Motive sichtbar macht.

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  • 00:00
    Erfüllte und unerfüllte BedürfnisseWas dir im Führungsalltag Energie gibt und wo du an Grenzen kommst.
  • 00:30
    Das Reiss Motivation ProfileEin Instrument der Persönlichkeitspsychologie, das Motive sichtbar macht.
  • 00:48
    16 LebensmotiveVom Leistungssport bis zur Führung, von Macht bis Anerkennung.
  • 01:31
    Das Motiv MachtMenschen, die gern Einfluss nehmen und sagen, wo es langgeht.
  • 02:25
    Niedrige Ausprägung bei MachtFührungskräfte, die lieber Raum geben und andere erfolgreich machen.
  • 02:41
    Das Motiv BeziehungenVom Feierabendbier bis zur Zeit allein, um Energie zu tanken.
  • 03:40
    Wenn Ausprägungen aufeinandertreffenWarum gegensätzliche Motive zu Konflikten führen können.
  • 04:53
    Stärken gezielt nutzenDen eigenen Sweet Spot kennen und die Präferenzen anderer einsetzen.
  • 05:11
    Jörgs erste GründungWie Jörg und sein Mitgründer ihre unterschiedlichen Motive genutzt haben.
  • 06:06
    Was du daraus ziehen kannstDich kennenlernen und über Motive sprechen, beruflich und privat.

Shownotes

Zum Nachlesen

Deine Bedürfnisse als Führungskraft verstehen

Was gibt dir in deinem Führungsalltag eigentlich Energie? Und wo kommst du an deine Grenzen? Um deine erfüllten und unerfüllten Bedürfnisse als Führungskraft geht es in dieser Solofolge von Jörg im Podcast Wirksam führen. Seine These ist einfach und folgenreich. Wer seine eigenen Motive kennt und die der Menschen um sich herum, führt leichter, vermeidet unnötige Konflikte und kann Stärken gezielt nutzen.

Eine Antwort auf die Frage nach deinen Bedürfnissen und Motiven kann das Reiss Motivation Profile liefern. Jörg stellt es in dieser Folge vor und erzählt, wie es ihm selbst in seiner ersten Gründung geholfen hat.

Das Reiss Motivation Profile und die 16 Lebensmotive

Das Reiss Motivation Profile ist ein wissenschaftlich fundiertes Instrument aus der Persönlichkeitspsychologie. Es zeigt die eigenen Bedürfnisse und Motive, macht sie sichtbar und damit auch nutzbar. Eingesetzt wird es unter anderem im Leistungssport. Jürgen Klopp hat es nach Jörgs Worten sehr erfolgreich in seiner Karriere genutzt. Was Führungskräfte darüber hinaus von Klopps Art zu führen lernen können, besprechen Arne und Jörg in der Folge über den Führungsstil von Jürgen Klopp.

Das Profil beschreibt 16 grundlegende Lebensmotive. Sie zeigen dich als Mensch und deine Präferenzen. Dazu gehören etwa der Wunsch nach Macht, die Frage, wie wissensdurstig jemand ist, der Wunsch nach Ordnung oder Flexibilität und der Wunsch nach Anerkennung. Jedes Motiv kann bei einem Menschen hoch oder niedrig ausgeprägt sein. Jörg greift zwei Motive beispielhaft heraus.

Das Motiv Macht: Wie viel Einfluss willst du nehmen?

Das erste Beispiel ist das Motiv Macht, also das Bedürfnis, andere zu beeinflussen. Menschen mit hoher Ausprägung führen andere gern. Sie wollen Einfluss nehmen, haben oft einen hohen Leistungsanspruch, erteilen gern Ratschläge und sagen anderen, wo es langgeht.

Vielleicht denkst du jetzt, genau so sollte eine Führungskraft sein. Jörg widerspricht. Er hat schon sehr viele Profile von Führungskräften ausgewertet. Viele haben hier eine hohe Ausprägung. Genauso viele haben eine niedrige, und Jörg selbst gehört dazu.

Menschen mit niedriger Ausprägung nehmen nicht so gern Einfluss auf andere, erteilen ungern Ratschläge und sagen ungern, wo es langgeht. Sie geben anderen lieber Raum. Und es erfüllt sie vielleicht mit Stolz, andere so zu unterstützen, dass diese erfolgreich sein können. Für Führung ist das eine wertvolle Qualität. Wenn du dich hier wiedererkennst und dich manchmal fragst, ob du überhaupt gern führst, hör dir die Folge Ich bin Führungskraft, aber führe nicht gerne an.

Es gibt viele Führungskräfte mit hoher Ausprägung beim Motiv Macht und genauso viele mit niedriger. Beides kann gute Führung sein.

Für dich als Führungskraft heißt das, dass es kein richtiges Profil für Führung gibt. Wer gern Einfluss nimmt, tut sich mit klaren Ansagen leicht und achtet besser darauf, anderen genug Raum zu lassen. Wer lieber Raum gibt, unterstützt andere gern und nimmt sich bewusst vor, auch die unbequemen Ansagen zu machen.

Das Motiv Beziehungen und das Feierabendbier

Das zweite Motiv, das Jörg vorstellt, ist das Bedürfnis nach Beziehungen, also nach Gesellschaft und Kontakt. Menschen mit hoher Ausprägung wünschen sich ein aktives Sozialleben. Sie stehen meist in engem Kontakt mit Freunden, lieben vielleicht das Feierabendbier mit dem Team und ziehen Energie aus der Gesellschaft anderer.

