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Du zerdenkst Entscheidungen und sammelst noch mehr Daten? Arne und Jörg zeigen, warum das selten hilft und welche Frage dir in zwei Minuten Klarheit gibt.

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    Warum Entscheidungen schwerfallenWorum es geht, wenn du Entscheidungen zerdenkst und mit ihnen haderst.
  • 01:26
    Entscheidungen vor sich herschiebenJörg beschreibt Führungskräfte, die nachts wach liegen und noch mehr Daten wollen.
  • 02:18
    Overthinking und FOMOWie Worst-Case-Szenarien und die Angst, etwas zu verpassen, Kraft und Zeit fressen.
  • 03:19
    Zwei Szenarien, keine perfekte LösungWarum Entscheidungen zwischen zwei Optionen mit Vor- und Nachteilen besonders schwer sind.
  • 03:54
    Helfen mehr Daten?Arne erklärt, warum Datensammeln oft der Absicherung dient und Zögern selbst eine Entscheidung ist.
  • 07:20
    Die Regel der MalteserritterEntscheidend ist, was du nach der Entscheidung dafür tust, dass sie die richtige war.
  • 10:41
    Das Beispiel PodcastWie aus einer Bauchentscheidung durch eine feste Routine ein Erfolg wurde.
  • 14:12
    Der große HackInvestiere deine Gedanken in die Frage, was die Entscheidung zum Erfolg führt.
  • 15:28
    Was hinter dem Zögern stecktBefürchtungen und der Wunsch, das Leben durch Nachdenken zu kontrollieren.
  • 21:13
    Wir entscheiden emotionalWarum die Kognitionsforschung rationale Entscheidungen für ein Märchen hält.

Shownotes

Zum Nachlesen

Entscheidungen treffen als Führungskraft, ohne sie zu zerdenken

Haderst du mit Entscheidungen? Gehst du im Kopf Szenarien durch, was alles passieren könnte, und brauchst noch ein paar Daten mehr, bevor du dich festlegst? Dann kennst du das Gefühl, um das es in dieser Folge vom Podcast Wirksam führen geht.

Jörg erlebt immer wieder Führungskräfte, die Entscheidungen vor sich herschieben. Sie wollen mehr Informationen, mehr Daten, mehr Sicherheit. Das kann sich lange ziehen. Manchen macht es sogar körperlich zu schaffen, und sie liegen abends im Bett und grübeln, was jetzt die richtige Entscheidung ist.

Was macht es so schwer, schnell zu entscheiden? Für Arne ist es meist das Zerdenken. Du spielst durch, was im schlimmsten Fall passiert. Du fragst dich, was dir entgeht, wenn du dich für eine Option entscheidest. Oder die Angst, etwas zu verpassen, treibt dich um. In all diese Gedanken fließen Kraft und Zeit, und am Ende hast du vor allem mehr Zweifel.

Einfach sind Entscheidungen mit einem klaren Ja oder Nein, sagt Jörg. Schwer wird es, wenn du vor zwei Szenarien stehst, die beide Vor- und Nachteile haben. Die perfekte Lösung liegt nicht auf dem Silbertablett, und du fragst dich, welche Variante die weniger schlimme ist. Wenn dich dabei vor allem der Anspruch bremst, alles richtig zu machen, hilft dir auch die Folge über Perfektionismus.

Warum mehr Daten selten zur besseren Entscheidung führen

Helfen dir weitere Daten, besser zu entscheiden? Arne glaubt, eher nicht. Ob die andere Wahl besser gewesen wäre, findest du nie heraus, weil du den anderen Weg nie gegangen bist. Das bleibt hypothetisch.

Dazu kommt die Geschwindigkeit. Sie entscheidet mit darüber, wie gut das gelingt, was aus einer Entscheidung folgt. Arnes Beispiel ist ein neues Produkt. Du kannst lange grübeln, ob ein noch unfertiges Produkt deinem Ruf schadet. Irgendwann ist der Wettbewerber mit so einem Produkt am Markt, und du bist nicht mehr der Erste. Dann hat sich die Frage erledigt. Sich nicht zu entscheiden ist auch eine Entscheidung, meistens eine dagegen.

Wenn Führungskräfte ehrlich zu sich sind, dient das Datensammeln oft der eigenen Absicherung. Arne nennt es Cover your ass. Hinterher willst du sagen können, dass du alle Daten einbezogen hast und der Markt schuld ist. Damit baust du dir eine Rechtfertigungsgeschichte für den Fall, dass es schiefgeht. Jörg ergänzt das Einholen von Meinungen. Bei großen Entscheidungen kann das wichtig sein. Frag dich trotzdem, ob es zwingend nötig ist oder ob deine Unsicherheit dahintersteckt. Das Zerdenken und das Absichern zahlen nicht darauf ein, dass es besser gelingt. Sie haben mit deinen Ängsten zu tun und damit, wie du dastehst.

Die Regel der Malteserritter

Ob du dich für A oder B entscheidest, ist meist weniger wichtig als die Umsetzung danach, sagt Jörg. Arne erzählt dazu eine Geschichte. Die Malteserritter waren irgendwann über die ganze Welt verstreut, manche dienten als Berater an fremden Höfen bis hin zum chinesischen Hof. Ihr Gebot lautete, Entscheidungen im Einklang mit dem Orden zu treffen. Von Malta nach Peking war eine Brieftaube aber lange unterwegs. Abstimmen konnten sie sich nicht. Ein weiser Malteser soll daraus eine Regel abgeleitet haben.

Entscheidend ist, was du nach einer Entscheidung dafür tust, dass sie die richtige war.

