Führen wie ein Jedi Meister: Warum Bilder beim Führung lernen helfen
Woran erinnerst du dich aus deiner Schulzeit? An die Französische Revolution aus der achten Klasse oder an Gleichungen mit zwei Unbekannten? Arne erinnert sich eher daran, in wen er unsterblich verliebt war oder mit wem er auf dem Schulhof Streit hatte. Unser Gehirn lernt leichter, wenn starke Emotionen im Spiel sind.
Genau deshalb wollen Arne und Jörg in ihrer Arbeit bei MINDSET MOVERS noch mehr mit Bildern, Emotionen und geliebten Geschichten arbeiten. In dieser Folge vom Podcast Wirksam führen nutzen sie dafür die Künste der Jedi aus Star Wars. Du musst kein Fan sein, um etwas mitzunehmen. Telekinese und Lichtschwertkampf lernst du hier nicht. Die Weisheit und Haltung der Jedi und ihr Umgang mit anderen bilden für die beiden aber sehr gut ab, wie wirksame Führung funktioniert. Analogien nutzen sie ohnehin oft, im Podcast etwa aus dem Sport.
Die Macht als Stimmigkeit
Ein Jedi lässt sich von der Macht leiten, aus innerer Ruhe statt aus äußerem Druck. In die Führung übersetzt heißt das für Arne Stimmigkeit. Du vertraust deinem Gefühl für Situationen und Menschen. Wenn etwas nicht passt und du so ein Hähgefühl hast, versuchst du wieder in Balance zu kommen und führst ein klärendes Gespräch.
Stimmigkeit gilt auch für deinen eigenen Stil, ergänzt Jörg. Viele Führungskräfte haben ein Vorbild im Kopf, eine Führungskraft, die sie inspirierend fanden, und wollen genauso sein. Was für diesen Menschen stimmig war, muss es für dich aber nicht sein, weil du einen eigenen Blick auf die Welt hast. Wenn du ein Vorbild nachahmst, fühlt sich das oft anstrengend an, als müsstest du dich verbiegen.
Arne kennt aus Trainings Führungskräfte, die einem perfekten Führungsstil hinterhereifern, mit moralischen Ansprüchen oder reinen Ergebniskategorien. Sein Kriterium ist einfacher. Funktioniert es für dich langfristig? Hast du ein gutes Gefühl dabei und kannst dafür geradestehen? Dann ist es stimmig. Wenn nicht, ist das ein Hinweis, etwas zu korrigieren oder Neues zu integrieren. Passend dazu lohnt sich die Folge über authentisch führen, und welcher Stil zu dir passt, vertieft die Folge Was ist der richtige Führungsstil?
Weisheit braucht Übung
Jedi Meister sind keine Besserwisser. Sie lernen ein Leben lang, hören gut zu, beobachten und hinterfragen. Diese Haltung macht auch wirksame Führung aus. Du bleibst wach, offen und interessiert an deiner eigenen Entwicklung und glaubst nie, jetzt sei genug Wissen aufgesaugt.
Jörg bringt zwei Gedanken dazu mit. Viele von uns sind Wissensriesen und gleichzeitig Umsetzungszwerge. Und er zitiert Sokrates mit dem Satz, wer meint, etwas zu sein, habe aufgehört, etwas zu werden. Mehr dazu hörst du in der Folge über das Gefühl, zum Führen ungeeignet zu sein.
Wissen reicht für Meisterschaft nicht aus. Dafür brauchst du Integration und Tun.
Weisheit bedeutet für Arne, dass Dinge integriert sind, dass du sie tust und Erfahrung damit hast, statt sie nur gelesen zu haben. Das nächste Führungsbuch zu lesen bringt dich also kaum weiter. Wirksamer ist die Demut eines Meisters, der Dinge immer wieder tut, bis sie tief integriert sind und leicht gelingen. Jörg glaubt fest daran, dass eine Handvoll Werkzeuge, die du wirklich lebst, mehr bewirkt als hundert Methoden, die du nur kennst. So arbeiten die beiden auch in der Gesprächsführung mit Führungskräften, etwa im Leadership Training REFLECT. Warum das Verhältnis von Übung und Ernstfall so viel ausmacht, zeigt die Folge Trainings- vs. Spielzeit.
Verantwortung frei von Schuld
Ein Jedi übernimmt Verantwortung für seine Wirkung, seine Entscheidungen und seinen Weg. In der Führung heißt das, du stehst für das, was du bewegst und auslöst, und genauso für das, was du unterlässt. Du trägst Verantwortung für deine Resultate, für dein Team, für die Kultur dort und für die Ergebnisse. Das beginnt immer bei dir.