Andere Menschen brauchen viel Zeit für sich allein, um zu regenerieren. Sie sind sich vielleicht selbst genug. Gesellige Menschen denken über sie manchmal, sie seien total zurückgezogen. Oder sie wundern sich, warum diese Kolleginnen und Kollegen beim Feierabendbier oder beim Teamevent eher ungern dabei sind.

Du merkst schon, jede Ausprägung hat Folgen für dein Arbeitsleben. Wer gern unter Leuten ist, versteht oft nicht, warum andere nicht mit auf das Feierabendbier kommen. Als Führungskraft lohnt es sich, das bei Teamevents und Ritualen im Blick zu haben. Wer nicht mitkommt, ist deshalb nicht weniger engagiert. Vielleicht braucht diese Person nach einem vollen Tag einfach Zeit für sich.

Wenn gegensätzliche Motive aufeinandertreffen

Jeder von uns hat solche Motive und Bedürfnisse. Und du stehst im Job und im Privatleben in Beziehung zu Menschen, die grundlegend gegensätzliche Ausprägungen haben. Das kann zu Konflikten führen, wenn dir nicht klar ist, dass die andere Person schlicht ein anderes Bedürfnis hat. Warum die Idee einer gemeinsamen Wellenlänge im Team oft in die Irre führt, besprechen Arne und Jörg in der Folge über den Mythos von der gemeinsamen Wellenlänge.

Wenn du die Unterschiede erkennst und wach dafür bist, kann das vieles erleichtern. Deshalb ist es so wichtig, dass du dir zwei Fragen stellst. Was ist eigentlich meine Ausprägung? Und wie ticken die Menschen in meinem Umfeld?

Den eigenen Sweet Spot kennen und Stärken nutzen

Das Wissen um Motive hilft dir in zwei Richtungen. Zum einen weißt du, wo dein Sweet Spot liegt. Wo fällt mir etwas leicht, was mag ich? Dort kannst du bewusst hineingehen. Zum anderen kannst du die Stärken und Präferenzen der anderen gezielt nutzen. Mehr darüber, wie du Stärken entdeckst, die bisher im Verborgenen lagen, hörst du in der Folge über verborgene Stärken.

Jörg erzählt dazu ein Beispiel aus seiner ersten Gründung. Sein Mitgründer hatte ein hohes Bedürfnis nach Macht und eine hohe Ausprägung bei einem weiteren Motiv, das im Profil Rache heißt. Er hatte kein Problem damit, anderen zu sagen, wo es langgeht, und für seine Themen einzustehen. Jörg selbst tat sich damit immer schwer. Es war nicht seine Komfortzone.

Das hatten die beiden schon vor über zehn Jahren erkannt. Daraus entstand eine klare Absprache. Wenn es schwierige Themen gab, stand der Mitgründer dafür ein. Als sie ihre Firma verkauften, hat er noch einige Paragraphen in den Vertrag verhandelt. Jörg war in dieser Situation eher harmonisierend und befürchtete schon, dass der Käufer am Ende abspringt. Sein Mitgründer sagte „Nein, das ist uns wichtig, ich spreche das an.“ So kamen die Punkte, die für beide günstig waren, tatsächlich in den Vertrag.

Das Beispiel zeigt, wie viel Kraft darin liegt, die eigenen Motive offen zu kennen. Die Absprache funktionierte, weil beide ihre Ausprägungen kannten und darüber sprachen. Jörg musste sich nicht verbiegen, und die beiden haben ihre Unterschiede als Arbeitsteilung genutzt. Wie du authentisch führst, ohne eine Rolle zu spielen, die nicht zu dir passt, hörst du in der Folge über authentisch führen.

Was du für deinen Führungsalltag mitnehmen kannst

Das Reiss Motivation Profile ist sehr vielschichtig. Du kannst viel für dich herausziehen, beruflich und privat. Du lernst dich kennen und kannst mit anderen über eure Motive sprechen. Du stellst fest, wo du Energie bekommst und wo du an deine Grenzen kommst.

Ein paar Fragen helfen dir beim Einstieg. Welche Situationen im Führungsalltag kosten dich besonders viel Kraft? Welche geben dir Energie? Und bei welchen Menschen in deinem Team wunderst du dich manchmal über ihr Verhalten, obwohl sie vielleicht nur ein anderes Bedürfnis haben als du? Vielleicht stellst du dabei fest, dass dich manche Aufgaben vor allem deshalb so viel Kraft kosten, weil sie gegen deine Motive laufen.

Auch mit einer niedrigen Ausprägung beim Motiv Macht wirst du als Führungskraft Gespräche führen müssen, in denen du klar Position beziehst. Diese Momente kannst du gezielt vorbereiten. Im DialogLab kannst du solche schwierigen Gespräche üben, bis sie dir leichter fallen.

Jörg bietet am Ende der Folge an, dein eigenes Reiss Motivation Profile kennenzulernen. Melde dich dafür gern über unser Coaching. Wenn du tiefer an dem Zusammenhang zwischen deinen Motiven, deinem Selbstbild und deinem Verhalten arbeiten willst, ist das Leadership Training REFLECT der passende Rahmen. Und wenn ihr als Führungsteam verstehen wollt, wie unterschiedlich ihr tickt und wie ihr das nutzt, setzt eine Führungskräfteentwicklung im Unternehmen genau dort an. Ein gemeinsames Führungstraining schafft dafür eine gemeinsame Sprache.

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Im DialogLab übst du Gespräche, in denen du klar Position beziehen musst, auch wenn dein Bedürfnis nach Einfluss eher niedrig ausgeprägt ist.

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