#057 Negativ über andere reden

In dieser Podcast-Folge geht es um die Konsequenzen des negativen Sprechens über andere Personen oder Abteilungen, insbesondere im Arbeitsumfeld. Arne und Gergely sprechen darüber, wie abfälliges Gerede über Kolleg*innen oder Mitarbeiter*innen das Arbeitsumfeld negativ beeinflussen kann – und zu einem Aufbau von Vorbehalten führen kann.

Das Transkript für diese Folge

Arne
In der heutigen Folge geht es um das Thema “Negativ über andere reden”.
Also welche Konsequenzen hat es, wenn du über nicht anwesende Menschen abfällig redest oder dich über diese beschwerst?

Gergely
Und wie ist das bei dir? Hast du dich schon mal bei einem deiner Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen über einen anderen Mitarbeiter beschwert? Während der andere nicht anwesend war? Also z.B. gesagt
“Dem habe ich schon oft gesagt, der soll endlich mal sein Telefon in die Hand nehmen und beim Lieferanten anrufen. Aber egal was ich sage, der macht das nicht.”
Oder: “Manchmal bin ich echt genervt, wenn der Hans-Peter den Mund aufmacht.”

Arne
Einige reden auch abfällig über parallele Abteilungen, wie z.B.: “Wenn die im Marketing mal endlich ihren Job machen würden”
Und einige reden negativ im Beisein ihrer Mitarbeiter über ihren eigenen Chef oder Chefin z.B.: “Die da oben, im Elfenbeinturm, haben schon wieder weltfremde Ideen. Und jetzt müssen wir den Mist umsetzen.”

Gergely
Hast du dir sowas oder etwas ähnliches schon mal gedacht oder gesagt?
Meistens steckt eine positive Intention hinter dem “negativ über andere sprechen”.
Am Stammtisch kann man das gut sehen. Da wird häufig laut und emotional über die regierenden Parteien gelästert (unabhängig davon, welche das gerade sind).
Oft sind sich dann alle einig - und ärgern sich. Aber zumindest ärgern sich dann alle gemeinsam. Also eine mögliche Intention ist: Sozialität und Verbundenheit.

Arne
Eine ähnliche Intention haben viele Führungskräfte, wenn sie sich bei einem Mitarbeiter über einen anderen beschweren.
Sie wollen häufig Verständnis von und Verbundenheit zu der Person, mit der sie gerade sprechen.
Sind sich aber über die Konsequenzen nicht bewusst.
Denn was passiert, wenn du bei einem Mitarbeiter negativ über einen seiner Kollegen sprichst?

Gergely
Die Person denkt sich wahrscheinlich: “Hmm wie redet denn der oder die über MICH, wenn ich mal nicht im Raum bin?”
Und dieser Gedanke erschafft Unsicherheit und Distanz in deinem Team.
Und zwar nicht nur Distanz dir gegenüber, also die Person wird sich vermutlich “politisch korrekter” dir gegenüber verhalten, vorsichtiger sein und Probleme seltener ansprechen.
Sondern auch Distanz zwischen den zwei Kollegen. Denn mit deiner Negativbewertung primest du die Person, mit der du gerade gesprochen hast, ebenfalls negativ der Person gegenüber, ÜBER die du gerade gesprochen hast. Also ist die Konsequenz ist ein Aufbau von Vorbehalten zwischen zwei deiner Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen.

Arne
Kommen wir zum zweiten Fall: Was ist die Konsequenz, wenn du negativ über andere Abeilungen oder über die Führungskräfte in diesen Abteilungen sprichst?
Also du sagst z.B. “Der Sales hat schon wieder ein Projekt verloren. Die kennen unser Produkt auch viel zu wenig.”
Oder: “Die Entwicklung sollte aufhören, irgendwelche teuren Luftschlösser zu bauen und endlich mal unternehmerisch denken und sich an die Kundenanforderungen halten.”

Gergely
Wenn du diese wertenden Schlussfolgerungen über andere Abteilungen bei deinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen äußerst, dann erschaffst du damit auch Kultur.
Also die Kultur von: wie sieht unsere Abteilung die andere Abteilung.
Dein Bild färbt sich ab.
Und wenn dieses Bild eher negativ ist, wozu wird das vermutlich führen?