Arne legt Wert darauf, dass diese Haltung frei von Schuld ist. Menschen weichen Verantwortung meistens dann aus, wenn sie Strafe befürchten oder schlecht dabei wegkommen könnten. Jörg ergänzt, dass Verantwortung auch bei fremden Fehlern nicht aufhört. War dein Chef unklar, hättest du nachfragen können, was er konkret meint.
Kommunikation vor Konfrontation
Ein Jedi kämpft nur, wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt. Sein eigentliches Werkzeug ist Kommunikation, klar, zielgerichtet und mit friedlicher Absicht. Wirksame Führung zeigt sich darin, wie gut es dir gelingt, aus deiner Kommunikation heraus Absichten in Ergebnisse zu verwandeln. Mal braucht dein Team die klare Ansage, mal das empathische Gespräch. Streit und Eskalation sind die letzte Möglichkeit. Wenn es doch einmal kracht, ist die Frage, ob du die Haltung mitbringst, wieder Frieden herzustellen.
Jörg nennt ein Beispiel. Vielleicht hast du einen Kollegen, der dich so aufregt, dass du ihn am liebsten vor die Tür setzen würdest. Davor gibt es noch einen Weg über Verbindung und Kommunikation, sodass es die Konfrontation gar nicht braucht. Wie du so ein Gespräch eröffnest, ohne gleich in den Angriff zu gehen, kannst du vorher als Gespräch üben.
Klarheit, Intuition und der Mut, Unstimmiges anzusprechen
Ein Jedi schwafelt nicht und versteckt sich nicht hinter Nettigkeiten. Er spricht absichtsvoll und auf den Punkt. Für Arne ist Klarheit vermutlich das wichtigste Führungswerkzeug. Menschen folgen dir, wenn sie wissen, wohin es geht, wozu sie etwas tun und welche Rahmenbedingungen gelten. Stellst du konkrete Fragen? Sprichst du interpretationsfrei? Formulierst du deine Erwartungen messbar? Unklarheit ist eine große Quelle für Unstimmigkeiten und Streit. Jörg sieht darin einen großen Hebel. Klarheit verbindet, schafft einen sicheren Rahmen und erspart euch den Interpretationsraum, in dem jeder denkt, seine Sicht sei doch selbstverständlich. Je klarer du bist, desto weniger musst du kämpfen und hinterher die Scherben wegräumen, und desto weniger Zeit verlierst du damit, Dinge immer wieder zu erklären und zu korrigieren.
Einem Jedi kannst du nichts vormachen. Er spürt, wenn Worte nicht zu Taten passen. Diese Intuition haben wir alle. Wir haben feine Antennen für Mikrosignale in Mimik und Gestik. Deine Mitarbeitenden spüren umgekehrt genauso, wenn bei dir Gesagtes und Haltung nicht zusammenpassen. Jörg betont, dass das in jeder Beziehung gilt, mit Kunden ebenso wie mit deiner eigenen Führungskraft. Walk the Talk heißt deshalb zweierlei. Nimm Dissonanzen wahr und sprich sie dann mutig an. „Irgendwas ist für mich hier unstimmig, das funktioniert für mich nicht, ich möchte das gern klären.“
Ein Jedi handelt nie aus Angst. In der Analogie ist sie der Pfad zur dunklen Seite. Wenn wir uns ungerecht behandelt fühlen oder Angst haben, schlecht wegzukommen, reden wir schlecht über andere, helfen nicht oder werden patzig. Für alles, was schwierig ist, brauchst du mehr Mut als Angst. Frag dich, was du eigentlich befürchtest und ob das stimmt oder nur eine Geschichte ist, die du dir erzählst. Dann kannst du eine andere Wahl treffen. Genau dazu laden die beiden die Menschen ein, mit denen sie arbeiten. Solchen Befürchtungen auf die Schliche zu kommen, gelingt im Coaching oft schneller als allein.
Das Jedi Training und wie du weitermachst
In der Folge stellen Arne und Jörg außerdem ihr dreiteiliges Jedi Training vor, eine kostenlose Webinarserie mit je einer Stunde Inhalt und einer offenen Fragerunde, die erst endet, wenn die letzte Frage beantwortet ist. Die drei Teile heißen sinngemäß tiefe Erkenntnis, also wie du menschliches Verhalten verstehst und wirksam beeinflusst, die Macht der Klarheit und das Erwachen der Verbundenheit, bei dem es darum geht, wie dein Team zu Verbündeten wird und aus Absichten Ergebnisse werden. Aktuelle Termine findest du bei den kostenlosen Webinaren.
Wenn du Stimmigkeit, Klarheit und Mut über mehrere Wochen trainieren willst, ist das offene Führungstraining der passende Rahmen. Unstimmigkeiten anzusprechen übst du im DialogLab, und für ganze Führungsteams gibt es die Führungskräfteentwicklung im Unternehmen.