Nachdenken ist richtig. Zerdenken kostet dich Energie, die dir später fehlt. Du hast fast immer ein Bauchgefühl, eine Tendenz. Entscheide dich und frag dann, was du und dein Team tun könnt, damit es die richtige Entscheidung war. Jörg beschreibt die Haltung dahinter. Dann bist du zu hundert Prozent dabei, bis ihr vielleicht an einen Punkt kommt, an dem ihr sagt, falsche Richtung, Haken dran, neue Entscheidung. Bis dahin versuchst du nicht zu beweisen, dass deine Bedenken stimmten. Du gehst all in. Wie du dein Team auf diese Verbindlichkeit holst, vertieft die Folge über Commitment in der Führung.

Wenn du eine Entscheidung im Team vertreten musst, die nicht allen gefällt, kannst du das Gespräch vorher im Gesprächstraining durchspielen und deine Worte schärfen.

Das Beispiel des eigenen Podcasts

Als Arne und Jörg überlegt haben, einen Podcast zu starten, kamen genau diese Fragen. Ist das der richtige Kanal? Ist der Zug schon abgefahren? War es vor fünf Jahren nicht viel leichter, eine Community aufzubauen? Beide hatten das Bauchgefühl, dass sie es machen wollen. Danach haben sie sich mit der Frage beschäftigt, was sie tun müssen, damit es erfolgreich wird. Daraus wurde eine Routine. Jeden Mittwoch und jeden Samstag erscheint eine Folge, egal was sonst läuft. Inzwischen hören Tausende Menschen zu. Arne führt das auf das zurück, was die beiden nach der Entscheidung regelmäßig getan haben.

Jörg rät zu einer Haltung, die entlastet. Die richtige Entscheidung an sich gibt es selten. Nimm richtig und falsch ein Stück heraus. Es kann klappen, es kann auch nicht klappen. Durch Zerdenken bekommst du die richtige Entscheidung jedenfalls nie heraus.

Der große Hack für schnelle Klarheit

Das gilt auch für den Blick zurück. Wer sagt, diese Firma hätte er nie gründen dürfen, weiß nicht, wie es anders gelaufen wäre. Es gibt kein Paralleluniversum. Vielleicht hättest du ohne diesen Misserfolg nie die Idee für die nächste Firma gehabt oder die Menschen dafür kennengelernt. Erfolg oder Misserfolg auf einen einzigen Entscheidungspunkt zurückzuführen, ist für Arne viel zu einfach gedacht.

Daraus folgt der große Hack der Folge. Wenn du sowieso grübelst, investiere die Gedanken in eine andere Frage. Was könntest du tun, damit diese Entscheidung zum Erfolg führt? Welche Rahmenbedingungen musst du erfüllen, damit die Erfolgswahrscheinlichkeit steigt? Beim Durchdenken entdeckst du vielleicht, dass etwas so gar nicht funktionieren kann oder anders laufen müsste. So bekommst du in kurzer Zeit Klarheit, ob du dafür oder dagegen bist und was zu tun ist. Genau diese Art, Entscheidungen vorzubereiten und mit dem Team umzusetzen, trainierst du im Führungstraining REFLECT.

Was hinter deinem Zögern steckt

Wenn du häufig Dinge zerdenkst, frag dich, woran das liegt, rät Jörg. Was befürchtest du, wenn du die falsche Entscheidung triffst? Als nicht kompetent zu gelten, als unprofessionell, oder dass andere dich entlarven? Prüf, wie wahrscheinlich das ist und ob du es je erlebt hast. Oft ist es ein Gedankengebilde, mit dem du dich selbst begrenzt. Wenn Selbstzweifel dahinterstecken, findest du in der Folge über Selbstzweifel als Führungskraft weitere Impulse. Wer diesen Ängsten tiefer auf den Grund gehen will, kann das in einem Coaching tun.

Arne sieht dahinter oft eine Überzeugung, die kaum bewusst ist. Du glaubst, du könntest das Leben durch Nachdenken kontrollieren und das Risiko herausrechnen. Der Volksmund weiß es besser. Es kommt erstens anders und zweitens als man denkt. Dinge laufen selten wie geplant, oft weder so schlecht noch so gut. Menschen sind dabei echte Weltmeister im Lösen von Problemen. Du bist es auch.

Wenn du schneller entscheiden willst, musst du bewusst ein Risiko eingehen, sagt Jörg. Spring auch mal ins kalte Wasser, obwohl du dich nicht perfekt vorbereitet fühlst, vielleicht mit einem Meeting weniger vor der Entscheidung. Wenn du ein paar Mal erlebt hast, dass Bauchentscheidungen gar nicht so riskant sind, fällt es dir künftig leichter.

Wir entscheiden ohnehin emotional

Arne verweist auf die Kognitionsforschung. Viele Untersuchungen zeigen, dass Menschen höchst emotional entscheiden. Rationale Gründe finden wir oft erst hinterher, damit die Entscheidung in der Businesswelt als gut gilt. Das nennt man Ex-post-Rationalisierung. Emotionale Entscheidungen sind deshalb weder schlechter noch besser. So entscheiden Menschen eben meistens.

Wenn du lernen willst, Entscheidungen klar zu kommunizieren und mit deinem Team umzusetzen, ist REFLECT von MINDSET MOVERS der passende Rahmen. Soll eine ganze Führungsmannschaft schneller und klarer entscheiden, eignet sich ein Inhouse-Training. Die Gespräche, mit denen du eine Entscheidung im Team verkündest, kannst du im DialogLab vorher üben.

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