Arne
Es kann gut sein, dass dann DEINE Mitarbeiter nicht mehr besonders unterstützend gegenüber der Nachbarabteilung sein werden.
Oder, dass sie die vermeintlichen Fehler von der anderen Abteilung in Kaffeeküchengesprächen oder auch in gemeinsamen Meetings immer stärker hervorheben werden. Und das führt zu einer Entstehung sogenannter Silos. Damit ist gemeint, dass jede Abeilung auf das EIGENE Wohl achtet. Häufig aber zu Lasten von anderen Abteilungen. Und daraus entsteht mehr ein interner Kampf GEGENEINANDER, anstatt ein Ziehen an einem gemeinsamen Strang.

Gergely
Und jetzt kommen wir zum dritten Fall: Einige Führungskräfte reden auch negativ über Aussagen, Ideen oder Vorgaben des eigenen Chefs oder der eigenen Chefin.
Viele machen das unbewusst. Die unbewusste Intention ist oft sowas wie “WIR in der Abteilung halten zusammen. Auch wenn “DIE DA OBEN” keine Ahnung haben.”
Damit förderst du eine Kultur von “Wir GEGEN “DIE DA OBEN””.

Arne
Wenn du so über deine eigenen Führungskräfte denkst und sprichst, wäre es wichtig, dir bewusst zu machen: Du bist, aus Sicht DEINER Mitarbeiter, auch einer von “DIE DA OBEN” Also es KANN sein - muss nicht, aber kann - , dass du damit einen Nährboden für einen Kampf zwischen dir und deinen Mitarbeitern bereitest.
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass initial deine Mitarbeiter tendentiell erstmal GEGEN deine Vorschläge und gegen deine Ideen sind. Aus der Haltung von “Vom Management kann ja nichts sinnvolles kommen”. Ihr diskutiert, anstatt initiativ an einem Strang zu ziehen.

Gergely
Dann wird aus einem “Disagree and commit” - ein “Disagree and discuss and disagree”.
Klar ist es wichtig, Ideen und Überlegungen gemeinsam zu diskutieren und neue Sichtweisen und neue Möglichkeiten gemeinsam zu entdecken.
Wenn du aber möchtest, dass dein Team dir gegenüber initiativ, lösungssuchend und anerkennend ist, dann müsstest du genau so mit DEINEM Chef oder Chefin sprechen.
Und zudem so ÜBER deinem Chef oder Chefin sprechen.

Arne
Falls du eine Kultur von statt abwertend ÜBER andere reden, eine Kultur von MITEINANDER reden erschaffen möchtest, kannst du in der kommenden Woche auf folgende Punkte achten
sprichst du abwertend ÜBER andere Menschen in deren Abwesenheit? Wenn ja, kannst du dir in dem Moment darüber bewusst werden und damit aufhören.
wenn dir an dem Verhalten von anderen Menschen etwas nicht passt, bespreche es DIREKT mit ihnen. Am besten unter 4 Augen.

Gergely
Spricht jemand anderes in DEINER Anwesenheit abwertend über eine nicht anwesende Person? Dann kannst du deinem Gegenüber sagen: “Wenn für dich etwas in der Zusammenarbeit mit der anderen Person nicht passt, sprich sie bitte direkt an und klär das mit ihr.”
Denn wenn Menschen wissen, dass man bei dir nicht über andere lästern kann, dann wissen sie auch, dass man bei dir über SIE nicht abwertend sprechen kann.
Damit schaffst du eine Kultur von Sicherheit und Verbundenheit.

Arne
Und falls du wissen möchtest, was du noch machen kannst, um eine derartige Kultur zu erschaffen, schau dir gerne unsere Leadership21 angebote an. All unseren Seminaren liegt unsere Vision zugrunde, und zwar, dass Unternehmen produktiv sind, WEIL Menschen miteinander einen Umgang in Freude haben.
Wir wünschen dir eine schöne Woche und bis zum nächsten Mal.

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